Wildtierforum Teil 3

Ganzheitliches Wildtiermanagement

Erstellt am 11.12.2020

Blickfeld erweitern, Wildtiermanagement ganzheitlich denken und steuern

Der Landesjagdverband BW spricht sich für ein ganzheitliches Wildtiermanagement in Baden-Württemberg aus, das Artenschutz und Wildtiermanagement gleichwertig berücksichtigt. „Wildtiermanagement ist kein moderner Ersatzbegriff für Jagd“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann, „Jäger können Artenschutz, aber Eingriffe und Steuerung sind auch zugunsten seltener Arten oft nötig.“
Durch die Darstellung unterschiedlicher Standpunkte werde der häufige Blasen-Effekt beim Wildtierforum vermieden sagte Dr. Rudi Suchant von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt. Das UM informierte über das Wolf- und Bibermanagement des Landes. Friedmann forderte das Umweltministerium (UM) auf, die Zusammenarbeit in einem geplanten Projekt zum Biber besser abzustimmen und transparenter zu machen.
„Die Ressourcen für Wildtiere sind hoch, wenn die Politik es will“, stellte Dr. Friedmann fest. Er forderte eine zügige Verbesserung der Situation des Rotwildes in Baden-Württemberg. „Lösen Sie die Bremsen“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann am Montag an die Adresse des Ministeriums Ländlicher Raum und Verbraucherschutz.
Die Diskussion der wissenschaftlichen Beiträge beim Wildtierforum Baden-Württemberg während des ersten Teils zeigte vor allem Handlungsbedarf bei der genetischen Vielfalt der Wildart auf. Die Eignung von Rotwild als Landschaftspfleger im Grünland kam bei der Tagung ebenso zur Sprache wie die Situation der Waldbesitzer.
Rotwild ist in Baden-Württemberg auf fünf Gebiete auf vier Prozent der Landesfläche gesetzlich beschränkt. Damit liegt Baden-Württemberg auf dem letzten Platz der vom Rotwild besiedelten Flächenanteile der Bundesländer. „Als Schlusslicht kann man aber nicht wegweisend sein,“ so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann, „der Kompromiss Rotwildgebiete war 1958 zeitgemäß, das jahrzehntelange Einsperren hat aber arten- und tierschutzrelevante Konsequenzen.“
Die angenehm sachliche Diskussion der wissenschaftlichen Beiträge auch am Mittwoch zeigte vor allem Handlungsbedarf bei der Forschung zum Einfluss von Wölfen auf das Schalenwild auf.
Der Landesjagdverband BW spricht sich für eine Berücksichtigung der Interessen von Landnutzern und Jägern beim Wolfsmanagement in Baden-Württemberg aus. „Nehmen Sie die Betroffenen beim Wolfsmanagement mit“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann an die Adresse des Umweltministeriums. „Weitblick ist für das Wolfsmanagement essentiell. Bei derzeit rund 1.800 Wölfen in Deutschland und wachsender Population ist der Informationsbedarf enorm.“
Das Wildtierforum Baden-Württemberg 2020 behandelte am Montag 7.12.2020, Mittwoch 9.12.2020 und Freitag 11.12.2020 in ca. 2,5 Stunden jeweils einen Themenblock des Tagungsthemas „Rotwild, Wolf und ganzheitliches Wildtiermanagement“.

 

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