Marder sorgt bei Autofahrern für viel Unmut

Steinmarder haben es besonders oft auf Zündkabel, Kühlwasserschläuche oder Antriebs- und Lenkmanschetten abgesehen. Bundesweit richten sie dabei Schäden in Millionenhöhe an.

  • Grafik: DJV

    Grafik: DJV

Erstellt am 26.07.2017

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zählte 2015 bundesweit 207.000 Schadensfälle, verursacht durch Marder. Dabei richteten sie einen Schaden von rund 63 Millionen Euro an. Im Vergleich zu 2014 sank die Anzahl gemeldeter Schadensfälle um rund vier Prozent. Wir empfehlen Autofahrern deshalb, auf Warnsignale wie herumliegende Gummi- und Kabelteile oder ausgelaufene Flüssigkeit zu achten. Wenn Marderschäden rechtzeitig erkannt werden, kommt in der Regel die Teilkaskoversicherung für die Schäden auf. Folgekosten, die durch einen Unfall entstehen, deckt nur eine Vollkaskoversicherung ab.

 

Besonders vor und während der Paarungszeit – Ranzzeit genannt – im Juli und August verteidigen Steinmarder ihr Revier gegen Rivalen. Auch Autos werden von ihnen als Speisekammer, Schlafplatz oder Aussichtsplattform aktiv in das eigene Revier integriert. Riecht es nach vermeintlichem Konkurrenten, greift der Marder alle Autoteile an, die nach dem Nebenbuhler duften. Weibliche Marder, auch Fähen genannt, zeigen ebenfalls solch ein aggressives Verhalten Konkurrenten gegenüber. Besonders Betroffen sind deshalb Berufspendler, die - ohne es zu wissen - ihr Auto in verschiedenen Marderrevieren parken.

 

Ein Patentrezept zur Marderabwehr gibt es nicht, zumal oft bereits nach kurzer Zeit Gewöhnungseffekte einsetzen. Maschendraht unter dem Motorraum, Geruchsprays oder Ultraschallgeräte haben sich als Vorsichtsmaßnahmen oft bewährt. Zudem helfen regelmäßige Motorraumwäschen zur Beseitigung von Duftmarken der Steinmarder. Steinmarder sind Kulturfolger, sie fühlen sich also auch in der Nähe des Menschen wohl. Informationen, welche Maßnahmen gegen Marder im Haus und Auto helfen, sind in der vom Deutschen Jagdverband herausgebrachten Broschüre „Wilde Wohngemeinschaft – Wildtiere in der Stadt und ihre Folgen“ zu finden. Die Broschüre gibt es zum Herunterladen oder imDJV-Shopzu bestellen. Auf dem DJV-Youtube-Kanal finden Interessierte außerdem kurze Animationsfilme zum Umgang mit Steinmardern und anderen Kulturfolgern wie Waschbär, Fuchs und Wildschwein.

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