LJV-Artenschutzprogramm

Das Artenschutzprogramm des Landesjagdverbandes unterstützt Jäger, die in ihren Revieren vielfältigen Lebensraum für Tiere schaffen. Bezuschusst wird zum Beispiel Saatgut, die Anlage von Stillgewässern oder die Anlage von Hecken. 


Saatgut - So funktioniert die Förderung

Das Ziel ist einzelne Flächen dauerhaft zu begrünen. Dafür kommen erprobte mehrjährige Saatmischungen zum Einsatz, die den Landwirten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Das Prinzip funktioniert so: Landwirte erhalten das Saatgut kostenlos vom Jäger, dieser bekommt 50% Prozent Zuschuss vom Landesjagdverband, die andere Hälfte trägt er selbst. Die Landwirte stellen Flächen zur Verfügung und übernehmen die Bearbeitung.

Die Bestellungen der vorgegebenen Mischungen  bei einem der aufgeführten Hersteller (vgl. Tabelle) laufen gesammelt über die Jägervereinigungen (Biotopobleute), Hegeringe oder Hegegemeinschaften. Nach Erhalt des Saatguts reichen diese die Rechnung formlos beim LJV ein, der 50 % der Saatgutkosten erstattet.

Achtung: Landwirtschaftliche Flächen, für die Landwirte Ausgleichsleistungen nach dem „Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl“ (FAKT) bekommen, müssen mit vorgeschriebenen Saatmischungen eingesät werden, die LJV-Mischungen dürfen hier nicht verwendet werden. Unsere Mischungen können jedoch im Rahmen der EU-Greening-Verpflichtung für die Brachebegrünung der sogenannten Ökologischen Vorrangflächen verwendet werden.

 

Die Mischungen auf einen Blick

  • Basismischung 1: Die „Basismischung 1“ ist eine aus Wild- und Kulturarten bestehende Blühmischung für kalkhaltige Böden wie zum Beispiel Muschelkalk, Keuper, Jura o.ä. Der Saatgutbedarf liegt bei etwa 13-15 kg/ha. Die Standzeit kann 5-10 Jahre betragen, je nach Standort (Achtung: Ackerstatus geht nach 5 Jahren ohne Bodenbearbeitung verloren!). Diese Mischung wird aufgrund ihres Blütenangebotes auch gerne von Insekten angenommen. Schalenwild erhält ganzjährig Deckung und Äsung.
  • Basismischung 2: Die „Basismischung 2“ ist eine aus Wild- und Kulturarten bestehende Blühmischung für kalkarme/kalkfreie Böden wie zum Beispiel Buntsandstein, Granit o.ä. Der Saatgutbedarf liegt bei etwa 13-15 kg/ha. Die Standzeit kann 5-10 Jahre betragen, je nach Standort (Achtung: Ackerstatus geht nach 5 Jahren ohne Bodenbearbeitung verloren!).
  • AWA – Wildackermischung: Die „AWA-Wildackermischung“ ist eine zwei bis dreijährige Mischung, die 50 % sommer- und 50 % winterharte Äsungspflanzen beinhaltet, die gleichzeitig als Deckung und Insektentracht dienen. Der Saatgutbedarf beträgt 25 kg/ha.
  • Blühbrache Vielfalt: Die „Blühbrache Vielfalt“ ist eine aus Wild- und Kulturarten bestehende mehrjährige Blühmischung, die speziell für sog. Offenlandarten wie Rebhuhn, Feldhase und Fasan entwickelt wurde. Aufgrund der Ansaatstärke von 5-7 kg/ha und den verwendeten Pflanzenarten ist die Mischung lückiger und nicht so hochwüchsig, sodass die Flächen besser vom Niederwild genutzt werden können.
  • Dauerwildwiese Schwarzwald: Die Mischung „Dauerwildwiese Schwarzwald“ ist für kalkarme/kalkfreie Böden und für Höhenlagen über 600m ü. NN entwickelt worden. Der Saatgutbedarf zur Etablierung einer Äsungsfläche beträgt 25-30 kg/ha.
  • Dauerwildwiese Odenwald: Die Mischung „Dauerwildwiese Odenwald“ ist für alle Böden mit pH-Werten von 5,5-7,5 und Höhenlagen bis ca. 600 m ü. NN entwickelt worden. Der Saatgutbedarf zur Etablierung einer Äsungsfläche beträgt 25-30 kg/ha.

 

Aussaatempfehlungen und Saattiefen

Die optimale Aussaatzeit für alle Mischungen ist Ende April bis Mitte Mai. Bei zu früher Ausssaat ist die Gefahr des Erfrierens der auflaufenden Saat sehr hoch, bei zu später die des Vertrocknens. Nur ein feinkrümeliges und abgesetztes Saatbeet ist die Garantie für ein gutes Auflaufen und raschen Aufwuchs.

Saattiefen:

  • Blühmischungen: Obenauf-Saat. Wird wegen Sonnenblumen tiefer gesät, gehen die meisten Feinsamen verloren! Saatstriegel hochstellen
  • Dauerwildwiesenmischungen: Flachsaat/Obenauf-Saat bis max. 5mm Tiefe.
  • Anwalzen ist für den Erfolg unumgänglich. Bei kleinen Flächen, die nicht angewalzt werden können, muss das Saatgut mit den Füßen „angetrippelt“ werden

Von einer „Obenauf-Saat“ in bestehendes Grünland wird dringend abgeraten (Grünlandumbruch ist verboten!). Der Erfolg tendiert gegen Null und es ist Geld- und Zeitverschwendung.

 


Biotoparbeit – So funktioniert die Förderung

Auf Antrag fördert der LJV auch fachlich sinnvolle Pflanzungen von niedrigwüchsigen Gehölzen, Hecken, Streu- und Wildobst sowie auch die Anlage von Stillgewässern. Formlose Anträge werden in der Geschäftsstelle des LJV geprüft und ein Zuschuss von bis zu 50 % der jeweiligen Kosten gewährt. Die gegebenenfalls notwendige Abstimmung mit Behörden (Neuanlage von Stillgewässern) wird durch den Antragsteller gewährleistet.