Erste ASP-Fälle in Deutschland

Infizierte Wildschweinkadaver nahe der polnischen Grenze zu Brandenburg

Erstellt am 10.09.2020

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis das erste mit ASP infizierte Wildschwein aus Westpolen den Weg nach Deutschland findet. Nun ist es passiert: Bei einem nahe der brandenburgisch- polnischen Grenze am 7.9.2020 gefundenen Wildschweinkadaver im Spree-Neiße-Kreis wurde die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen. Der Befund wurde vom Referenzlabor des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) am 10.9.2020 bestätigt.  

Es werden ständig weitere infizierte Kadaver und Tiere gefunden, inzwischen auch 70 km nördlich des ersten Fundorts. Im Bereich der Fundorte wurde eine Sperrzone eingerichtet und gezäunt, das Krisenmanagement läuft auf vollen Touren.

Aktuelle Informationen finden Sie auf der Homepage des Deutschen Jagdverbandes.

Die Meldung des toten Schweines hat schon die befürchteten Auswirkungen für die Landwirtschaft: Südkorea, China und weitere Nicht-EU-Länder haben den Import von Schweinefleisch aus Deutschland vorerst gestoppt.

Der Fundort ist zwar sehr weit von Baden-Württemberg entfernt. Aber über die sozialen Medien hat sich die Meldung wie ein Lauffeuer auch bei uns verbreitet. Auch Rundfunk, Fernsehen und Tagespresse informierten umfassend.

Wie schätzt der LJV Baden-Württemberg e.V. die Situation ein?

  1. ASP ist für Hausschweine und Wildschweine nach Befall tödlich, für Menschen ist die Krankheit ungefährlich.
  2. ASP ist eine Tierseuche, die v.a. die Landwirtschaft bedroht. Der Nachweis an der polnischen Grenze hat unmittelbar zu Exportstopps für Schweinefleisch nach Asien (Südkorea, China) geführt. Bauern haben deshalb große Sorgen vor wirtschaftlichen Auswirkungen.
  3. Bei dem Nachweis in Brandenburg handelt es sich um einen regionalen Einzelfall, der für Baden-Württemberg zunächst unerheblich ist.
  4. Es ist wichtig, rasch herauszufinden, ob das befallene Wildschwein ein Einzelfall ist oder ob weitere Tiere infiziert sind. Es ist unerlässlich durch ein konsequentes Krisenmanagement vor Ort die Ausbreitung der Seuche einzugrenzen.
  5. Sowohl in Baden-Württemberg als auch in anderen Bundesländern sind Jägerinnen und Jäger seit dem Ausbruch der Seuche in Europa sensibilisiert. Verdächtig erscheinende tot aufgefundene Tiere werden schon jetzt beprobt und schadlos beseitigt. Der LJV ruft seine Mitglieder erneut zu erhöhter Wachsamkeit und einer verstärkten präventiven Bejagung von Schwarzwild auf. 
  6. Es gibt in Baden-Württemberg umfangreiche, in Praxisübungen erprobte Maßnahmenpläne, die bei einem Ausbruch der Seuche im Land greifen. Sowohl die zuständigen Behörden als auch die Jägerschaft vor Ort sind gerüstet für den Ernstfall.
  7. Der LJV appelliert an die Jägerinnen und Jäger, Jagdreisen in Gebiete mit ASP-Befall von Wild- und Hausschweinebeständen zu meiden. Nach einer Jagdreise in ein ASP-Risikogebiet müssen alle Gegenstände, die mit Schwarzwild in Kontakt gekommen sein könnten, gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Auf die Einfuhr von Teilen und Erzeugnissen von Schwarzwild oder sonstigen Hausschwein- oder Schwarzwildprodukten sollte unbedingt verzichtet werden.

Weitere Informationen zum aktuellen Fall erhalten Sie auf der Homepage des FLI  und im Download unten, allgemeine Informationen zu ASP und Jagd auf der LJV-Homepage finden Sie hier.  

Am Montag, 14.9.2020 hat Landwirtschaftsminister Peter Hauk die Kreisjägermeisterinnen und Kreisjägermeister im Land im Rahmen einer Telefonkonferenz über die aktuelle Lage in Brandenburg informiert und über Maßnahmen im Land berichtet.

 

Erstellt am 10.09.2020
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