Erfahrungsaustausch in Brandenburg

Nationale und internationale Fachleute trafen sich beim Pilotprojekt zur Wiederansiedlung des Auerhuhns in der Niederlausitz.

Der aktuelle Stand des Wiederansiedlungsprojektes in der Niederlausitz und Erfahrungen in anderen Auerhuhn-Projekten führte Fachleute aus Deutschland, Polen, Schweden und der Schweiz in der Kurstadt Bad Liebenwerda zusammen. Erfahrungen aus dem Aktionsplan Auerhuhn Schwarzwald, der Beitrag der Jäger im Rahmen des LJV-Auerwildprojekts, die Urhühner im Fichtelgebirge, Birkwild in der Rhön, das Auerhuhn im alpinen Lebensraum in der Schweiz und in Polen gehörten zu den Themen der Tagung. 

Dr. Christoph Unger musste so zum Beispiel ein Ansiedlungsprojekt mit russischen Wildvögeln nach zehn Jahren als "nicht erfolgreich" bezeichnen. Jedoch brachte er für die Niederlausitz wichtige Erfahrungen mit. So sei es zumindest in der ersten Zeit der Ansiedlung der Tiere sinnvoll, Prädatoren, die dem Auerhuhn gefährlich werden können, ins Visier zu nehmen. 

Diese Erfahrungen gelten auch für die noch kopfstarke Population im Schwarzwald, wo die Jägerschaft neben der Arbeit der Auerwildhegeringe (Monitoring, Fortbildung, Habitatpflege) mit dem Auerwildprojekt sich auch der Verringerung des Prädationsdrucks widmet, wie Klaus Lachenmaier vom LJV berichtete. Zusammen mit den Auerwildhegeberaten Johann Belsch und Dieter Geiger stellte er das LJV-Projekt der Fachwelt vor. Dieses stellte Dr. Veronika Braunisch von der FVA mit ihrem Vortrag in den Gesamtrahmen des Aktionsplans Auerhuhn, der noch ergänzt wurde von Patrick Stadler mit seinem Bericht über Beobachtungen balztollen Hähnen im Nordschwarzwald. 

Prof. Dr. Torleif Eriksson von der Bezirksregierung Länsstyrelsen in Schweden wünschte dem Niederlausitzer Projekt mit den Tieren aus seiner Heimat alles Gute. Ein Problem, weitere Auerhühner zur Verfügung zu stellen, sehe er nicht. Bei Vorkommen von etwa 200 000 Tieren werden diese in Schweden bejagt. Eine nüchtern-sachliche Herangehensweise an die Wiederansiedlung in der Niederlausitz ist nicht zuletzt wegen der Erfahrungen anderenorts in Deutschland angeraten.

Erstellt am 16.04.2014
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