Neue Kormoranverordnung in Kraft

Seit 21.7.2010 gilt in Baden-Württemberg eine neue Kormoranverordnung, die die Vergrämung von Kormoranen künftig weniger bürokratisch handhabt. Wesentliche Punkte der Neuregelung sind im Folgenden zusammengefasst.

  • Bild: Lachenmaier

    Bild: Lachenmaier

Art der Gewässer 

Bisher war eine Vergrämung nur an von der zuständigen Behörde vorher genehmigten Gewässern möglich. Künftig gibt es grundsätzlich keine Beschränkung mehr auf durch Allgemeinverfügungen festgelegte Gewässer und Gewässerstrecken. 

Das Töten von Kormoranen ist grundsätzlich an allen Fließ- und Stillgewässern, sowie Teichanlagen und in einem Abstand von 200 Meter hierzu zulässig, solange Schäden nicht dauerhaft durch andere, nicht tödliche Vergrämungsmaßahmen abgewehrt werden können. 

Ausgenommen sind wie bisher alle Gewässer in Naturschutzgebieten, Kernzonen von Biosphärengebieten, Naturdenkmalen, Vogelschutzgebieten und befriedeten Bezirken. Hier sind Vergrämungsabschüsse weiterhin nur im Rahmen von Ausnahmeregelungen möglich.

 

 

 

Abschusszeitraum 

Vergrämungsabschüsse können vom 16. August bis 15. März, von eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang bis eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang durchgeführt werden. Damit sind auch Vergrämungsabschüsse möglich außerhalb der Jagdzeit unserer jagdbaren Wasserwildarten. 

Wie bei der Wasserwildjagd müssen bei Jagd mit der Flinte an Gewässern nicht-bleihaltige Schrote verwendet werden.

 

 

 

Berechtigter Personenkreis

Eine wesentliche Neuerung betrifft den Personenkreis, der berechtigt ist, Vergrä-mungabschüsse zu tätigen.

 

1. Wie bisher abschussberechtigt sind Jagdpächter und mit deren Erlaubnis auch Jagdgäste. 

 

2. Neu ist, dass an Teichanlagen auch deren Betreiber Kormorane „letal vergrämen“ dürfen, wenn sie im Besitz eines gültigen Jagdscheins sind (auch wenn sie dort nicht Revierpächter oder Jagdgast sind) oder wenn sie als Nichtjagdscheininhaber über einen Sachkundenachweis und über die notwendige waffenrechtliche Erlaubnis nach § 10 WaffG verfügen.

 

3. Auch bei allen übrigen zulässigen Gewässern können Personen, die keinen Jagd-schein haben, aber über die notwendige Sachkunde und die waffenrechtliche Erlaubnis nach § 10 WaffG verfügen, Vergrämungsabschüsse im Rahmen der Kormo-ranverordnung durchführen. Dies ist aber nur insoweit zulässig, wenn sie dazu die Erlaubnis des zuständigen Jagdpächters haben. 

 

 

Wir empfehlen deshalb allen Jagdpächtern in Revieren mit Kormoranvorkommen, sich mit den örtlichen Fischereivereinen über die praktische Umsetzung der neuen Kormoranverordnung, insbesondere auch den möglichen Einsatz von Schützen ohne Jagdschein, zu verständigen.

Erstellt am 17.04.2014
Zurück zur Übersicht