Ein Horrido auf...

Immer weniger Menschen haben Bezug zur Natur. Die wenigsten wissen, was Jäger eigentlich machen und warum Jagd wichtig ist. Mit diversen Projekten und Aktionen vor Ort, versuchen die Jägervereinigungen im Land deshalb, bestehende Vorurteile abzubauen. In unserer Rubrik "Ein Horrido auf" stellen wir Ihnen regelmäßig vorbildliche Projekte vor. 


...die KJV Markgräflerland: Musikalischer Jagdmorgen

Die Jägervereinigung Markgräflerland hat im Sommer zum musikalischen Jagdmorgen in den Kurpark in Bad Krozingen eingeladen und den zahlreichen Gästen unvergessliche Stunden beschert. Denn bei der abwechslungsreichen Veranstaltung handelte es sich ­keineswegs um ein reines Konzert. Vielmehr erhielt das Publikum einen Einblick in das Jagdgeschehen selbst, fachkundige Erklärungen gab es dabei von verschiedenen Mitgliedern der beiden Gruppen. Bei der Vorstellung der Jagdgebrauchshunde und deren Einsatzgebiete konnten die Zuhörer erfahren, dass viel Zeit und Geduld erforderlich ist, bis eine erfolgreiche Prüfung abgelegt werden kann. Erstaunen auch, bei der hohen Zahl an Wildunfällen, zu denen die Jäger mit ihren Hunden gerufen werden. 
 Danach hörten die Anwesenden zusammen mit den in orange gekleideten Jägern (B-Bläsergruppe Vorderes Kandertal) die klaren und strengen Regeln bei einer Drückjagd, die der Jagdleiter vorlas. Die Jäger stimmten mit ihren Fürst-Pless-Hörnern verschiedene Jagdsignale an. Rund um die große Rasenfläche ertönten die Melodien, die eine Drückjagd begleiten. Jagdhornklänge, das aufgeregte Bellen der Hunde, die anwesenden Laien bekamen eine Ahnung davon, wie es bei einer richtigen Jagd zugeht. In verschiedenen kleinen Vor­trägen erfuhren die Zuhörer auch etwas über die Geschichte der Jagd und die Entwicklung des Jagdhorns. Die Parforcehorn-Bläser auf der Bühne wandten bei ihren Darbietungen den Besuchern bewusst den Rücken zu. Die Es-Gruppe der Markgräfler brachten Jagdmusik aus dem Bereich des Barock zu Gehör und spielten auch ein Stück aus der Hubertusmesse. 
Mit Liedern zum Mitsingen endete das musikalische Programm. Abgerundet wurde der Jagdmorgen mit dem Einsatz des Lernort-Natur-Mobils, an dem sich interessierte große und kleine Besucher über die heimische Tierwelt und deren Habitat informieren konnten. 
Text: Marlies Löffler  --  Bild: Peter Stahl


...die KJV Waiblingen: Aktionstag an Grundschule

Im Mai 2019 fand der erste Naturschutz-Aktionstag an der Naturpark-Grundschule Kaisersbach statt. Die Kreisjägervereinigung Waiblingen beteiligte sich daran mit einem Workshop.
Morgens halb neun in Kaiserbach, eine Schulaula voller Kinder in Matschhosen und ein paar Ehrenamtliche, die auf ihren Einsatz warten. Auf Einladung der Naturparkschule haben ForstBW, verschiedene Naturschutzorganisationen und die Kreisjägervereinigung Waiblingen verschiedene Stationen vorbereitet. Neben Eichhörnchen-Futterstationen, Baumpflanzungen und dem Bauen von Nistkästen, bereitete die KJV das Anlegen einer Wildäsungsfläche vor. Der Biotopobmann der KJV, René Greiner, ging mit einer Kindergruppe in den Wald, um im Wohnzimmer von Reh und Co. Wissenswertes zur Biologie der heimischen Wildtiere zu erklären.
Entlang eines Forstwegs wurde anschließend gemeinsam eine Fläche zur Aussaat vorbereitet. Nachdem die Kinder mit Rechen ein Saatbeet vorbereitet hatten, wurde eine Pioniermischung mit verschiedenen Äsungspflanzen ausgesät und angetreten. Die Kinder waren mit voller Begeisterung bei der Sache, wenngleich das eigentliche Highlight die Rauhaardackeldame Vroni war, die mindestens genauso fleißig mitbuddelte. Eins ist klar: Beim nächsten Naturschutz-Aktionstag sind wir wieder dabei!

