Wildtiermonitoring Hochrhein

Projektbeschreibung

Das Gemeinschaftsprojekt Fotofallen am Hochrhein des Landesjagdverbandes Baden Württemberg, dem WWF Deutschland und der Forstlichen Versuchsanstalt Freiburg untersucht mit engagierten Jägerinnen und Jägern Wildtierkorridore mit Hilfe von Fotofallen. Dafür standen 32 Fotofallen für einen Zeitraum von 12 Monaten im Feld und liefern wertvolle Informationen. Neben der Erkenntnis, welche Tierarten vor die Linse treten, soll erprobt werden ob Fotofallen für ein dauerhaftes Monitoring von Korridoren geeignet sind.

Aktuell

Bis zum  Sommer 2019 sind über 80.000 Bilder entstanden. Diese werden aktuell noch sortiert und ausgewertet.  Im Frühjahr 2020 ist eine Abschlussveranstaltung mit allen Projektpartnern geplant. Hier werden die Ergebnisse der letzten drei Jahren Projekt-Laufzeit vorgestellt.

Wildtiermonitoring am Hochrhein

Das Hochrheingebiet ist durch seine Lage zwischen dem Schwarzwald und dem Schweizer Jura für viele Wildtierarten von großer Bedeutung: durch wandernde Individuen findet hier der Austausch zwischen den beiden genannten Lebensräumen statt. Jedoch ist für die meisten Wildtiere heute der Wechsel zwischen den Gebieten aufgrund menschlicher Bebauung schwer passierbar. Ohne die gezielte Erhaltung von Wildtierkorridoren wird sich diese Situation künftig zuspitzen. Aus diesem Grund entwickelte die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württembergs (FVA) den Generalwildwegeplan (GWP) - ein Fachkonzept zur Erhaltung von Wildtierkorridoren. Im GWP sind für das Hochrheingebiet Korridore ausgewiesen, die über den Rhein Wildwechsel zwischen den beiden Großräumen Schwarzwald und Schweizer Jura ermöglichen (s. Abbildung).

Für die Erhaltung und Entwicklung dieser Korridore ist das Wissen über die Präsenz von Wildtieren und deren räumliche und jahreszeitliche Verteilung Voraussetzung. Dieses Wissen ist bei den Jagdausübenden vorhanden, da sie durch ihre Präsenz in den Lebensräumen die dortige Situation regelmäßig erleben. Eine enge Zusammenarbeit von Forschenden und Jagdausübenden im Wildtiermonitoring wäre daher wünschenswert.

Mit dem Ziel herauszufinden, inwiefern eine solche Zusammenarbeit möglich ist, haben sich der World Wildlife Fund for Nature (WWF) , der Baden-Württembergische Landesjagdverband (LJV) und die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA ) 2017 für das gemeinsame Projekt Wildtiermonitoring am Hochrhein als Projektpartner zusammengeschlossen. Im Projektgebiet (s. Karte) wurden ausgewiesene Wildtierkorridore und weitere bekannte Fernwechsel wandernder Wildarten untersucht. Die Daten wurden gemeinsam mit den Wildtierbeauftragten, den Fachpersonen im Wildtiermanagement und den Jagdausübenden mittels Kamerafallen erhoben und anschließend an der FVA in enger Zusammenarbeit mit dem LJV und dem WWF ausgewertet. Die Resultate dieses besonderen Kooperationsprojektes bilden den Grundstein für ein effizienteres Wildtiermonitoring am Hochrhein und ermöglichten somit auch die Optimierung der Planung der Wildtierkorridore.