Hegegemeinschaft wird offizielles Partnerprojekt der „Allianz für Niederwild“

„Die in den Karlsruher Bergdörfern entstandenen artenreichen Blühbrachen zeigen anschaulich, was entstehen kann, wenn sich engagierte Natur- und Artenschützer zusammenfinden.

  • Foto: Benjamin Gut

    Foto: Benjamin Gut

Erstellt am 26.02.2021

In diesem Fall die Jägerschaft der Hegegemeinschaft Karlsruher Bergdörfer, die Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe und die örtliche Landwirtschaft, die sich gemeinsam für die Erhaltung der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft einsetzen“, fasst Anne Scholl von der Wildforschungsstelle des Landes die Entscheidung zusammen. René Greiner vom Landesjagdverband Baden-Württemberg betont dabei: „Mit diesem Lokalprojekt wird uns einmal mehr aufgezeigt, dass es nicht den einen Weg gibt, wenn es um die Schaffung von ökologisch hochwertigem Lebensraum im Offenland geht – man muss kreativ werden.“

Kreativ wurde in den letzten Jahren auf den Flächen rund um Karlsruhe vor allem einer: Benjamin Gut. Er leitet die Hegegemeinschaft Karlsruher Bergdörfer und ist begeisterter Jäger und Naturschützer. Ganz besonders hat es ihm das Niederwild angetan. „Uns war klar, dass wir an allen uns zur Verfügung stehenden Stellschrauben drehen müssen. Das heißt neben der Prädatorenbejagung und Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung vor allem auch an der Schaffung von Lebensraum“, schildert Hegegemeinschaftsleiter Gut die Situation vor Ort.
Mit der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe kam eine erfahrene Partnerin ins Spiel, wenn es um den Schutz von Lebensräumen geht. „Das Konzept des ganzheitlichen Ansatzes hat uns von Anfang an überzeugt, sodass wir die Arbeit der Hegegemeinschaft bei der Finanzierung der Blühbrachen gerne unterstützen und so die Schaffung hochwertiger Lebensräume ermöglichen“, sagt Dr. Clemes Becker, Vorstand der Artenschutzstiftung.

Im Rahmen des Lokalprojekts Karlsruher Bergdörfer werden zum Schutz von Feldhase, Bodenbrütern, Singvögeln, Insekten und Co. unter anderem etliche Hektar mehrjährige Blühbrachen angelegt, Feldhecken fachgerecht gepflegt, ein Prädatorenmanagement durchgeführt und Erholungssuchende aufgeklärt, wie man sich in Feld und Flur richtig verhält.
Die Erfahrungen aus dem Lokalprojekt Karlsruher Bergdörfer fließen gemeinsam mit den Erfahrungen aus derzeit sieben weiteren Lokalprojekten und vier Modellregionen im Land in das landesweite Projekt Allianz für Niederwild ein.

Hintergrundinformation

Die Allianz für Niederwild ist ein Kooperationsprojekt der Wildforschungsstelle des Landes und des Landesjagdverbandes Baden-Württemberg. Das Projekt ist im Juni 2020 als herausragendes Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden.
Die Allianz ist ein breites Bündnis von Jägern, Naturschützern, Kommunen, Landwirten, Grundeigentümern, Behörden und Forschungseinrichtungen in Baden-Württemberg. Gemeinsam wollen die Akteure individuelle Handlungsmöglichkeiten zielorientiert zusammenführen, um dem Verlust an Offenlandarten entgegenzuwirken.
Ziel ist es Offenlandarten durch Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und Lebensräume zu fördern. Der Erhalt einer nachhaltigen Bewirtschaftung unserer landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft ist ein wichtiges Element dabei. Ein dauerhafter Entzug aus der Bewirtschaftung, Nutzung oder Pflege dieser Lebensräume stellt dabei keine Lösung dar. Nutzungsgebote und -verbote schaffen weder Akzeptanz innerhalb der Landwirtschaft, noch werden sie den Artenverlust in der Agrarlandschaft nachhaltig bremsen. Die Arten Feldhase, Rebhuhn und Fasan bilden für das Projekt die Leitarten. Sie stehen stellvertretend für den starken Rückgang vieler Arten des Offenlandes. Um die Kernforderungen des Projekts bezüglich der Weiterentwicklung der Agrarförderprogramme mit praktischen Beispielen zu untermauern und um Anpassungs- und Klärungsbedarf in der Agrarförderung, die „Stolperstellen“ in der praktischen Umsetzung, zu identifizieren, wurden in den vergangenen Jahren vier Modellregionen eingerichtet und ein enges Netzwerk aus Lokalprojekten aufgebaut, um die Erfahrungen im Land zu bündeln.

Weiterführende Informationen zum Projekt erhalten Sie unter:

https://www.wildtierportal-bw.de/de/publication/default/detail?itemId=76&title=Allianz+f%C3%BCr+Niederwild

https://www.undekade-biologischevielfalt.de/projekte/aktuelle-projekte-beitraege/detail/projekt-details/show/Wettbewerb/3115/

oder

Anne Scholl, Wildforschungsstelle des Landes

Anne.Scholl(at)lazbw.bwl.de

 +49 (0) 7525 942-491

René Greiner, Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V.

greiner(at)landesjagdverband.de

+49 (0) 711 268 436-23

Weitere Informationen zur Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe:

https://artenschutz.karlsruhe.de/

Weitere Informationen zur Allianz für Niederwild:

https://www.landesjagdverband.de/projekte/allianz-fuer-niederwild/

Zurück zur Übersicht