Wild auf Wild

Jetzt, zur kalten Jahreszeit, wird es wieder Wild! Deftige Eintöpfe, saftige Braten oder Wildwurst sind nicht nur saisonbedingt absolut im Trend.

  • Foto: Daniel Schneider

    Foto: Daniel Schneider

Erstellt am 28.11.2019

Das Bewusstsein des Verbrauchers geht klar in Richtung Regionalität und Nachhaltigkeit, vor Allem bei Erzeugnissen tierischen Ursprungs. Weniger Fleisch, dafür von höchster Qualität und sauberer Herkunft: Was liegt da näher, als sich immer mal wieder einen Braten aus den heimischen Wäldern zu gönnen?

Das Wild wächst absolut artgerecht und selbstbestimmt auf, erfährt keinen Lebendtransport oder Schlachtstress und ist frei von jeglichen Medikamenten und Antibiotika. Fettarm, mit hohem Eiweißgehalt, reich an Omega-3-Fettsäuren und Mineralstoffen machen es zu einem wahren Super-Food.

Oft hat der Verbraucher aber Probleme in der Beschaffung des beliebten Wildbrets. Entweder kennt er keinen Jäger im direkten Umfeld oder er findet im Lebensmitteleinzelhandel nur Wild mit fraglicher Herkunft. Kleiner Tipp: Machen Sie sich jetzt schon auf die Suche nach dem Weihnachtsbraten! Durch den sehr niedrigen Fettgehalt und der stabilen, feinen Struktur des Fleisches kann es bedenkenlos eingefroren werden oder bereits tiefgefroren gekauft werden. Je näher die Feiertage rücken, umso eher sind die direktvermarktenden Jäger und Wildhändler ausverkauft. Beim gut sortierten Lebensmitteleinzelhändler mit regionaler Vermarktung findet sich momentan auch Wildbret aus der Region. Fragen Sie bewusst an den Fleischtheken nach. Hier können Sie sicher auch Bestellungen platzieren.

Wenn Sie direkt beim Jäger kaufen wollen, finden Sie ausreichend Kontakte zu solchen auf der Internetplattform wild-auf-wild.de. Hier können Sie, unter Zuhilfenahme einer Postleitzahlensuche, den Direktvermarkter im Umfeld ausfindig machen und Kontakt aufnehmen.

Bei vielen hält sich das Vorurteil, Wild habe einen strengen, intensiven Geschmack. Dies scheint sich in den vergangenen Generationen etwas in den Köpfen festgesetzt zu haben, zu Zeiten, in denen es an entsprechendem Wissen bei der Wildbrethygiene und vor allem an ordentlichen Kühlmöglichkeiten fehlte. Das Wild hing zum Teil mehrere Tage bei viel zu warmen Temperaturen ab. Der dabei entstehende Beigeschmack wurde mit Buttermilch, Essig und der Beigabe intensiver Gewürze wie Nelke und Wacholderbeeren übertüncht. Dieser Geschmack, landläufig auch als Hautgout bekannt, sorgte oft für den schlechten Ruf des Wildbrets. Der heutige Jäger jedoch ist bestens in Sachen Lebensmittelhygiene ausgebildet und meist auch als Lebensmittelunternehmer bei den Veterinärbehörden registriert. Das erlegte Wild durchläuft eine ordentliche Fleischbeschau, und im Fall von Wildschweinen auch immer eine amtliche Trichinenbeschau. So kann ein absolut gesundes, unbedenkliches und vor allem wohlschmeckendes Lebensmittel garantiert werden.

Nicht nur zur kalten Jahreszeit ist Wild eine tolle Alternative zu anderem Fleisch. Auch im Frühling und im Sommer kann man mit tollen Rezepten bei seiner Familie und Gästen punkten. Immer öfter landet Wild auf dem Grill. Trotz des geringen Fettanteils ist es absolut nicht schwierig, kurzgebratene, saftige und leckere Gerichte zu zaubern. Besonders in der warmen Jahreszeit hat Wild einen festen Platz in der leichten und bekömmlichen Sommerküche. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt!

 

Wild ist nicht nur deftiger Braten mit Rotkraut und Knödeln am heimischen Kaminfeuer. Wild ist auch asiatisch angehauchte Tranchen vom Wildschweinrücken mit knackigem Gemüse bei 30°C im Biergarten. Probieren Sie es aus!

 

Für alle Fragen in Belangen Wild und Wildbret, können Sie sich jederzeit bei Samuel Golter, Landesjagdverband Baden-Württemberg e.V. wenden: sg(at)landesjagdverband.de oder 0711-26843622.

Erstellt am 28.11.2019
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