
Der Modellversuch zur Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan ist ein weiterer Baustein zur Entbürokratisierung. Er stärkt die Eigenverantwortung von Jagdpächtern und Jagdrechtsinhabern und trägt zur Verwaltungsvereinfachung bei. Daraus werden viele Vorteile für die Beteiligten erwartet.
So werden statt starr vorgegebener Abschussplanungen gemeinsam Bewirtschaftungsziele vereinbart und die Leistungen der Jäger umfassender beachtet. Die vielerorts diskutierten Gebühren für die Festsetzung der Abschusspläne entfallen. Planlos heißt also nicht, auf Ziele und Grundsätze zur Rehwildbewirtschaftung zu verzichten. Mit dem überschaubaren Modellversuch sollen hierzu Erfahrungen gesammelt und Verbesserungsvorschläge erarbeitet werden.
Das Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum hatte am 5. Dezember betroffene Verbände (LJV, Landkreis-, Städte- und Gemeindetag, VJE, Grundbesitzerverband, Forstkammer, Bauernverbände, LNV, BUND, NABU, ÖJV) sowie Vertreter der oberen Jagd- und höheren Forstbehörden zur konstituierenden Sitzung eines Projektbeirats eingeladen, der das Projekt zur Rehwildbewirtschaftung ohne behördlichen Abschussplan (geplante Laufzeit von April 2007 bis Ende März 2009) fachlich beratend begleiten soll.
In den Revieren, die freiwillig an dem Projekt teilnehmen, soll dabei der behördlich bestätigte Rehwildabschussplan für zunächst drei Jahre durch gemeinsame Vereinbarungen zwischen Verpächtern und Jagdpächtern über die Rehwildbewirtschaftung ersetzt werden. In das Vorhaben werden sowohl gemeinschaftliche Jagdbezirke, verpachtete Eigenjagdbezirke als auch verpachtete und eigenbewirtschaftete staatliche Verwaltungsjagden einbezogen. Das Projekt wird von der Wildforschungsstelle wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.
Die Verbandsvertreter waren sich grundsätzlich einig, dass die Durchführung des Projekts sinnvoll ist. Die Mehrzahl der Verbände sprach sich aber dafür aus, mit der Durchführung des Modellversuchs keine umfassende Diskussion des Jagdgesetzes zu verbinden.
Für eine repräsentative Ausrichtung des Projekts wird eine Beteiligung von ca. 5 – 10 % der Reviere in Baden-Württemberg oder rund 40 Hegeringen angestrebt. Sinnvoll erscheint, dass jeder Kreisverein sich zumindest mit einem Hegering beteiligt. Voraussetzung ist, dass möglichst viele Jagdbezirke aller Besitzarten im Hegering teilnehmen und die Verpächter einverstanden sind. Die Teilnahme von einzelnen Revieren ist fachlich nicht sinnvoll.
Bewerbungsschluss ist der 15. März, sodass das Projekt noch in den Frühjahrs-Hegeringversammlungen besprochen werden kann. Das Anmeldeformular finden Sie in der Anlage!
Der LJV hat die Kreisvereine bereits bei der landesweiten Kreisjägermeistertagung in Heidenheim sowie mit Rundschreiben über das geplante Projekt informiert. Interessierte Jagdpächter werden gebeten, das Projekt aktiv zu unterstützen und sich mit ihren Kreisjägermeistern, Hegeringleitern und Verpächtern in Verbindung zu setzen.
Wer mehr wissen möchte: Ausführlichen Informationstext im Anhang aufrufen!
Projektbeschreibung Modellversuch Abschaffung Abschussplan [380.0 KB]
Landesjagdverband
Baden-Württemberg e.V.
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