Zeitumstellung und Herbst: Risiko für Wildunfälle steigt!

Alle zweieinhalb Minuten passiert ein Wildunfall in Deutschland. Nasses Herbstwetter, Maisernte und Zeitumstellung erhöhen das Risiko in den kommenden Wochen. Besondere Aufmerksamkeit ist morgens, während des Berufsverkehrs geboten.

  • Im Herbst steigt das Risiko für Wildunfälle merklich an. (Foto: Petair Fotolia/DJV)

    Im Herbst steigt das Risiko für Wildunfälle merklich an. (Foto: Petair Fotolia/DJV)

Erstellt am 23.10.2017

Am Sonntag beginnt die Winterzeit und Menschen können eine Stunde länger schlafen. Wildtiere allerdings orientieren sich am Tageslicht und kennen diesen Wechsel nicht: Während sie vortags die Fahrbahn noch gefahrenlos überqueren konnten, braust nach der Zeitumstellung plötzlich der Berufsverkehr über die Straße. Die Morgenstunden werden so zur Falle für Tier und Mensch. Die Maisernte im Oktober erhöht das Wildunfallrisiko zusätzlich, da besonders aufgeschreckte Wildschweine auch tagsüber die Straße queren können. Eine weitere Gefahrenquelle: das wechselhafte Wetter mit Laub und Schmutz auf nassen Straßen. Autofahrer sollten deshalb besonders an unübersichtlichen Feld- und Waldrändern mit Wild rechnen und die Geschwindigkeit anpassen, rät der Deutsche Jagdverband (DJV). Wer Tempo 80 statt 100 fährt, verkürzt den Bremsweg bereits um 25 Meter.

 

Wo und wann droht die größte Gefahr?

  • Entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder
  • Auf neuen Straßen durch Waldgebiete, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
  • In der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.

 

Wenn Wild am Straßenrand auftaucht

  • Kontrolliert bremsen, abblenden und hupen
  • Falls eine Kollision unvermeidbar ist, sollte der Autofahrer nicht riskant ausweichen, sondern das Lenkrad gut festhalten und bremsen.
  • Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollen stets mit Nachzüglern rechnen.

 

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

  • Unfallstelle sofort sichern: Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck aufstellen
  • Das tote Tier kann mit Handschuhen von der Fahrbahn gezogen werden, um die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer zu senken.
  • Lebt das Wild noch, sollten sich Menschen nicht nähern, da ein Verletzungsrisiko besteht und das Tier in Todesangst gerät.
  • Im Interesse des Tierschutzes: Polizei anrufen - selbst, wenn das Tier geflüchtet ist. Diese kontaktiert den zuständigen Jäger, der das verletzte Tier suchen und erlösen kann.
  • Die Polizei oder der Jäger stellt vor Ort eine Wildunfallbescheinigung aus, die als Nachweis bei der Versicherung dient. Eine Teilkasko übernimmt sämtliche Schäden, die durch Haarwild verursacht werden. Wenn Federwild die Windschutzscheibe beschädigt, übernimmt die Teilkasko auch diese Kosten. Bei Kollisionen mit Kühen oder Pferden zahlt die Versicherung übrigens nicht.

 

 

 

Erstellt am 23.10.2017
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