COVID-19


Überblick über aktuelle Regelungen rund um die Jagd (Stand 22.10.2020)

Aktuelle Informationen zu Corona und Jagd (Stand 22.10.2020)

Baden-Württemberg hat wegen stark steigender Befallszahlen im Land die dritte Pandemiestufe ausgerufen, die weitere Einschränkungen im privaten und öffentlichen Bereich mit sich bringt.

Seit dem 19.10.2020 gilt die überarbeitete Corona-Verordnung des Landes:

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/

 

Grundsätzlich ist beim Kontakt von Personen untereinander darauf zu achten, dass eine Begrüßung ohne Handschlag oder Umarmung erfolgt und Niesen und Husten in die Armbeuge erfolgen sollte. Häufiges Händewaschen wird empfohlen.

Grundsätzlich gilt im Freien wie in geschlossenen Räumen zudem:

  • Abstandsregelung von 1,5 m in jede Richtung für alle Personen, auch im öffentlichen Raum (Fußgängerzone etc.).
  • Maskenpflicht, wenn Abstandsregelung nicht eingehalten werden kann. Dies gilt allerdings nicht für Veranstaltungen: Wenn ein Raum bei mehr als 10 Teilnehmenden nicht ausreichend Platz bietet die Abstandsregelung einzuhalten, kann dies nicht durch generelle Maskenpflicht während der ganzen Veranstaltung kompensiert werden!

Zu beachten ist zudem, dass Kommunen und Landkreise z.T. Allgemeinverfügungen erlassen, die hinsichtlich zulässiger Personenzahlen von der Corona-VO des Landes (nach unten) und anderen Regelungen abweichen können.

In diesem Fall empfehlen wir bei der geplanten Durchführung von Veranstaltungen die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Stelle beim LRA bzw. der Gemeinde.

Die aktuelle Corona-VO des Landes beinhaltet folgende Neuregelungen, die auch Auswirkungen auf jagdliche Veranstaltungen haben.

 

 

Veranstaltungen

Eine Veranstaltung im Sinne der Corona-Verordnung ist ein zeitlich und örtlich begrenztes und geplantes Ereignis mit einer definierten Zielsetzung oder Absicht in der Verantwortung einer Veranstalterin oder eines Veranstalters, einer Person, Organisation oder Institution, an dem eine Gruppe von Menschen gezielt teilnimmt.

Das heißt:

Hegeringversammlungen, Vorstandssitzungen oder Hauptversammlungen sind Veranstaltungen im Sinne der Corona-Verordnung, dies gilt auch für Ausbildungskurse zur Jungjägerausbildung, jagdlichen Fortbildungsveranstaltungen und Jägerprüfungen. Zu den Veranstaltungen im Sinne der Corona-Verordnung gehören auch Drückjagden.

 

Wer eine Veranstaltung abhält, hat die Hygieneanforderungen nach § 4 der Corona-Verordnung einzuhalten, ein Hygienekonzept (§ 5) zuvor zu erstellen und eine Datenverarbeitung nach § 6 (namentliche Erfassung der Teilnehmer mit Tel. Nr. und Adresse) durchzuführen. Es gilt ein Zutritts- und Teilnahmeverbot für Personen, die

  • in Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem letzten Kontakt noch nicht 14 Tage vergangen sind,
  • typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus, namentlich Fieber, trockener Husten, Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns, aufweisen, oder
  • entgegen § 3 Absatz 1 keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Die Teilnehmerzahl für Veranstaltungen wird auf 100 begrenzt.

Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen müssen den Teilnehmenden feste Sitzplätze zugewiesen werden, die in jede Richtung die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleisten.

Hygiene-Anforderungen bei Veranstaltungen

  • Begrenzung der Personenzahl auf Grundlage der räumlichen Kapazitäten und die Regelung von Personenströmen und Warteschlangen, damit eine Umsetzung der Abstandsregel nach § 2 der Corona-VO ermöglicht wird,
  • Soweit keine geeigneten physischen Infektionsschutzvorrichtungen vorhanden sind, wird die Einhaltung eines Mindestabstands zu anderen Personen von 1,5 Metern empfohlen. Unter physischen Infektionsschutzvorrichtungen“ sind z.B. Plexiglaswände zu verstehen.
  • Regelmäßige und ausreichende Lüftung von Innenräumen, die dem Aufenthalt von Personen dienen, sowie die regelmäßige Wartung von Lüftungsanlagen,
  • Regelmäßige Reinigung von Oberflächen und Gegenständen, die häufig von Personen berührt werden,
  • Vorhalten von Handwaschmittel in ausreichender Menge sowie von nicht wiederverwendbaren Papierhandtüchern, alternativ Handdesinfektionsmittel oder andere gleichwertige hygienische Handtrockenvorrichtungen,
  • Rechtzeitige und verständliche Information der Teilnehmenden über Zutritts- und Teilnahmeverbote, die Pflicht, außerhalb des festen Sitzplatzes eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, Abstandsregelungen und Hygienevorgaben, Reinigungsmöglichkeiten für die Hände usw.

