Vielfältiges Leben blüht von Jägerhand Artenschutzprogramm

Ergebnisse des Artenschutzprogramms 2015 des Landesjagdverbandes

  • Häufiger Besucher der Einsaatmischungen: der Stieglitz

    Häufiger Besucher der Einsaatmischungen: der Stieglitz

07.12.2015

Für 2015 zieht der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) ein positives Ergebnis seines Artenschutzprogramms. Auf einer Gesamtfläche von 400 Hektar, das entspricht der Größe von 560 Fußballfeldern, haben Jäger und Landwirte gemeinsam durch verschiedene Blühmischungen Lebensräume für Insekten, Vögel und Wildtiere geschaffen.

 

„Wir können aus den vorliegenden Zahlen eine erfreuliche Bilanz für 2015 ziehen“ sagt Jochen Sokolowski, der beim LJV das Artenschutzprogramm verantwortet. „Dass unser Artenschutzprogramm die Vorjahreszahlen sogar noch steigern konnte, verdanken wir der guten Zusammenarbeit von Landwirten und Jägern vor Ort. Mit diesem Ergebnis war nicht zu rechnen, da die Umstellung auf die Vorgaben der neuen Agrarpolitik für die Landwirte in diesem Jahr ganz neue Rahmenbedingungen bedeutete.“, so Sokolowski. Der LJV bietet Landwirten artenreiche Blühmischungen kostenlos an, um nahrungs- und insektenreiche Lebensräume für Wildtiere in der Feldflur und in den Mittelgebirgslagen anzulegen. Die beiden so genannten Offenlandmischungen wurden speziell für die Feldflur konzipiert und machen mit rund 320 Hektar Fläche den Schwerpunkt des Programms aus. Die Jäger brachten 4.265 kg Saatgut an die Landwirte, 575 kg mehr als 2014. Bei den so genannten Dauerwildwiesenmischungen für Schwarzwald und Odenwald waren es 2.060 kg (330 kg weniger als 2014), die für rund 80 Hektar Fläche ausreichen.

 

Neben dem besonders wichtigen Insektenreichtum fördern die eingesäten Flächen auch Vogelarten die vom Samenreichtum profitieren wie Bluthänfling, Distelfink, Goldammer und auch Dorngrasmücke und Braunkehlchen, die Insektennahrung benötigen. Solche brauchen besonders auch die Küken von Rebhühnern und Fasanen, die zudem in der deckungsreichen Vegetation der Blühstreifen sichere Rückzugsgebiete finden. Auch der Feldhase findet Nahrung und Deckung in diesen Flächen. „Für uns ist das Artenschutzprogramm ein Angebot an Landwirte, Wildtieren in der Feldflur zu helfen und gemeinsam die biologische Vielfalt zu fördern. Dieses Ziel gibt auch die neue gemeinsame europäische Agrarpolitik vor.

 

Mit unseren Blühmischen können Landwirte Auflagen der EU zum Greening erfüllen, wir beraten sie gerne.“, sagt Klaus Lachenmaier, Naturschutzreferent und Wildbiologe beim LJV. Die ersten Auswertungen zeigten, dass Landwirte im ersten Jahr insgesamt noch wenig Gebrauch von Pufferstreifen gemacht haben (0,3% der Fläche). Besonders beliebte Greeningmaßnahmen waren Anpflanzung von Zwischenfrüchten und Eiweißpflanzen (zusammen 85%) und Brache (11%), welche alle auch positive Auswirkungen auf Vögel und Wildtiere mit sich bringen. „Wir hoffen auf einen kleinen Greening-Effekt in der Fläche, müssen dafür aber noch deutlich mehr erreichen. Mit einer Allianz für das Niederwild in Zusammenarbeit mit den Landwirten haben wir uns das zum Ziel gesteckt.“, so Lachenmaier.

 

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg ist Mitglied im Netzwerk Lebensraum Feldflur. Mehr Informationen dazu unter: lebensraum-brache.de