Seminarwochenende Wald und Wild

im Deutschen Haus in Gruibingen

  • Koch- und Zerwirkkurs

    Koch- und Zerwirkkurs

Am 3.und 4. Juni 2016 nutzten 40 Jägerinnen die Möglichkeit, sich in 3 Seminaren in Sachen Wald und Wild fortzubilden. Gestartet wurde am Freitagabend mit einem Zerwirk- und Kochkurs.

Familie Riexinger vom Deutschen Haus in Gruibingen zeigte den Teilnehmerinnen die Zerlegung von Wild sowie die Verwendungsmöglichkeiten der gewonnenen Fleischstücke. Anschließend wurden Wildsauce und Wildfond angesetzt sowie ein Wildsaurerbraten vorbereitet.

Danach wurde es exotisch. Ein geschnetzelter Rehrücken an scharfer Thai-Curry-Soße mit Shi Take Pilzen zeigte den Teilnehmerinnen die Wandlungsfähigkeit von Wild auf. Wild ist für jeden Küchentrend die geeignete Fleischbeilage. Anschließend wurde die Zubereitung eines kurzgebratenen Rehrückens gezeigt.

Die Fragen der Jägerinnen zu allen Themen zur Wildverarbeitung wurden von Familie Riexinger kompetent beantwortet und so wurde über Fleischreifezeiten, Tipps zur Messerführung und Messerwahl, Souvitegarten, Niedertemperatur, Fleischthermomenter und vieles mehr in diesem Kurs gesprochen. Das anschließende 4-Gänge-Menü genossen die Teilnehmerinnen bei anregenden Gesprächen über Jagd und Wild.

 

Am Samstag führte Förster Markus König durch sein Revier. Er zeigte den Jägerinnen den Wald mit den Augen des Försters. Die Teilnehmerinnen waren erstaunt, als sie hörten, dass die Kosten für die Bepflanzung einer Forstfläche von 1 ha Euro 10.000 betragen.

Waldverjüngung, Holzernte, Bodenverdichtung, Waldnutzung, Forstumtriebszeiten, Renaturierung, Vereinbarkeit der Interessen aller Waldnutzer, tragbare Wildbestände und vieles mehr waren Themen der Waldbegehung. Das besichtigte Revier gehört zum Biosphärenreservat Schwäbische Alb. Bejagung in den geschützten Buchenwäldern und auf FFH-Gebieten sowie die Umwandlung bestimmter Flächen in Urwald zeigten die vielfältigen Aufgaben des Forst BW.

Da in den Wäldern des Landesforstes jeder Einsatz von Insektiziden, Pestiziden etc. unterlassen wird und auch jeder Treib- und Schmierstoff innerhalb von 24 Stunden abbaubar sein muss, haben wir in unseren Wäldern einen der wenigen natürlichen Lebensräume, obwohl hier jeder Quadratmeter Kulturladnschaft vom Menschen geprägt ist. Die vorausschauende Planung des Waldbaus mit einer Nutzung in 100 Jahren nach Pflanzung zeigt auch, wie die Förster mit ihren Revieren verbunden sind. Die Teilnehmerinnen waren sich einig, dass sie die Wälder, in denen sie jagen, jetzt auch mit anderen Augen sehen.

 

Am Samstagnachmittag führte uns Klaus Weisskirchen in einem Lockjagdseminar in die Kunst des Täuschens ein. Der bekannte Lockjagdexperte zeigte den Teilnehmern die Möglichkeiten und den Einsatz verschiedener Lockinstrumente auf sowie auch die verschiedenen Möglichkeiten für deren Einsatz. Viele Tipps zum Verhalten auf der Jagd und zu den Wahrnehmungen der Tiere wurden den Anwesenden vermittelt.

Lockjagd wird heute nicht nur zur Jagd eingesetzt. Viele Tieraufnahmen in Filmen oder Fotos wären ohne Locker nicht möglich. Auch die Möglichkeit, Tierstimmen zu imitieren, weckt bei vielen Nichtjägern Faszination und Interesse. Für viele Reviere mit hoher Freizeitnutzung wie Mountainbiking, Geocaching etc. bietet die Lockjagd eine interessante Alternative.

Der Vortrag bestärkte die Teilnehmer auch, die Tierwelt aufmerksan zu beobachten und das Verhalten und das Zusammenspiel der Tiere verstärkt in die Jagdpraxis einfließen zu lassen.

Nach intensivem Üben unter Anleitung von Klaus Weißkirchen steht jetzt der anstehenden erfolgreichen Blattjagd nichts mehr im Wege.

 

Das Jägerinnenforum bedankt sich bei Familie Riexinger, Förster Markus König und Klaus Weisskirchen für dieses gelungene Wochenende.

Andrea Ott

Erstellt am 07.06.2016
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