Die Corona-Verordnung lässt zu, dass „Ansammlungen“ mit bis zu 10 Personen aus fremden Haushalten (bzw. mehr Personen aus zwei verschiedenen Haushalten) zusammen kommen können ohne Hygiene-Anforderungen, Hygiene-Konzept und Datenerfassung.

Das bedeutet z.B., dass sich 10 Jägerinnen und Jäger nach einem Gruppenansitz treffen können. Auch Vorstandsitzungen mit bis zu 10 Personen ohne Abstand und Maske sind zulässig.

 

Jagdausübung

Im Interesse der Reduzierung der Schwarzwildbestände als Prävention gegen die ASP ist es auch in diesen Zeiten wichtig, revierübergreifende Drückjagden durchzuführen. Dies ist umso mehr geboten, weil eine enorme Eichen- und Buchenmast die Einzeljagd an der Kirrung erschwert.

Auch wenn die Reviere von ForstBW die großen Drückjagden zur Risikominderung absagen, ist es wichtig, dass (rervierübergreifende) Drückjagden stattfinden.

 

Einzeljagd

Von Corona-Vorschriften nicht betroffen ist die Einzeljagd. Diese ist ohne Einschränkungen möglich.

 

Jagden mit mehreren Personen/Drückjagden

1.Jagden mit bis zu 10 Personen:

Diese sind ohne Einschränkungen möglich, d.h. es ist kein Hygienekonzept erforderlich. Der LJV empfiehlt trotzdem, bei Treffen vor und nach der Jagd Abstand einzuhalten bzw. eine Maske zu tragen. Beim Fahren mit dem Auto, beim Bergen von Wild, Nachsuchen etc. sollte eine Maske getragen werde, weil dort der Abstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann

 

2.Drückjagden mit mehr als 10 Personen

Bei den Teilnehmerzahlen sind alle an der Jagd Beteiligten mitzuzählen (Schützen, Treiber, Hundeführer, etc.).

Es wird empfohlen, auf die „geselligen Teile“ der Jagd, Mittagstrieb und Schüsseltreiben zu verzichten.

Bei Drückjagden gilt zudem ein Erlass des MLR zur Durchführung von Drückjagden unter Corona-Bedingungen (Aktuelle Fassung vom 22.10.2020).

 

Jagdhornblasen

Nach wie vor nicht uneingeschränkt möglich ist Jagdhornblasen.

Der Blasmusikverband Baden-Württemberg e.V. nennt als Voraussetzzungen für Proben und Auftritte:

  • 2 Meter Abstandnach vorne/hinten und seitlich von der Stuhlmitte aus gemessen zum nächsten Musiker.
  • Musizieren im Freien ist erlaubt unter Einhaltung der Abstandsregeln von 2 Metern.·
  • Die Anzahl der Musiker im Raum und im Freien ist nicht begrenzt. In Räumlichkeiten entscheidet die Raumgröße über die Anzahl der Musiker, um den nötigen Abstand zu gewährleisten.
  • Der geschlossene Raum muss alle 15 Minutenkurz gelüftet werden.; Reinigung/Desinfektion des Raumes nach der Probe/Veranstaltung.·
  • Der Veranstalter (Verein) ist für die Umsetzung eigenverantwortlich. Ein Raum- und Hygienekonzept muss vorliegen und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorgelegt werden

 

Hundeausbildung- und -prüfung

Ausbildungskurse und Hundeprüfungen können ohne Beschränkungen mit bis 10 Personen durchgeführt werden.

Trotzdem wird auch bei kleinen Teilnehmerzahlen empfohlen, Abstände einzuhalten und ggf. Maske zu tragen.

Bei größeren Gruppen gelten die für Veranstaltungen erlassenen Regelungen, also Hygienekonzept und Beachtung der Hygienevorschriften, Registrierung der Teilnehmer, u.a.

Es besteht immer noch Unsicherheit, ob in diesem Jahr Brauchbarkeitsprüfungen in gewohnten Maße durchgeführt werden können.

Daher wurde mit der Gothaer Versicherung für die kommende Drückjagdsaison 20/21 vereinbart, dass Jagdhunde, die einen Vorbereitungskurs besucht aber noch keine Brauchbarkeitsprüfung abgelegt haben, im Todesfall wie ein geprüfter Hund entschädigt werden (2.000 € statt 1.000 €). Wir hoffen aber sehr, dass möglichst wenige unserer vierbeinigen Jagdgefährten bei der Drückjagd zu Tode kommen!

