Weiher und Moorflächen bei Kißlegg im Allgäu

Feuchtbiotop statt Fichtenforst – Das Finkemoos bei Kißlegg im Allgäu

Das Landschaftsbild im Westallgäuer Hügelland wird geprägt durch Wiesen und Weiden, in die Weiher, Röhrichte, Moore und Streuwiesen als wertvolle Lebensräume eingebettet sind. Viele solcher „Kleinode“ wurden in den vergangen Jahrzehnten bereits unwiederbringlich zerstört, die noch vorhanden sind durch Nährstoffeinträge, Nutzungsintensivierung oder Aufgabe der Nutzung bedroht.

 

Ausgangszustand

Das Finkenmoor ist ein abgetorftes Hochmoor. Die ehemaligen Torfstiche waren teils als Weiher aufgestaut und intensiv fischereilich genutzt, teils mit Fichten aufgeforstet und verbuscht. Artenreiche Streuwiesen und hochwertige Kleinseggenriede waren nur als Restflächen vorhanden. 

Die noch bestehenden Biotope wurden durch weitere Aufforstungen und fortschreitende Sukzession zerstört und entwertet. Zudem verschlechterten sich die Lebensbedingungen von Amphibien, Wat - und Wasservogelarten durch intensive Teichwirtschaft.Ziele

Aufgrund dieses Ausgangszustands formulierte die NATURLAND folgende Ziele für das Gebiet:

- Umgestaltung des Gebiets zu einem vielfältigen Mosaik von Nass- und Feuchtlebensräumen

- „Freilandlabor“ für die Untersuchung angewandter Fragestellungen zur Feuchtgebiets- und Wasservogelökologie


Maßnahmen

Diese Ziele sollten durch die folgenden fünf Maßnahmen erreicht werden:

- Erwerb von 20 Hektar

- An bestehenden Weihern: Extensivierung der Fischereiwirtschaft, Schaffung von Flachwasserzonen, Modellierung von Inseln, Entbuschung der Dämme

- Neuanlage reich strukturierter Flachgewässer nach großflächiger Ausstockung von Fichten

- Umwandlung von Fichtenforst in naturnahen Moorbruchwald durch natürlich Sukzession

- Pflege der Streuwiesen

 

Ergebnis

Durch Gestaltungsmaßnahmen und konsequente Pflege entwickelte sich das Gebiet in wenigen Jahren zu einem hochwertigen Mosaik verschiedener Feuchtlebensräume mit einer artenreichen Tier- und Pflanzenwelt (u.a. Nachweis von 11 Amphibien- und Reptilienarten, sowie über 20 Libellenarten). Seltene Vogelarten wie Schwarzhalstaucher, Purpur- und Nachtreiher, Schwarzstorch und Fischadler sind regelmäßig als Zuggäste zu beobachten.

Zurück zur Übersicht