Die Zukunft des Wappentiers – ein Lösungsansatz

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Über kaum eine Wildart wird derzeit mehr im Land diskutiert, als über das Rotwild. Um wissensbasierte Lösungsansätze im Umgang mit dieser faszinierenden Wildart aufzuzeigen, hat der Landesjagdverband BW (LJV) die Abgeordneten des Ausschusses für ländlichen Raum des Landtags heute ins Rotwildgebiet im Württembergischen Allgäu eingeladen.

Unter fachkundiger Führung der Verantwortlichen vor Ort wurde die Rotwildbewirtschaftung und die Forstwirtschaft im Gebiet vorgestellt. „Durch Ruhe und Nahrungsflächen, eine angepasste Jagdstrategie und eine Forstwirtschaft, welche die Anwesenheit des Rotwildes als Standortfaktor mitdenkt, gelingt hier Waldbau mit Naturverjüngung – auch mit Rotwild“, fasste der für das Gebiet zuständige Bezirksjägermeister Peter Lutz die Situation zusammen.

Die Exkursion führte über mosaikartig im Gebiet verteilte Nahrungsflächen, üppige Buchen-Naturverjüngung im Steilhang und forstliche Maßnahmen bis auf die Höhenzüge des württembergischen Allgäus. Besonders eindrucksvoll dabei: Die Vorführung der Holzbergung im Steilhang mit einer Seilbahn. Die Teilnehmenden der Exkursion bekamen so einen Eindruck, wie mittels Durchforstung und das Schaffen von lichten Strukturen auch in schwierigem Gelände die Nahrungsverfügbarkeit für Rothirsche verbessert und gleichzeitig ein gesunder Mischwald durch Naturverjüngung aufgebaut werden kann. Das FVA-Wildtierinstitut öffnete den Blick ins Land und berichtete über die derzeitige Situation des Rotwildes in Baden-Württemberg sowie die aktuell laufenden Forschungsprojekte zum Management dieser Wildart.

Die Exkursion lieferte wichtige Impulse für die Abgeordneten zur Weiterentwicklung des Rotwildmanagements ab 2023. Im kommenden Jahr sollen zudem die Arbeiten des FVA-Wildtierinstituts als Entscheidungsgrundlage abgeschlossen sein. Für den LJV ist bereits jetzt klar: Zur Sicherung der genetischen Vielfalt des Rotwildes sowie seiner ökologischen Funktionen in unserer Landschaft, müssen die Rotwildvorkommen in einen funktionalen Verbund gebracht werden. Und überall dort wo Rotwild vorkommt, muss es artgerecht bewirtschaftet werden. Dann profitieren das Wappentier und der Waldbau. Dass es geht, zeigt das Beispiel aus dem württembergischen Allgäu.

(Stuttgart / Isny im Allgäu, 10. Oktober 2022)