Wildtiere in der Stadt Wild und Natur

Fragen von Bürgern live im Radio

LJV-Experte Klaus Lachenmaier beantwortete Fragen in SWR2 Tandem

24.02.2016

"Wildtiere in der Stadt - was sollen wir tun?" lautete der Titel einer 40-minütigen Livesendung in SWR2 Tandem. Wildtiere kommen vermehrt in Siedlungsräume und bereiten Bürgern Sorgen. Tiere lernen, in der Stadt lässt es sich gut leben. Was wir tun dürfen und nicht tun dürfen, darauf antwortet Klaus Lachenmaier, Diplom Biologe und Artenschutzreferent des Landesjagdverbandes Baden-Württembergs und Mitglied der Geschäftsstelle in Stuttgart.

 

Zum podcast der Sendung SWR2 Tandem hier.

 

Ab Anfang März suchen Steinmarder nach einem geeigneten Unterschlupf zur Aufzucht ihrer Jungen. Warme Dachböden oder die trockene Gartenlaube bieten einen idealen Standort. Für den Bau der Nester nutzen die Kulturfolger oftmals Steinwolle, Karton oder Fleecestoffe - und beschädigen Motorräume von Autos ebenso wie die Dachdämmung. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hilft dabei, wilde Situationen in Haus und Garten zu meistern. Das neue DJV-Video und die Broschüre „Wildtiere in der Stadt“ geben weitere praktische Tipps zum Umgang mit dem unerwünschten Besucher.

 

Zum Video Steinmarder hier.

 

Zur Broschüre Wilde Wohngemeinschaften hier.

 

Der Umgang mit Wildtieren in der Stadt stellt betroffene Bürger und die zuständigen Behörden vor einige Herausforderungen. Anfragen bei Jägern, Jägervereinigungen und beim Landesjagdverband betreffen oft die besonders problematischen Tierarten, bei denen ein Eingreifen durch Wegfang oder Abschuss gewünscht wird. Oft kann keine einfache Abhilfe angeboten werden. Bei Behörden stoßen Betroffene auf sehr verschiedene Auskünfte und Herangehensweisen, sie werden weiterverwiesen oder bleiben ohne zufriedenstellende Hilfe. Die aktuelle Rechtslage und die Verwaltungsstrukturen sind nicht auf diese Problemlage ausgelegt. Dies führt zu sehr vielen unterschiedlich organisierten örtlichen Lösungsansätzen, die sich oft an pragmatischen Erfordernissen orientieren.

 

Ein Vorschlag zum künftigen Umgang mit Wildtieren, für ein städtisches Wildtiermanagement könnte eine zentrale Anlaufstelle für Bürger einer Gemeinde sein, die zunächst die wichtige Aufgabe der Beratung und Information zu leisten hätte. Eine ideale Einrichtung zum Wildtiermanagement hätte darüber hinaus wesentliche weitere Befugnisse aus den verschiedenen berührten Rechts- und Verwaltungsbereichen mit einem umfangreichen und flexiblen Spektrum an Managementinstrumenten, um ein wildtier- und bürgerfreundliches städtisches Wildtiermanagement zu implementieren.

 

Als besonders geeignete Grundqualifikation ist dafür ein Ausbildungslehrgang zum Jagdschein zu empfehlen, der neben dem Grundlagenwissen über die Tierarten auch wichtige Inhalte zu Wildtierkrankheiten und dem unübersichtlichen Rechtsumfeld, also dem Paragrafendschungel, liefert. Bereits ausgestattet mit diesen Grundkompetenzen, können Jäger sachkundige Partner der Behörden sein.