Das LJV-Präsidium hat beschlossen, dass der Prüfungszeitraum für die Brauchbarkeitsprüfung für Nachsuchen unter erschwerten Bedingungen (1.4) bis zum 31. Januar 2021 verlängert wird. Bei den BP Modulen 1.1 und 1.2 gibt es keine zeitliche Begrenzung, so dass diese das ganze Jahr über durchgeführt werden können. Die Brauchbarkeitsprüfung für die Bewegungsjagd (1.5) darf nur im Zeitraum vom 01. September bis 31. Januar stattfinden. Eine Erweiterung des Prüfungszeitraums ist unter Beachtung der Jagdruhe und des Tierschutzes nicht sinnvoll.

 


Drückjagden unter Corona-Bedinungen

Angesichts der Corona-Pandemie ist die Afrikanische Schweinepest etwas in Vergessenheit geraten. Aber die ASP-Situation in Osteuropa ist nach wie vor bedenklich und noch lange nicht bereinigt. An der Grenze zu Polen werden seit September in Brandenburg ständig steigende Zahlen an infizierten Wildschweinen auf deutschem Gebiet gefunden.

Bei uns werden hohe Schwarzwildbestände beobachtet. Die Einzeljagd an der Kirrung wird wieder einmal durch Buchen-und Eichenmast erschwert werden. (Revierübergreifende) Drückjagden sind deshalb auch im Jagdjahr 2020/2021 notwendig.

Aktuelle Informationen zur Durchführung von Drückjadden unter Corona-Bedingungen finden sie hier.

 

 


Hunde und Wildtiere stellen kein Infektionsrisiko dar

Auf Anfrage des Deutschen Jagdverbandes (DJV) teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit: Menschen können sich nach aktuellem Wissensstand nicht über Haus- oder Wildtiere mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren. Jagdhunde stellen also kein Infektionsrisiko dar, ebenso wenig Reh oder Wildschwein. Um ganz sicher zu gehen, untersucht das FLI derzeit, ob Tiere ein Virusreservoir sein könnten. Ergebnisse sollen Ende April 2020 vorliegen. 
Weitere Informationen zum Thema finden sie hier.


Jägerprüfungen 2020

Die Prüfungstermine im  November im Jahr 2020 und im Jahr 2021 werden, wenn es die Seuchenlage zulässt, wie  vorgesehen stattfinde. Es gelten dabei durch  die jeweilige Corona-Verordnung vorgeschriebenen Auflagen. Die Prüfungsstelle hat ein Hygienekonzept für die Prüfungen erarbeitet, das für die Durchführung der Prüfungen bindend ist.  

Bitte beachten Sie:
Prüfungsteilnehmer, die bereits zu einer Prüfung angemeldet sind, die ggf. aus Gründen der Corona-Verordnung nicht stattfinden kann, bleiben angemeldet. In diesem Fall können die Ausbildungsstätten oder der Prüfungsteilnehmer der Prüfungsstelle mitteilen, welcher der Folgetermine wahrgenommen werden kann. Bereits bezahlte Prüfungsgebühren werden auf die neue Prüfung übertragen.

Bei Prüfungsbeginn muss die nach der Jägerprüfungsordnung vorgeschriebene Ausbildung absolviert sein.

Bitte fragen Sie ggf. bei der Prüfungsstelle nach!


Kontakt zur Prüfungsstelle
Telefon: 0711/268436 -03 oder -21
jaegerpruefung(at)landesjagdverband.de


Landesjägertag/Delegiertenversammlung

Der Landesjägertag im April 2020 musste abgesagt werden. Leider lassen die Corona-Vorschriften für Veranstaltungen es nicht zu, dass wir die Delegiertenversammlung am 10. Oktober nachholen. Wir würden dafür eine sehr große Halle benötigen. 

Die Beschlüsse der Delegiertenversammlung, die für das Jahr 2020 notwendig sind, werden vorbehaltlich der endgültigen Zustimmumg des LJV-Präsidiums, beim Landesjägertag am 8.5.2021 in Schluchsee gefasst. 

Am 10.10.2020 findet eine Landesweite KJM-Tagung im SSB-Veranstaltungszentrum „Waldaupark“ in Degerloch statt. 


Landesbläsertreffen wird verschoben

Das diesjährige Landesbläsertreffen am 28.6.2020 in Freiburg wird abgesagt. Auch wenn die Veranstaltung erst Ende Juni stattfinden sollte, lässt die derzeitige Entwicklung des Seuchengeschehens erwarten, dass bis dahin die Sache keineswegs ausgestanden ist. Das Landesbläsertreffen soll im nächsten Jahr, wenn möglich am gleichen Ort, nachgeholt werden.