Gedränge am Getreidemarkt

Die Preise explodieren und wir fragen uns, wo das hinführen soll. Wovon hängen die Getreidepreise ab und wie tief müssen Sie wirklich in die Tasche greifen? Wir haben bei unserem Landesobmann für Wildschadensangelegenheiten nachgefragt.

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Wer in den vergangenen Wochen Mais bestellt hat, um seine Kirrung zu bestücken, dem ist wohl kurz mulmig geworden, als er den Preis gehört hat. Nachdem die Pandemie bereits wirtschaftliche Veränderungen mit sich gebracht hat, wird auch der russische Angriffskrieg in der Ukraine seine Spuren in der Landwirtschaft hinterlassen. "Schätzungsweise zwei Drittel der ukrainischen Ackerflächen bleiben unbestellt“, sagt Simon Metz – Landesobmann für Wildschadensangelegenheiten beim Landesjagdverband Baden-Württemberg.

Die Ukraine ist einer der Hauptgetreidelieferanten. Das Resultat: Die weltweite Versorgungslage von Getreide ist eng und der Import aus Russland ungewiss. Hinzu kommt, dass die Energiekosten steigen und die Mineraldüngerpreise ein Rekordhoch erreicht haben. "Im März sind die Preise für Körnermais in nur drei Wochen um fast 50 Prozent gestiegen“, sagt Metz und beruft sich auf die Zahlen von www.agrarmaerktebw.de. "In den vergangenen Jahren lag der Preis nie über 260 Euro pro Tonne Mais mit dem Kriegsausbruch stieg er auf knapp 400 Euro.“

Ähnlich sieht es bei den Dünger- und Grünlandpreisen aus. Der massive Anstieg der Kraftstoffpreise, den wir wir alle direkt erfahren haben, macht sich auch in der Landwirtschaft bemerkbar. Eine Maschinenstunde für einen Schlepper mit 100 Pferdestärken lagen in der Vergangenheit bei 37  Euro pro Stunde, heute sind es 47  Euro. "Diese ganzen Kosten müssen die Landwirte umlegen und spiegeln sich deshalb im Getreidepreis wider. Vielleicht helfen die Zahlen, ein wenig Verständnis aufzubringen“, erklärt Metz

Zusammenarbeit gefragt

Den Landwirten wäre es sicher auch lieber, wenn sie uns Jägern den Mais günstiger veräußern könnten, aber die steigenden Ausgaben lassen ihnen keine andere Wahl. Wir können hier jedoch unterstützen und ggf. auch davon profitieren. Anstatt die Drohnen nach der Kitzrettungssaison einzumotten, kann der kleine fliegende Helfer – so es die Fördermaßnahmen erlauben – zum Abschätzen des Wildschadens, aber auch zum Bestätigen von Schwarzwild genutzt werden.

Deshalb unser Apell: Treten Sie mit Vertretern der Landwirtschaft in Kontakt und reden Sie miteinander, nicht übereinander. Wer weiß, vielleicht wird Ihre neue Währung demnächst Wildbret. Eine Schwarzwildkeule gegen Mais. Dabei zeigen Sie dem Landwirt gleich, dass Sie etwas gegen den Wildschaden getan haben und er hat noch einen feinen Gaumenschmaus, der sicher zum guten Verhältnis beiträgt.

Hier können Sie sich Orientierungswerte zu den Preisen abrufen, die in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden.

Workshop - Online Veranstaltung
DROHNENEINSATZ ZUR UNTERSTÜTZUNG DER WILDSCHADENSSCHÄTZUNG
6. Juli 2022 19 bis 20:30 Uhr

1. Vor- und Nachteile Wildschadensbegutachtung aus der Luft
2. Erstellung eines Standbildes (Orthofoto) und Einlesen in ein Vermessungsprogramm (QGIS Freeware)
3. Drohnenbilder aufnehmen und speichern
4. Verwendungsmöglichkeiten der gewonnenen Daten

Referenten: Simon Metz, Andreas Elliger (LAZBW), Anmeldung: bis 26. Juni 2022 unter: wildschaden@ljv-bw.de

Hier geht es zum Termin.