Rekord-Jagdbilanz für Wildschweine

Rund 78.000 Wildschweine haben Baden-Württembergs Jäger in der Saison 2017/18 erlegt. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Die mögliche Einschleppung des ASP-Virus lässt sich aber am besten durch mehr Biosicherheit an Verkehrswegen verhindern.

Erstellt am 24.09.2018

Die Jäger haben in Deutschland in der Saison 2017/18 (1. April bis 31. März) mehr als 820.000 Wildschweine erlegt. Das ist das höchste, jemals erzielte Ergebnis. Gegenüber dem Vorjahreswert entspricht dies einer Steigerung von knapp 40 Prozent. Diese vorläufigen Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute nach einer ersten Auswertung der Jagdergebnisse aus den Bundesländern vorgelegt.

 

In Baden-Württemberg liegen bereits endgültige Zahlen vor: Rund 78.000 Tiere wurden im vergangenen Jagdjahr erlegt. Gegenüber dem Jagdjahr 2016/17 entspricht das einer Steigerung um 71 Prozent. „Die Jäger haben ihre Hausaufgaben mit Blick auf die drohende Afrikanische Schweinepest gemacht", kommentiert Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann die Zahlen. „Die Jäger haben politische Forderungen eindrucksvoll umgesetzt."

 

Leben weniger Schweine pro Fläche, breitet sich das Virus auf natürliche Weise langsamer aus. Das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wird allerdings nachweislich durch Menschen innerhalb kürzester Zeit über hunderte Kilometer verschleppt. Ein achtlos entsorgtes Stück Salami oder Schinken von einem erkrankten Schwein reicht hierfür aus. Die natürliche Verbreitung über Wildschweine liegt lediglich bei maximal 20 Kilometern pro Jahr. Um eine Einschleppung nach Deutschland und eine Verbreitung der Tierseuche möglichst zu verhindern, sei mehr Biosicherheit an Bahnhöfen, Parkplätzen und Grenzübergängen notwendig, sagte DJV-Vizepräsident und Veterinär Dr. Wolfgang Bethe. Dazu gehörten verschließbare Abfallbehälter an Rastplätzen, wildschweinsichere Zäunungen und Aufklärung von Reisenden.

 

Nach Angaben der Tierärztlichen Hochschule Hannover benötigen Jäger im Schnitt mindestens 20 Stunden, um ein Wildschwein zu erlegen. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der erlegten Tiere im vergangenen Jagdjahr haben Deutschlands Jäger mindestens 16,4 Millionen Stunden ehrenamtlichen Einsatz im Sinne der Seuchenprävention geleistet. Das entspricht bei Mindestlohn einer monetären Leistung von knapp 145 Millionen Euro.

 

Der DJV appellierte an die Jäger in Deutschland, Wildschweine weiterhin intensiv zu bejagen und insbesondere junge Tiere unter zwei Jahren zu erlegen. Sie sind mit deutlich mehr als 50 Prozent an der Fortpflanzung beteiligt. Die Reproduktionsrate liegt bei Wildschweinen wegen der guten Ernährungssituation bei etwa 250 Prozent: Wo heute 100 Wildschweine leben, wären es ohne Jagd im Folgejahr 350 Tiere. Erfahrungsgemäß schwanken die Abschusszahlen von Jahr zu Jahr stark. Witterung und Nahrungsverfügbarkeit beeinflussen den Jagderfolg maßgeblich.

 

 

 

Erstellt am 24.09.2018
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