Was ist Jagd?

Jagd ist Natur- und Tierschutz in bestem Sinne. Unsere Biotop- und Wildtierhege kommt der Natur zugute, nicht nur den jagdbaren Tieren, und sie ist mit dem flächendeckenden Jagdmanagement der wirksamste Schutz, den man geben kann. Die Art und Weise, wie wir die Jagd ausüben, berücksichtigt tierschützerische Gesichtspunkte.

  • Foto: Erich Marek

    Foto: Erich Marek

Jagen ist aber auch ein altes und auf den heutigen Stand fortentwickeltes Handwerk, das Kenntnisse und Fähigkeiten, Erfahrung und Fortbildung erwarten lässt. Dies zeigt sich vom Nachstellen bis zur Wildbretversorgung. Es gibt einen guten Grund für das Niveau unserer Jägerprüfung; diese rechtfertigt auch unsere handwerkliche Tätigkeit.

Schließlich ist Jagd auch Eigentumsnutzung, wie jede andere Landnutzung auch. Wir stehen deshalb in der Verantwortung gegenüber den Grundstückseigentümern und partizipieren an deren Eigentumsgarantie, die enteignende Eingriffe nicht zulässt.

Jagen heißt aber auch Beschaffen von Lebensmitteln mit der entsprechenden Verantwortung. Die an uns gerichteten Anforderungen bei der Wildbrethygiene sind deutlich dargelegt.

Gleichzeitig arbeiten wir mit einem auf uns überkommenen und für die heutige Situation weiterentwickelten Kulturgut, das es zu bewahren gilt. Dies gilt nicht nur für die Erinnerung an Jagdgeschichte oder Jagdhornblasen, wir gehen bei unserer Aufgabe mit den auf uns überkommenen Kulturgütern um und haben die Verpflichtung, diese zu bewahren und weiterzugeben.

Schließlich hat die Jagdausübung aus meiner Sicht noch eine sehr wirksame soziale Funktion. Wichtig ist nicht, aus welchem Bereich die einzelnen Jäger kommen und welche unterschiedlichen Neigungen und Möglichkeiten sie mitbringen. Sie üben dies gemeinschaftlich, in unterschiedlichen Funktionen, aber nach ihren Befähigungen gleichberechtigt aus. Dies macht dann aus dem Jagdscheininhaber einen Jäger.

Dr. Dieter Deuschle, Ehrenlandesjägermeister

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