"Waschbären kennen keine Ländergrenzen"

Jäger fordern anlässlich der Agrarministerkonferenz einheitliche Standards für die Eindämmung von Waschbär und Co. Unnötige Beschränkungen für die Jagd mit Falle und Waffe sollen fallen. Kastration ist keine Alternative zur Jagd.

  • Der Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt. (Foto: Mross/DJV)

    Der Waschbär hat sein Verbreitungsgebiet deutschlandweit in sieben Jahren nahezu verdoppelt. (Foto: Mross/DJV)

Erstellt am 01.10.2018

Bei einer Tagung am 26. September hat das Präsidium des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ein 5-Punkte-Papier zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten verabschiedet. Zentrale Forderung: Jäger sind die ersten Ansprechpartner, denn die Eindämmung von Waschbär, Mink oder Nutria ist mit Falle und Waffe wirkungsvoll und tierschutzgerecht. An die Teilnehmer der heute beginnenden Agrarministerkonferenz in Bad Sassendorf hat der DJV die Forderung gerichtet, auf bundeseinheiltiche Standards für die Umsetzung der EU-Verordnung zum Management invasiver Arten zu drängen.

„Waschbär und andere eingeschleppte Arten kennen keine Ländergrenzen. Das gilt für Deutschland und Europa gleichermaßen. Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, deren Verbreitung zu unterbinden“, sagte DJV-Präsidiumsmitglied Professor Jürgen Ellenberger. Die Jagd auf invasive Tierarten sollte laut DJV vereinfacht werden: Keine Verbote in Siedlungs- und Schutzgebieten und ganzjährige Jagdzeit. Dennoch muss der Elterntierschutz erhalten bleiben.

Deutschland habe gegenüber den Nachbarländern eine große Verantwortung, so Professor Ellenberger. Der Waschbär beispielsweise drängt von Deutschland aus nach Polen und ins Baltikum vor. Die Nutria verbreitet sich entlang des Rheins Richtung der Niederlanden. Der Pflanzenfresser aus Südamerika untergräbt Deiche, frisst bedrohte Röhrichtarten und zerstört damit Lebensräume für viele wassergebundene Tierarten.

Managementvorschläge aus Hessen halten die Jäger für praxisfern: Waschbären sollen kastriert und anschließend wieder freigelassen werden. „Es ist utopisch, 134.000 Tiere einzufangen, zu betäuben und zu kastrieren. So viele haben Jäger in der vergangenen Saison erlegt, ein wichtiger Beitrag für den Artenschutz“, sagte Ellenberger. Ein nachträgliches Freilassen sei überdies gesetzlich verboten und ein Bärendienst am Artenschutz: Schließlich hätten auch kastrierte Waschbären Appetit auf bedrohte Vögel oder Schildkröten.

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