Nächtliche Ausgangssperren und Jagd

Erstellt am 07.12.2020

Die nächtlichen Ausgangssperren, die derzeit in Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen (> 200 Infizierte/100.000 Einwohner) erlassen werden, sind Bestandteile von Allgemeinverfügungen der jeweiligen Städte oder Landkreise. Sie gehen über die allgemeinen Regelungen auf Bundes-und Landesebene hinaus.

Jagdliche Betätigungen, z.B. Schwarzwildbejagung oder Wildunfälle sind von einer Sperre zwischen 21 und 5 Uhr betroffen.

Leider können weder MLR noch LJV Ausnahmen von Allgemeinverfügungen erwirken, das müssen die Jägervereinigungen in den betroffenen Bereichen machen.

Der Landesjagdverband ist der Meinung, dass die o.g. jagdlichen Betätigungen wichtig sind und deshalb von der Ausgangssperre ausgenommen werden müssen. Schon während des ersten Lockdowns hatten Bundesministerien Jagd als systemrelevant eingestuft.

Die Stadt Mannheim, die als erste eine Ausgangssperre in Baden-Württemberg verfügt hat, hat übrigens in unserem Sinne positiv reagiert:

"Die Ausübung der Jagd ist auch im Zeitraum der Ausgangsbeschränkung zugelassen, da es sich um die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit handelt. Insbesondere muss in Fällen, in denen der Jäger über kranke, verletzte oder sonstige Tiere in Not informiert wird, diese Gefahr abwenden können. Die Schwarzwildjagd ist zur Tierseuchenprävention (Afrikanische Schweinepest) weiterhin erforderlich."

Inzwischen hat auch der Landkreis Calw mit einer ähnlichen Begründung eine Ausnahme von der Ausgangssperre für jagdliche Tätigkeiten erlassen. 

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