Unfallgefahr durch heiße Flirts

Jedes achte Reh stirbt im Straßenverkehr. Rund 18.000 Rehe waren von April 2009 bis März 2010 in Baden-Württemberg als Unfallopfer zu beklagen.

Paarungszeit der Rehe gefährdet Autofahrer

Besonders groß ist die Gefahr eines Zusammenstoßes in der Paarungszeit der Rehe Ende Juli / Anfang August, der so genannten Blattzeit. Blind vor Liebe treibt der Rehbock das auserwählte Weibchen, die Geiß, vor sich her. Unberechenbar, oft auch am helllichten Tag, überqueren die Pärchen dabei Straßen. Für Autofahrer heißt dies: Aufgepasst - nach dem ersten Reh folgt meist noch ein zweites! Je heißer das Wetter, desto intensiver wird das Treiben der Blattzeit, deren Name daher rührt, dass der Lockruf der Geiß mit einem Buchenblatt nachgeahmt werden kann.

Der Landesjagdverband bittet deshalb alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Vorsicht und angepasste Geschwindigkeit. Dies gilt vor allem für unübersichtliche Straßenabschnitte entlang von Wäldern und Feldern, insbesondere im Übergangsbereich zwischen Wald und Feld auch ohne Warnschild für Wildwechsel! Ein etwa 20 bis 30 Kilo leichtes Reh hat bei einem Zusammenstoß mit nur 60 km/h ein Aufprallgewicht von 800 Kilo.

Mit der immer weiter zunehmenden Straßen- und Verkehrsdichte steigt auch notwendigerweise die Häufigkeit von Wildwechseln und damit das Risiko eines Zusammenstoßes. 2009 starben in Baden-Württemberg drei Menschen in Wildunfällen; 262 wurden verletzt, davon 67 schwer. Die Jäger in Baden-Württemberg begegnen dieser für Mensch und Tier gefährlichen Entwicklung mit ihrer Aktion Lichtzaun: In zahlreichen Revieren wurden bereits wildunfallgefährdete Straßenabschnitte mit Wildwarnreflektoren ausgestattet, die die Zahl der Wildunfälle in der Dämmerung und nachts deutlich gesenkt haben. Die Kosten für diese Maßnahmen tragen die Jäger in der Regel aus eigener Tasche, obwohl eigentlich der Straßenbaulastträger dafür zuständig wäre.

Was tun, wenn Wild auf der Fahrbahn auftaucht?
Abblenden und bremsen, sofern es der nachfolgende Verkehr zulässt. Ausweichmanöver sollten vermieden werden, da sie oftmals schwerwiegendere Folgen haben als ein Zusammenstoß. Kommt es zum Aufprall, Unfallstelle absichern und die Polizei rufen. Diese informiert den zuständigen Jagdpächter, der hinzukommt, falls das angefahrene Tier noch lebt und erlöst werden muss. Totes Wild darf keinesfalls mitgenommen werden. Angefahrenen, noch lebenden Tieren sollte man sich nicht nähern, um ihre Panik nicht noch zu vergrößern.

Erstellt am 04.03.2014
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