Neue Naturpädagogen für Lernort Natur

Landesjagdverband prüft und ernennt den ersten Jahrgang selbst ausgebildeter Naturpädagogen

  • LJV-Naturpädagogen Jahrgang 2016 mit Kursleitern und Prüferteam

    LJV-Naturpädagogen Jahrgang 2016 mit Kursleitern und Prüferteam

Grüne Lehrer - Beim Jäger lernen, wie die Natur funktioniert

19.07.2016

Feld und Wald zum Klassenzimmer machen – das ist die Aufgabe von 15 frischgebackenen Naturpädagogen des Landesjagdverbandes. Diesen Titel können Jäger erwerben, wenn sie sich in speziellen Schulungen pädagogische Fähigkeiten und die notwendigen Kenntnisse der Naturpädagogik angeeignet haben. Am Montag, 18. Juli 2016 konnten die Lehrgangsleiter Eva Jauch-Pagenstecher und Rainer Schall die Urkunden an 15 überglückliche und hoch motivierte Kursteilnehmer überreichen. Alle Teilnehmer hatten die Ausbildung in den vier Modulen über zwei Jahre hinweg durchgezogen. Der Landesjagdverband gratuliert den Absolventen herzlich und freut sich über den willkommenen Zuwachs im Kreis der engagierten Lernort Natur-Aktiven.

 

Zur Übernahme von ehrenamtlichen Aufgaben im Bereich Natur und der Wissensvermittlung, insbesondere für die Initiative  „Lernort Natur" ernennt der LJV-Naturpädagogen. 15 Kandidatinnen und Kandidaten absolvierten den ersten Jahrgang der zweijährigen Lehrzeit und Ausbildung. Die Naturpädagogen des LJV stehen mit Ihrer Qualifikation für Jäger mit besonderem Engagement. Als Basis für die Anerkennung setzt der Landesjagdverband die Ausbildung zum Jagdschein voraus. Jagdscheininhaber besitzen eine Basisausbildung in Wildbiologie, Wildtierkunde, Artenkenntnis heimischer Tiere und Pflanzen sowie Land- und Forstwirtschaft. Weitere Voraussetzung ist eine pädagogische Zusatzausbildung, die der LJV durch die Seminarreihe „Ausbildung zum Naturpädagogen des LJV (Modul I – IV)“ ab 2015 erstmals anbot. Durch Absolvierung eines Praxistages und einer praktischen Prüfung wird die Qualifizierung ergänzt und abgeschlossen.

 

Bei Waldtagen im Kindergarten, Schulunterricht im Freien und Ferienprogrammen, aber auch bei Führungen für Erwachsene sowie Veranstaltungen für Senioren oder Behinderte sind die „grünen Lehrer“ gefragt. Denen geht es nicht darum, zukünftige Jäger zu werben, sondern der fortschreitenden Naturentfremdung entgegenzuwirken: Kühe sind nicht lila, und das Reh ist nicht das Kind vom Hirsch. Naturpädagogen sind Botschafter der Jäger für Wild, Wald und Natur. Sie verkörpern durch Ihre Tätigkeit die ethische Verpflichtung der Jägerschaft für ein aktives und nachhaltiges Mitwirken an der Erhaltung unserer Umwelt durch die junge Generation.

 


Lernort Natur

 

Eine erschreckende Unkenntnis von Zusammenhängen in der Natur war Anlass dafür, dass die Jäger in Deutschland 1991 beschlossen, Schulen und Kindergärten ein erlebnisorientiertes Lernen direkt in Feld und Wald anzubieten. Die Wiege dieser Initiative stand in Baden-Württemberg. „Lernort Natur“ gehört zu den erfolgreichsten Initiativen der Naturpädagogik in Deutschland und wurde zweimal hintereinander als offizielles Projekt der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ anerkannt. Seit über 20 Jahren kämpfen Jäger gegen eine fortschreitende Naturentfremdung von Kindern und Jugendlichen. Heute gehen weit über 150.000 Kinder und Jugendliche jährlich mit Jägern auf die „Pirsch“. Für die Sommerferien 2016 sind viele der Veranstaltungen der Jäger schon wieder ausgebucht.

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