Text: René Greiner  ---  Bild: KJV Waiblingen


...die KJVen Böblingen und Leonberg: Projekt zur Kitzrettung gestartet

Die Jägervereinigungen Böblingen und Leonberg haben zusammen mit dem Landratsamt Böblingen eine einmalige Initiative zur Rettung von Kitzen vor dem Mähtod ins Leben gerufen: Die Jägerschaft kann eine Drohne des Landratsamtes, die für den Katastrophenschutz beschafft wurde, für drei Monate zur Kitzrettung nutzen. Die Helfer sind außerdem im Auftrag des Landratsamtes tätig und damit versichert. Das gilt auch für die teure Drohne mit der Wärmebildkamera.
Und was wichtig ist: Die Landwirte ziehen voll mit- und das durchaus aus gute Grund: Wie Dr. Wilhelm Hornauer, Leiter Veterinärdienst und Lebensmittelüberwachung im Landratsamt betont, ist die Rettung der Kitze nicht nur ein Beitrag zum Tierschutz, sondern auch zur Futtermittelsicherheit. „Kadaver im Silagefutter sind für Nutztiere ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Bei der Verwesung unter Luftabschluss entstehen gefährliche Giftstoffe, die u.a. die tödliche Krankheit Botulismus, für die Rinder und andere Pflanzenfresser sehr empfänglich sind, verursachen. 
Am 28. Mai wurde das Projekt zu früher Stunde der Presse vorgestellt. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der KJV Böblingen.
Text: Petra Reidel/Dr. Erhard Jauch  ---  Bild: Dr. Erhard Jauch 


...die KJV Heidelberg: Neues Bienenhotel

Im Hegering 2 der Heidelberger Jägervereinigung liegt den Jägern der Naturschutz am Herzen – und zwar nicht nur der Schutz der jagdbaren Wildarten und ihrem Lebensraum, sondern allem was darin kreucht und fleucht. Unsere Wildbienen sind wesentlicher Bestandteil einer gesunden und vielfältigen Naturlandschaft, ohne sie würde es ziemlich düster aussehen, deshalb hat es sich der HR 2 entschieden ein Insektenhotel zu bauen!
Als Standort wurde das Außengelände des Heidelberger Schützenvereins 1490 Heidelberg e.V. gewählt, für das die Heidelberger Jägervereinigung die Pflege und Unterhaltung der Außenanlagen übernommen hat. Wer letztes Jahr regelmäßig am Schießstand war, hat bestimmt festgestellt, dass am Parkplatz ein paar Obstbäume und eine Blühwiese den Baumlehrpfad abgerundet haben und genau dort passt das Insektenhaus gut hinein.
Mit vereinten Kräften von Jung- und Altjägern wurde in rund 30 Stunden Arbeit, unter Leitung und Organisation von Hegeringleiter Ralph Steffen, ein erstklassiges Bienenhotel erbaut! Zunächst wurden Ende März die Grabe- und Betonierarbeiten vorgenommen. Anfang April trafen sich die Helfer und sägten, bohrten, banden und fiedelten den großen Setzkasten und einiges an späterem Füllmaterial zusammen. Zum dritten Teil der Aktion Insektenhotel am 9. April sind weitere Freiwillige zusammengekommen, um das Haus zu befüllen. Danach wurde es im feierlichen Rahmen eröffnet. Herzlichen Dank an alle Mitglieder die mit vereinten Kräften mitgewirkt haben! Die Aktion ist auch ein schönes Zeichen für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Heidelberger Schützenverein 1490 Heidelberg e.V.
Text: Martina Löber  ---  Foto: Martina Löber, Ralph Steffen