Kann ich Schwarzwild bedenkenlos essen?

Die Cäsium-137-Belastung wird überwacht! Verbraucher können sich darauf verlassen, dass kein kontaminiertes Schwarzwild auf den Markt gelangt.

  • Foto: LJV-Archiv

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Bei der Berichterstattung über die schlimmen Ereignisse im Atomkraftwerk Fukushima in Japan wurde in der ARD beiläufig erwähnt, dass in Deutschland Schwarzwild infolge der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl immer noch radioaktiv belastet sei. Diese Aussage ist nur bedingt richtig. Wir wollen deshalb an dieser Stelle klarstellen: Verbraucher können sich in Baden-Württemberg darauf verlassen, dass kein kontaminiertes Schwarzwild auf den Markt gelangt.

30 Jahre ist die Atomkatastrophe von Tschernobyl her. Und dennoch ist das radioaktive Cäsium immer noch in unseren Waldböden vorhanden. Genau dort, wo das Schwarzwild seine Nahrung sucht. Eine der Lieblingsspeisen unserer Wildschweine ist der Hirschtrüffel – und den suchen sie im möglicherweise verseuchten Boden.

So kann es auch heute in Risikogebieten noch gelegentlich passieren, dass Wildschweine den Grenzwert von 600 Bq/kg überschreiten.

Kein Grund zur Sorge: In den gefährdeten Gebieten müssen alle erlegten Wildschweine auf das radioaktive Cäsium 137 untersucht werden. Sollten die Grenzwerte überschritten werden, wird das Wildbret entsorgt und gelangt selbstverständlich nicht in den Umlauf!

Der Verbraucher kann sich somit sicher sein, dass er keinen verseuchten Wildschweinbraten aus den Risikogebieten auf den Teller bekommt!

 

In Baden-Württemberg wird Schwarzwild landesweit seit 2006/2007 auf eine radioaktive Belastung durch Cäsium-137 untersucht, im Belastungsgebiet in Oberschwaben schon seit 1986. Das Überwachungssystem umfasst dabei zwei Komponenten: In den sog. Überwachungsgebieten, also Bereichen, in denen eine radioaktive Belastung häufiger auftreten kann, muss jedes erlegte Stück Schwarzwild untersucht werden. Dazu haben der Landesjagdverband und einige Landratsämter Messstellen eingerichtet.

In den übrigen Landesteilen wird Schwarzwild stichprobenweise in einem Monitoring untersucht. Die Messwerte werden zentral vom chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Freiburg zusammengeführt und ausgewertet und können von jedermann im Internet abgerufen werden (www.ua-bw.de, CVUA Freiburg, Themen: Radioaktivität - Link siehe unten).

Gebiete, in denen es zu Überschreitungen des Grenzwertes der Cäsium-Belastung (600 Bq/kg) kommen kann, waren 1986 stärker vom Fallout betroffen, die Belastung tritt dort aber nicht flächendeckend auf, sondern konzentriert sich auf bestimmte Bereiche. So sind Überschreitungen im südlichen Schwarzwald v.a. im Schluchseegebiet zu verzeichnen, im mittleren und nördlichen Schwarzwald sind es v.a. die Kammlagen in den Landkreisen EM, FDS, CW und kleine Teile des Enzkreises. Diese Gebiete zählen ohnehin nicht zum Hauptverbreitungsgebiet des Schwarzwildes in Baden-Württemberg.

Wildbret der übrigen Wildarten in Baden-Württemberg, also v.a. von Reh-, Rot- und Damwild sowie von Hase, Kaninchen, Ente und Fasan ist nicht belastet.

Von der LUBW veröffentlichte Messwerte von Rehwild aus Oberschwaben zeigen, dass dort die Gehalte an Cs-137 in Wildbret von Rehwild seit Jahren weit unterhalb des Grenzwertes liegen.

Es ist übrigens ein Gerücht, dass als Folge des Reaktorunglücks von Fukushima der zulässige Grenzwert der radioaktiven Belastung bei Wild auf 1.400 Bq angehoben wurde. Das ist falsch! Nach wie vor gilt der -auch im europäischen Vergleich - niedrige Wert von 600 Bq/kg!

 

Hier geht es zur Pressemitteilung von Verbraucherminister Bonde:

30 Jahre nach Tschernobyl: „Die Auswirkungen sind bis heute zu spüren, aber die Landesregierung sorgt vor“

CVUA Freiburg - Informationen zur Belastung von Schwarzwild

 

 

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