Hundebesitzer aufgepasst – Staupe-Virus auf dem Vormarsch

Der für Hunde gefährliche Staupe-Virus breitet sich zunehmend unter Füchsen aus. Die Jäger in Baden-Württemberg machen sich Sorgen.

Erstellt am 12.04.2016

Während die Tollwut in Deutschland als ausgestorben gilt und seither die Fuchspopulation stetig steigt, breitet sich nun vermehrt die Staupe unter Füchsen aus. Nach einer Epidemie 2013 im Landkreis Esslingen, wurde Ende 2015 der sogenannte Canine Distemper Virus als Krankheits- und Todesursache bei verschiedenen Füchsen im Landkreis Böblingen nachgewiesen.

 

Der Fuchs hat bei uns keine natürlichen Feinde und sein Tisch ist reich gedeckt. Seine Streifzüge macht er nicht nur über das freie Feld, um dort kleine Säugetiere und Vögel zu erbeuten. Auch Komposthaufen, Mülltonnen und Hühnerställe zählen zu seinem Jagdgebiet. Als allesfressender Kulturfolger schätzt er die Nähe zu Siedlungsgebieten und sucht dort nach Nahrung.

 

Staupe gilt als die häufigste Infektionskrankheit bei Hunden. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeit, allerdings kann gegen Staupe wirksam geimpft werden. Hunde- und Frettchenbesitzern wird deshalb empfohlen, diese Impfungen regelmäßig aufzufrischen. Außerdem sollte der Kontakt zu möglichen Überträgern unterbunden werden.

 

Mit dem Inkrafttreten des neuen Jagd- und Wildtiermanagementgesetz in Baden-Württemberg zum 1. April 2015 wurde die Jagdzeit für den Fuchs deutlich eingeschränkt, weshalb ein weiterer Anstieg der Fuchspopulation zu erwarten ist. Insbesondere weil in den Monaten Mai bis Juli keine flächendeckende Jungfuchsbejagung mehr stattfinden kann, sondern erst ab August eine allgemeine Jagdzeit herrscht, ist kein deutliches Eingreifen seitens der Jäger in die Population aufgrund der neuen Gesetzeslage mehr möglich. Dies begünstigt das Seuchengeschehen!

 

Info: Hunde- und Marderartige können an Staupe erkranken, Menschen nicht. Eine hohe Fuchsdichte begünstigt die schnelle Übertragung. Tote Füchse, bei denen der Verdacht auf eine Infektion mit Staupe besteht, können kostenlos zur Untersuchung an das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt nach Fellbach gebracht werden

Erstellt am 12.04.2016
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