ASP: Zentrale Forderungen des LJV erfüllt

Aussetzung der Jagdruhezeit, bessere Wildbretvermarktung und finanzielle Anreize für Jäger - Minister Peter Hauk hat am Freitagvormittag sein 12-Punkte-Maßnahmenpaket zur ASP-Prävention vorgestellt.

09.02.2018

Minister Peter Hauk hat am heutigen Freitag den 12-Punkte-Plan zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest vorgestellt. "Wir halten die Maßnahmen für einen Schritt in die Richtung", erklärte Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann im Anschluss. Er befürwortet vor allem die Aufhebung der Jagdruhezeit und des Kirrverbots im März und April - auch wenn dies vorerst nur für 2018 gilt. Der Verband verspricht sich, dass dadurch mehr Wildschweine erlegt werden. Auch

  • die Einrichtung von mehr Verwahrstellen,
  • die Beseitigung von Bejagungsbeschränkungen in Schutzgebieten,
  • die Unterstützung der Wildbretvermarktung und
  • die geplanten Investitionshilfen für Jagdreviere

werden begrüßt.

 

Erfreulich ist zudem die Ankündigung von Minister Hauk, dass die Jäger bei verschiedenen Gebühren entlastet werden sollen, zum Beispiel bei der Trichinenuntersuchung oder verkehrsrechtlichen Anordnungen (wenn etwa bei Drückjagden Verkehrsschilder aufgestellt werden müssen). Der Landesjagdverband hatte dies im Vorfeld gefordert. Da diese Gebühren auf kommunaler Ebene, also bei den Landkreisen und Städten, entrichtet werden müssen, will das Ministerium hier aktiv auf die Kommunen zugehen und finanzielle Anreize bieten. 

 

Positiv zu bewerten sind auch die Pläne des Ministeriums, Landwirte besser über das Anlegen von Bejagungsschneisen zu informieren. Solche Schneisen ermöglichen dem Jäger, das Schwarzwild im Feld besser zu bejagen. Was viele Landwirte bisher nicht wissen ist, dass die Schneisen ohne Verlust von europäischen Fördermitteln angelegt werden können. Darüber will das Ministerium nun verstärkt informieren. "Nur wenn Landwirte und Jäger an einem Strang ziehen, können wir Schwarzwild wirkungsvoll bejagen", so Friedmann.

 

Auch Nachtzieltechnik soll nach den Plänen von Hauk kurzfristig und zeitlich begrenzt zum Einsatz kommen. Dies soll in Form von Nachtzsichtvorsätzen und -aufsätzen im Rahmen jagdbehördlicher Beauftragung bestimmter Jäger geschehen. Der Einsatz wird innerhalb des Verbandes durchaus kontrovers diskutiert. Nachtzieltechnik kann ein Baustein zur Bestandesreduktion sein, er sollte sich aber ausschließlich auf Schwarzwild beschränken. Anwender sollten sich im Klaren darüber sein, dass die Ausdehnung der nächtlichen Bejagung eine zusätzliche Beunruhigung von Wildlebensräumen mit sich bringt.

 

Saufänge sieht der Landesjagdverband mit einer gewissen Skepsis. Er will aber die vom Land angekündigten Pilotversuche zum tierschutzgerechten Fang und zur Tötung von gefangenen Tieren für eine abschließende Beurteilung abwarten. "Wir erwarten, dass das Land die Versuche transparent macht und ergebnisoffen evaluiert."

 

Der Landesjagdverband ruft die Jägerinnen und Jäger im Land dazu auf, die Seuchenprävention durch intensive, aber tierschutzgerechte Bejagung von Schwarzwild engagiert zu unterstützen. 

 

 

Erstellt am 09.02.2018
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