ASP: Aktueller Sachstand in Belgien

70 Wildschweine wurden bis gestern, 9. Oktober, in Belgien positiv auf ASP getestet. Genau einen Monat zuvor war das erste tote Tier gefunden worden. Deutschland ist weiterhin seuchenfrei.

Erstellt am 10.10.2018

Anzahl ASP-positiv getesteter Wildschweine am 09.10.2018: 70 Stück

  • Insgesamt beprobte Wildschweine am 08.10.2018: 106 / davon 80 in der engeren infizierten Zone
  • Erster Totfund: 09.09.2018
  • Erster positiver Test: 13.09.2018
  • Ort des Ausbruchs: Südbelgien in der Provinz Luxemburg südlich der Stadt Ètalle (Grenznähe zu Frankreich und Luxemburg)

 

Allgemeine Informationen zum Thema finden Sie unter Jagdpraxis im Artikel "Afrikanische Schweinepest: Die wichtigsten Informationen" , bzw. im unten angehängten PDF-Dokument "ASP-Früherkennung".   

 

 

Bisherige Maßnahmen der belgischen Behörden nach Bekanntwerden des ASP-Ausbruchs:

  • Einrichtung eines Gebietes von ca. 63.000 ha nur auf belgischem Gebiet und noch nicht grenzübergreifend nach Frankreich oder Luxemburg
  • Intensive Kadaversuche und Entfernung der Kadaver in dem Gebiet durch Mitarbeiter der Forstbehörde (DNF)
  • Kadaverfunde derzeit innerhalb dieses Gebietes auf einer Fläche von ca. 5.500 ha
  • Weiteste Distanz zwischen den positiven Funden ca. 12 km
  • Absolute Betretungsverbote im Wald
  • Generelle Jagdruhe
  • Eventuelle Abschüsse sollen nur durch Mitarbeiter der Forstbehörde (DNF) erfolgen; dazu werden extra Waffen angeschafft  Jäger sollen bei der Suche durch Ortskenntnis unterstützen
  • Ggf. soll ein Gebiet von ca. 12.000 ha eingezäunt werden (innerhalb der 63.000 ha)
  • Verteilung der Totfunde werden derzeit genau beobachtet, um die Gebiete vernünftig festlegen zu können 
  • EU Kommission hat Belgien aufgefordert, bis zum 14.12.2018 einen Eradicationsplan vorzulegen
  • Definitionen der Gebietskulissen und möglichen Maßnahmen werden derzeit vor Ort mit Experten beraten:

    • Kernzone (um die Fundorte herum; wird vermutlich eingezäunt, Größe noch offen) 
    • Gefährdetes Gebiet (Bereich um die gezäunte Kernzone mit ca. 6 km Breite)
    • Pufferzone (Bereich um das Gefährdete Gebiet mit mehreren 10 km Breite; drastische Reduzierung der Wildschweinbestände)

  • Grund der Einschleppung noch nicht final geklärt; folgende Gerüchte stehen im Raum, abschließendes Untersuchungsergebnis steht jedoch noch aus:

    • das klassische „Wurstbrötchen“; weggeworfene infizierte Rohwurstwaren
    • ausgesetzte Wildschweine, die aus Spanien, Portugal, Polen oder dem Baltikum importiert wurden (hier soll von den beprobten Wildschweinen DNA analysiert werden, um die Herkunft zu klären)
    • belgische Soldaten, die im Baltikum zu einer Übung waren und das Virus irgendwie nach Belgien getragen haben; Grund für die Vermutung sind tot aufgefundene Wildschweine auf einem Militärgelände

  • In dem gesamten Gebiet gibt es ca. 60 Hausschweinehalter mit ca. 5.000 Tieren; diese wurden auf Anordnung der belgischen Behörden gekeult und vernichtet

 

Am 18.10.2018 hat das BMEL zu einem Treffen mit Vertretern der Veterinärbehörden, Landwirtschaft und Jagd eingeladen. Der DJV wird daran teilnehmen. 

 

 

Erstellt am 10.10.2018
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