Jahrestreffen im März in Esslingen

Von Jagdethik und Zähnen

 Am 25.März 2017 trafen sich die die Teilnehmer des Jägerinnenforums zum Jahrestreffen im Waldheim  Esslingen-Zollberg. Nach einem kurzen Resümee der Vorsitzenden Elisabeth Keil ging es mit Tiefgang in die Jagdethik - ähnliche einer Predigt, zum Sonntag passend: „Warum töten wir? Wir sind nicht mehr auf Wildbret als Nahrungsgrundlage angewiesen. Vielmehr ist es ein teurer Luxus“, so der Referent. Dr. Christof Diedrichs zog die Verbindung zum Hinduismus, der wie laienhafte Naturschützer grundsätzlich das Töten ablehnt. „Wir sollten diese Einstellung nicht leichtfertig abtun“, so der Appell des Kunsthistorikers. Er stellte und beantwortete weitere Fragen wie: „Können Tiere ein subjektives Wohlbefinden empfinden? Das Töten von Mastschweinen ist ethisch kein großes Problem. Laut Florian Asche hat das Tier damit kein Problem. Entscheidend ist, wie man es tut, und wie das Leben bis zum Tod verlaufen ist.“ Er beleuchtete subjektive Beweggründe des Jagens. Der Tötende: Gefühl der Vorfreude auf Beute – Gefühl nach Bedarf. „Ich habe eine Gams erlegt und hatte das Gefühl, etwas richtig getan zu haben.“ Sein Fazit: „Jagdethik sollte eine Kombination aus Tier- und Jägerethik sein. Sie ist die Begründung für unser Handeln. Jagdethik unterliegt dem ständigen Wandel in der Zeit und sollte in der Gesellschaft zum Umgang mit der Natur für alle Menschen Gültigkeit besitzen.“ Elisabeth Keil verkündete, dass aktuell 720 Mitglieder im Forum sind. Andrea Ott berichtet über Damenwaffe mit Schalldämpfer. „Die Waffe liegt mir unwahrscheinlich. Der Pistolengriff ist steiler, das passt mir besser.“ Danach informierten die Bezirksobfrauen über das vergangene Jahr in ihrem Beritt. Zweiter Vortragender war Andreas Schatz, der aus Österreich anreiste. Er erläuterte seine Methode der Altersbestimmung mittels Zahnschliff. „Zahnzementzonen bilden sich zwischen den Zahnwurzeln – jedes Jahr eine neue Schicht. Altersschätzung ist keine Altersbestimmung, denn der Abschliff ist abhängig von genetischer Veranlagung, Biotop und Äsung.“ Zahnzement bildet sich um die Kaufläche plan zu halten und schiebt dadurch die Backenzähne nach oben. Bei Winterfütterung „verwässert“ die dunkle Linie, da der Stoffwechsel nicht so stark heruntergefahren wird.  

Erstellt am 11.04.2017
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