Wir müssen reden!

Im Koalitionsvertrag der grün-schwarzen Landesregierung ist die Rede von einem Bodenbrüterschutzprogramm für Feld- und Wiesenvögel. Doch wie soll das umgesetzt werden? Zwei Verbände, die Erfahrung in der Umsetzung von Artenschutzprojekten haben, haben der Politik und den zuständigen Ministerien die wichtigsten Eckpunkte mit auf den Weg gegeben.

Erstellt am 09.11.2021

Feld- und Wiesenbrüter zählen zu den am stärksten gefährdeten Arten in Baden-Württemberg und ihr Rückgang ist weiter ungebremst. Ein erheblicher Anteil der vorkommenden Arten ist landesweit vom Aussterben bedroht. Der Landesjagdverband und der Naturschutzbund Baden-Württemberg (NABU) sehen in der Einrichtung des Bodenbrüterschutzprogramms für Feld- und Wiesenbrüter die letzte Chance für einen effektiven Schutz der vom Aussterben bedrohten bodenbrütenden Vogelarten. Grundvoraussetzung sind geeignete Förderbedingungen und ein enges Zusammenspiel zwischen Behörden, Naturschutz, Landwirtschaft und Jagd. Damit Rebhuhn, Kiebitz und Co. auch wirklich vom geplanten Programm profitieren, haben die beiden Verbände ihre Erfahrungen in der Umsetzung von Rebhuhn- und anderen Artenschutzprojekten in sogenannten Gelingensbedingungen zusammengetragen. Bei einem Feldspaziergang mit Abgeordneten der CDU- und GRÜNEN-Fraktionen sowie Vertretern des Ministeriums für Ländlichen Raum und dem Umweltministerium haben die Niederwild- und Offenlandexpertinnen und -experten der beiden Verbände die Zusammenhänge in der Feldflur erläutert.

Stellvertretender Landesjägermeister, Claus G. Kissel, und NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle haben den Teilnehmenden aus Politik und Verwaltung zusammengefasst, was ein funktionales Bodenbrüterschutzprogramm enthalten müsste:

  • Erarbeitung von Gebietskulissen für Leitarten (damit die Maßnahmen auch zielgerichtet zu den letzten Rebhühnern kommen)
  • Attraktive (Förder-) Maßnahmen (Ganzheitlicher Ansatz: Sowohl zur Lebensraumgestaltung, als auch zum Schutz vor Prädation)
  • Betreuung (lokale "Kümmerer", die als Koordinatoren und Multiplikatoren die Maßnahmen bündeln)
  • Monitoring (zur Dokumentation/Überwachung von Maßnahmenfunktionalität und Synergieeffekten)
  • Fachbeirat (die Erfahrungen aus der Praxis müssen in die Erarbeitung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Programms einfließen)

Das Angebot beider Verbände besteht, sich aktiv in den Prozess einzubringen. Denn bei einem Punkt waren sich alle einig: Rebhuhn, Kiebitz und Co. vom Aussterben zu bewahren kann nur gemeinsam gelingen. Wir bleiben dran.

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