PRESSEMITTEILUNG: Wildtierfreundliche Waldbesuche

Der Herbst in der Natur verlockt mit allerlei Gaumenfreuden wie Pilzen und Beerenfrüchten. Diese hochwertigen Lebensmittel sprechen die Sammelleidenschaft der Menschen an. Sie ziehen verstärkt Besucher in den Wald und somit auch mitten in die Rückzugsräume unserer Wildtiere.

Erstellt am

Störung bedeutet Stress
Stellen Sie sich einfach vor, Sie sitzen am frühen Morgen mit ihrer Familie noch leicht verschlafen am Frühstückstisch und plötzlich platzt ein Rudel Rotwild herein und fällt über Müsli, geschmierte Marmeladenbrote und weitere Leckereien her. Da vergeht einem nicht nur der Appetit, sondern auch die Laune und der Tag ist gelaufen.
So ähnlich ergeht es unseren Wildtieren, die besonders den frühen Morgen und die Dämmerung am Abend für ihre Nahrungsaufnahme nutzen. Werden sie dabei gestört, ziehen sie sich zurück und suchen dort, wo klimaresilienter Wald für die Zukunft wachsen soll, nach Nahrung und bedienen sich notgedrungen an den Trieben junger Bäume. Stapfen dann die leidenschaftlichen Nahrungsjäger, Sammler und Naturliebhaber auch noch durch diese Einstände, also die Rückzugsgebiete mit Deckung, dann ist dies ein extremer Stressfaktor für alle Wildtiere, da sie aufgrund der notwendigen Flucht ihren gewohnten Rhythmus zwischen Ruhe und Nahrungsaufnahme nicht mehr leben können. Wenn dann in der Dunkelheit noch Walker und Jogger mit Stirnlampen die Ruhe stören, stehen die Wildtiere unter Dauerstress.
Deshalb appelliert der Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. an die Rücksichtnahme aller Waldbesucher. Pilze lassen sich bei bestem Tageslicht am erfolgreichsten finden und dazu muss nicht jedes Gebüsch umgedreht oder das Dickicht durchsucht werden, denn Pilze brauchen neben Feuchtigkeit vor allem Licht zum Wachsen.


Sammelleidenschaft mit Maß
Pilze stehen unter Artenschutz und deshalb ist es nur erlaubt, kleine Mengen für den Eigenbedarf zu sammeln. Um das Mycel-Geflecht und somit den eigentlichen Pilz zu schützen, dreht man den essbaren Fruchtkörper vorsichtig ab oder schneidet ihn ab. Stoffbeutel und Körbe eignen sich am besten zum Sammeln. Pilze eignen sich übrigens hervorragend als Beilag zu Wildgerichten. Raffinierte Ideen zum Nachkochen gibt es unter www.landesjagdverband.de/WildRebellen oder auf www.wild-auf-wild.de.


Supernasen
Bleiben Sie mit Ihren Hunden bitte auf den befestigten Wegen und lassen Sie diese an der Leine, denn Vierbeiner lieben es, ihrer guten Nase nach zu gehen. Meist dringen sie dann in das Wohnzimmer der Wildtiere ein, lösen eine energiezehrende Flucht sowie weitere Beunruhigung aus und gefährden in letzter Konsequenz damit sogar den Schutz des Waldes, wie bereits erläutert. Hunde lassen sich mit gelenkter Such- oder Kopfarbeit hervorragend auslasten und an der 10 Meter langen Schleppleine genießen sie einen großen Bewegungsspielraum. Die Wildtiere werden es Ihnen danken.