Rotwildhegeschau: Baiersbronn als Rotwildforum

vom 20. bis 22. Juni 2008 fand die von LJV und Jägervereinigung Freudenstadt organisierte Rotwildhegeschau für das Rotwildgebiet "Nördlicher Schwarzwald" in der Schwarzwaldhalle Baiersbronn statt.

  • Der Methusalem der im Jahrjahr 06/07 erlegten Hirsche

    Der Methusalem der im Jahrjahr 06/07 erlegten Hirsche

Keine politische Prominenz, dafür eine wieder eine erfreulich große Zahl an interes-sierten Jägerinnen und Jäger konnte Bezirksjägermeister Dieter Henning am frühen Abend des 20. Juni zur Rotwildhegeschau in der Schwarzwaldhalle in Baiersbronn begrüßen. Bei der Hegeschau stehen, so Henning in seinem Grußwort, nicht mehr die Trophäen im Vordergrund, sondern Information und Diskussion: die Veranstal-tung hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Forum rund ums Rotwild entwi-ckelt, auch über den Schwarzwald hinaus. 

Der Stv. Landrat des Landkreises Freudenstadt Röber verknüpfte in seinem Gruß-wort ganz aktuell Wald und Jagd mit der gerade laufenden Europameisterschaft: „Was haben die gemeinsam?“ – Ganz einfach: sie alle können Freude machen, sie können Emotionen freisetzen und sie können Probleme bereiten!“ Die Hegeschau ist für ihn eine wichtige Plattform, auf der Emotionen ausgetauscht und Probleme diskutiert und gelöst werden können.

Die Besprechung der Hirschgeweihe erfolgte in bewährter Weise durch Forstdirektor i. R. Hans Reinwald:

Im Jagdjahr 2007/2008 wurden 235 Hirsche aus dem gesamten Rotwildgebiet als erlegt gemeldet, davon 108 aus staatlichen Revieren, 127 aus gemeinschaftlichen Jagdbezirken und verpachteten Verwaltungsjagden. 

Zur Hegeschau angeliefert wurden mit 145 Geweihen die höchste Zahl der letzten 10 Jahre, 90 Spießer waren von den Erlegern als nicht abgeschlagen gemeldet worden.Bei den Altersklassen ergibt sich folgendes Bild: 

Klasse III - 1-3–jährig    190 Hirsche, davon Einjährige 118 Hirsche           (entspricht 81% der erlegten Hirsche) 

Klasse II 4-9-jährig    33 Hirsche, davon 11 als IIa bewertet (doppelte             Krone), 22 als IIb (14% der Strecke)

Klasse III 10-jährig und älter 12 Hirsche (5% der Strecke)

Während die Strecke in Klasse III in etwa den Vorjahren entsprach, war die Zahl er-legter Ier-Hirsche vergleichsweise gering, die Zahl erlegter IIer –Hirsche dagegen recht hoch. Spitzenhirsche (über 150 Punkte) gab es 15, davon 8 in Klasse I, 2 in Klasse IIb und leider auch 5 in Klasse IIa! Der Hirsch mit der höchsten Punktzahl (181,5) stammte vom Rand des Rotwildgebietes aus Kaltbrunn (Lkr. RW), am inte-ressantesten war sicher das stark zurückgesetzte Geweih eines von der Kommission als 17-19-jährig angesprochenen Hirsches, dessen eine Stange nur noch verkümmert ausgebildet war (vgl. Foto).

Mit Spannung erwartet wurden die Vorträge von Ariane Lorenz und Dr. Friedrich Burghard, die erstmals Ergebnisse des mehrere Jahre laufenden Rotwildprojektes an der Forstliche Versuchsanstalt Freiburg präsentierten. Die Rotwildhegeschau war dafür der richtige Rahmen, auch weil die Jäger die Projekte aus der Jagdabgabe mitfinanzieren. Friedrich Burghard stellte die aktuelle Situation des Rotwildes in Baden-Württemberg dar und erläuterte Ergebnisse aus der Rotwildkonzeption für das Rotwildgebiet Südschwarzwald. Besonders faszinierend waren Ergebnisse der Satellitentelemetrie von Rotwild, mit der Konzeptbausteine in der freien Wildbahn getestet wurden (z.B.: nehmen Hirsche Ruhezonen und Fütterungen an?).
Ariane Lorenz widmete sich der schwierigen Materie der Rotwildgenetik und konnte feststellen, dass die verschiedenen Populationen in Baden-Württemberg genetisch noch halbwegs in Ordnung sind. Damit dies so bleibt sind Wanderkorridore zwischen den Rotwildgebieten unerlässlich. 

Ein ausführlicher Bericht über die Hegeschau wird im August-Mitteilungsblatt veröffentlicht. a

Erstellt am 10.03.2014
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