Tod im April – Flucht der Wildtiere endet oft tödlich

Es sind häufig weniger die Bisse hetzender Hunde, die Rehe und andere Wildtiere auf qualvolle Weise ins Jenseits befördern: Die Flucht des Wildes selbst birgt tödliche Gefahren. Nicht selten enden solche panikartigen Fluchten in Zäunen, in denen sich die Wildtiere dann schwer verletzen – oder auch vor dem nächsten Auto. So kann ein hetzender Hund sogar Menschenleben gefährden.

„Wenn wir Jäger unsere Mitbürger ansprechen, die wir mit frei laufenden Hunden in der Natur antreffen, bekommen wir häufig zur Antwort, dass der Hund nicht jage, sondern nur spielen wolle. Im Frühjahr sind aber Wildtiere am anfälligsten und am leichtesten zu reißen“, so Kreisjägermeister Philip Graf Reuttner. „Wir haben im April die höchste Zahl an gerissenen Rehen zu beklagen. In den Monaten März, April und Mai ist die Gefahr für Wildtiere, von Hunden gehetzt und getötet zu werden, rund dreimal so hoch wie von August bis November. Das liegt an der schlechteren körperlichen Verfassung der Wildtiere, die unter Umständen einen harten Winter hinter sich haben, aber auch daran, dass die weiblichen Tiere jetzt hochträchtig und damit, durch eingeschränkte Beweglichkeit, auch leichtere Beute für streunende Hunde sind. Dazu kommt später die große Zahl von Jungtieren, die im Frühling geboren und oft zufällig Opfer von unbeaufsichtigten Hunden werden.“

Da die meisten Hunde einen ausgeprägten Beutetrieb haben, den „Herrchen“ im Ernstfall oft nur schwer beherrschen kann, appelliert die Kreisjägervereinigung an die Verantwortung und Aufsichtspflicht der Hundebesitzer: Bitte nehmen Sie jetzt Ihren Hund in Wald und Feld an die Leine!

Zumindest aber müssen Hunde verlässlich im Einwirkungsbereich ihres Halters bleiben, so wie es das Landesjagdgesetz vorschreibt. Als Einwirkungsbereich gilt die Entfernung, auf die sich der Hund kontrollieren lässt und sich nicht vom Halter entfernt. Das kann bei gut ausgebildeten, gehorsamen Hunden auch ohne Leine sein. Daher ist Leinenpflicht nicht generell vorgeschrieben, kann aber in Naturschutzgebieten, Parks oder in von der Gemeinde ausgewiesenen Flächen verordnet werden. Verstöße sind jedoch Ordnungswidrigkeiten und können angezeigt werden.

(Pressemeldung KJV Biberach v. 13.04.10)

Erstellt am 04.04.2014
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