Oberstes Gebot bei der Erntejagd: Sicherheit vor Jagderfolg

In der sonst dicht bewachsenen Feldflur ist die Erntejagd auf Schwarzwild eine effektive Methode. Dabei muss die Sicherheit ganz oben stehen: Zwei Videos geben wichtige Hinweise.

  • Erntejagd (Quelle DJV/Julia Kauer)

    Erntejagd (Quelle DJV/Julia Kauer)

15.08.2017

Nachdem die dicht bewachsenen Felder wenig Chancen auf Jagderfolg bietet, besteht von Juli bis Oktober die Gelegenheit, bei der Ernte Wildschweine zu bejagen. Das ist wichtig, da die Schwarzwild-Population dank idealer Lebensbedingungen in der Feldflur stark wächst. Das Eingreifen in die Bestände ist auch aufgrund des Risikos der Afrikanischen Schweinepest notwendig, eine Seuche, die sich von Ost- nach Mitteleuropa ausbreitet und auch Hausschweine bedroht. 

Vor allem Maisfelder sind für Schwarzwild ein Schlaraffenland: In den Sommermonaten leben ganze Rotten in den Feldern, wo sie ausreichend Schutz und Nahrung finden. Für Landwirte und Jagdpächter bedeuten die ungebetenen Gäste meist hohe finanzielle Einbußen. Wildschweine profitieren davon, dass heute auf etwa zehn Prozent der Fläche Deutschlands - 26 mal größer als noch vor 50 Jahren - Mais und Raps angebaut wird. Umso wichtiger ist die Erntejagd als eine besonders effektive und notwendige Form der Jagd, um regulierend in die Wildschweinpopulation einzugreifen.

Sicherheit geht jedoch vor Jagderfolg: Jäger und Landwirte sollten Erntejagden eng abstimmen und sorgsam vorbereiten. Alle beteiligten Personen müssen aus Sicherheitsgründen gut und weithin sichtbar sein - idealerweise durch das Tragen von Warnkleidung. Zur Planung gehört auch, Warnschilder an Straßen aufzustellen und an das Jagdgebiet angrenzende Pferde- oder Viehhalter zu informieren.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt, von erhöhten jagdlichen Einrichtungen zu schießen, damit der Schuss stets in Richtung Boden abgegeben und die Kugel abgefangen wird ("Kugelfang"). Besonders gut eignen sich mobile Ansitzeinrichtungen wie Drückjagdböcke, die leicht umgesetzt werden können. Ein ausreichender Abstand zu Erntefahrzeugen sollte dabei eingehalten werden, der Schusswinkel zum Nachbarn größer als 30 Grad sein.

Für das Wild gilt grundsätzlich die Regel "jung vor alt und schwach vor stark", denn besonders junge Tiere sind an der Reproduktion beteiligt. Zudem gilt der Muttertierschutz: Bachen mit Frischlingen dürfen nicht erlegt werden.

Erntejagd Sicherheitsvideo DJV Teil 1

Erntejagd Sicherheitsvideo DJV Teil 2

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