Vielfalt-Starter 2019

In den vergangenen zweieinhalb Jahren konnten im Rahmen der „Allianz für Niederwild“ viele Erfolge für das Niederwild erzielt werden. Bewährt hat sich vor allem die Anlage von Blühflächen. Neben einer guten Deckungs- und Nahrungsstruktur, entsteht auch Lebensraum für zahlreiche Insektenarten. Diese wiederum dienen als Nahrungsgrundlage für die Küken von Rebhuhn, Fasan und Co.

Damit es Jäger, Landwirte und andere Akteure in der Fläche leichter haben für mehr Vielfalt zu sorgen, wurde der Landesjagdverband von der LAZBW-Wildforschungsstelle beauftragt, das Projekt „Vielfalt Starter“ durchzuführen. Das Sonderprogramm Biologische Vielfalt der Landesregierung stellt für dieses Projekt die finanziellen Mittel zur Anlage von Blühflächen zur Verfügung.

So einfach geht’s:

  1. Revierinhaber, anerkannte Wildtierschützer, Biotopobleute, Hegeringleiter oder Jagdgäste mit Zustimmung der jeweiligen Revierinhaber suchen sich Allianzpartner: Das können Landwirte sein, aber auch Kommunen oder andere Naturschutzverbände, die Ackerflächen im Eigentum haben bzw. bewirtschaften.
  2. Die Allianzpartner geben eine schriftliche Zusage, dass die Flächen für das Projekt „Vielfalt – Starter“ zur Verfügung gestellt werden (Angabe von Flurstücksnummer, Gewann, Gemarkung und Größe in Hektar). Der Flächenumfang ist nicht begrenzt
  3. Die Meldung der Flächen erfolgt an den Landesjagdverband bis zum 31.03.2019 mit einem Vordruck (pro zusammenhängender Fläche muss jeweils ein separater Antrag gestellt werden). 
  4. Der Landesjagdverband leitet die Flächenanträge an die Wildforschungsstelle zur Prüfung weiter.
  5. Kommen die gemeldeten Flächen in Frage, erhalten die Bewirtschafter einen Vertrag und haben Anspruch auf eine Förderung: Pro Hektar Blühfläche werden im Jahr 2019 einmalig 850,00 € sowie die Saatgutkosten erstattet. Die Flächen können entweder im Frühjahr (bis 31. Mai) oder Spätsommer/Herbst (bis 15. September) angelegt werden. Eine Kombination mit Förderprogrammen des Landes Baden-Württemberg (z.B. FAKT oder LPR) ist nicht möglich. Der Landwirt erhält aber weiterhin für die Fläche Direktzahlungen aus der EU-Förderung. Im Gemeinsamen Antrag ist die Fläche mit dem Nutzungscode 591 (Ansaat einer Blühmischung) anzugeben. Die Mindesttätigkeit im Jahr 2019 wird auf den Flächen durch die Anlage der Blühbrache erfüllt.

Förderkriterien im Überblick

  • Die geförderte Fläche liegt innerhalb Baden-Württembergs
  • Es werden ausschließlich Lokalinitiativen gefördert (Jäger + weitere(r) Akteur(e))
  • Es wird ausschließlich einmalig die Anlage von Blühflächen gefördert
  1. Einjährig (Aussaat bis 31. Mai, kein Umbruch vor 30. November)
  2. Überjährig
    • Aussaat bis 31. Mai (2a), kein Umbruch vor 01. Februar im Folgejahr
    • Aussaat bis 15. September (2b), kein Umbruch vor 15. August im Folgejahr
  3. Mehrjährig (mehrjährige Mischung, Folgejahre auf freiwilliger Basis)
    • Aussaat bis 31. Mai (3a),  kein Umbruch vor 01. Februar im Folgejahr,
    • Aussaat bis 15. September (3b), kein Umbruch vor 15. Februar im Folgejahr,
  • Für die Anlage der Blühflächen ist eine Aussaatstärke von 5-10 kg/ha vorgeschrieben
  • Die Flächen müssen ausschließlich mit den vom LJV empfohlenen Saatgutmischungen eingesät werden: Blühbrache Vielfalt bei 1. und 2a und b, Basismischung I bei 3a und b.)
  • Während der Vereinbarungslaufzeit sind weder Pflanzenschutz- noch Düngemittel gestattet.
  • Ein Umbruch vor Ende der Vertragslaufzeit ist nicht gestattet.
  • Bei Auftreten von Problemunkräutern sind Maßnahmen zur mechanischen Unkrautregulierung nach vorheriger Absprache möglich.

Auf die Jägerschaft kommt es an

Jetzt kommt es auf Sie, die Jägerinnen und Jäger in Baden-Württemberg, an, damit sich in der Fläche auch etwas zugunsten von Feldhase und Co. verändert! Sprechen Sie ihre Landwirte an, suchen Sie sich Verbündete für unser Niederwild und die Insektenvielfalt. Dank dem „Vielfalt Starter“ – Projekt kommen Sie nicht als Bittsteller, sondern können Bewirtschafter eine attraktive zusätzliche Förderprämie in Aussicht stellen. Gemeinsam können wir so den Einstieg für mehr Vielfalt in unserer Kulturlandschaft schaffen.

Pro zusammenhängender Fläche muss jeweils ein separater Antrag gestellt werden. 

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