Allianz für Niederwild Allianz für Niederwild

Informationen zum Projekt

05.05.2017

Das Projekt „Allianz für Niederwild“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der LAZBW-Wildforschungsstelle Baden-Württemberg und des Landesjagdverbandes. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Bade-Württemberg.

Um Lebensräume im Offenland zu erhalten und zu verbessern wurde ein breites Bündnis von Jägern, Naturschützern, Landwirten, Grundeigentümern, Kommunen, Behörden und Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg geschlossen – eine „Allianz für Niederwild“.

Durch die landwirtschaftliche Nutzung entstand in Baden-Württemberg eine Kulturlandschaft, die reich an Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten ist. Die Landwirtschaft unterliegt  seit Jahrzehnten, in einer rasanten Geschwindigkeit,  tiefgreifend veränderten Rahmenbedingungen. Technischer Fortschritt, Globalisierung der Märkte und gestiegene Ansprüche beim Lebensstandard und im Verbraucherverhalten erzwingen eine Effizienzsteigerung der Bewirtschaftung. Dies bedroht die Lebensräume der Arten des Offenlandes. Eine kleinparzellierte, extensiv ausgerichtete Landwirtschaft, wie sie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts üblich war, gehört aber der Vergangenheit an. Die veränderten Rahmenbedingungen erfordern neue Ansätze für den Schutz von sensiblen Offenlandarten und deren Lebensräume.

Wir sehen im Erhalt und in der Schaffung von Rückzugsräumen in der Agrarlandschaft einen dringlichen, aber auch sehr erfolgsversprechenden Weg. Diese Lebensräume bieten den Offenlandarten Deckung und Nahrung. Ein dauerhafter Entzug aus der Bewirtschaftung, Nutzung oder Pflege dieser Lebensräume stellt dabei keine Lösung dar. Nutzungsgebote und -verbote schaffen weder Akzeptanz innerhalb der Landwirtschaft, noch werden sie den Artenverlust in der Agrarlandschaft nachhaltig bremsen.

Neben dem direkten Verlust von Rückzugsräumen verschärfen der hohe Prädatorendruck und der weiterhin hohe Flächenverbrauch durch Bau- und Infrastrukturmaßnahmen die Situation zusätzlich. Jeder versiegelte Hektar entzieht Lebensräume und erhöht den Druck auf den verbliebenen Flächen. Wir arbeiten gemeinsam für artenreiche Lebensräume im Offenland. Dabei haben wir die wirtschaftlichen Realitäten der Landwirte fest im Blick. 

Was wird gemacht?

Im weiteren Verlauf des Projekts sollen ein intensiver Wissenstransfer und Kooperationen zwischen allen handelnden Akteuren entstehen. Zur zielgerichteten Umsetzung von Maßnahmen werden bestehende Agrarförderprogramme im Rahmen der bisherigen Möglichkeiten bewertet und Handlungsempfehlungen zur Optimierung und  Weiterentwicklung formuliert. Für die Praxis soll bis 2018 ein Beratungshandbuch für Jäger, Landwirte, Naturschützer und weitere Akteure erarbeitet werden, das praxistaugliche Maßnahmen und deren Umsetzung vorstellt. Darüber hinaus sollen ein bis zwei Modellregionen eingerichtet werden, in Welchen die Akteure vor Ort intensiv unterstützt werden und gezielt Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung durchgeführt werden. Andere lokale Niederwildinitiativen werden beratend unterstützt und erhalten zudem durch den Landesjagdverband Zuschüsse bei der Saatgutbeschaffung und beim Fallenerwerb.

 

 

 

Kontakt: 

 

Wildforschungsstelle (LAZBW)

Jens Mück

Lehmgrubenweg 5

88326 Aulendorf

Tel: +49 (0) 7525 942-354

Mail: Jens.Mueck@lazbw.bwl.de

Web: www.lazbw.de  

 

Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V.

René Greiner

Felix-Dahn-Straße 41

70597 Stuttgart

Tel: 0711 268436 – 23

Mail: greiner@landesjagdverband.de

Web: www.landesjagdverband.de