COVID-19


Überblick über aktuelle Regelungen rund um die Jagd (Stand 1.11.2020)

Aktuelle Informationen zu Corona und Jagd (Stand 2.11.2020)

Aufgrund explodierender Infektionszahlen haben Bund und Länder am 28.10.2020 verschärfte Regelungen zur Prävention erlassen, die ab 2.11.2020 bis zum 30.11.2020 gelten. 

Die aktuelle Corona-Verordnung vom 1.11.2020 und umfassende Informationen dazu finden Sie hier.

Grundsätzlich ist beim Kontakt von Personen untereinander darauf zu achten, dass eine Begrüßung ohne Handschlag oder Umarmung erfolgt und Niesen und Husten in die Armbeuge erfolgen sollte. Häufiges Händewaschen wird empfohlen.

Grundsätzlich gilt im Freien wie in geschlossenen Räumen zudem:

  • Abstandsregelung von 1,5 m in jede Richtung für alle Personen, auch im öffentlichen Raum (Fußgängerzone etc.).
  • Maskenpflicht, wenn Abstandsregelung nicht eingehalten werden kann. Dies gilt allerdings nicht für Veranstaltungen: Wenn ein Raum für bis zu 100 Teilnehmende nicht ausreichend Platz bietet, um die Abstandsregelung einzuhalten, kann dies nicht durch generelle Maskenpflicht während der ganzen Veranstaltung kompensiert werden!

Zu beachten ist zudem, dass Kommunen und Landkreise z.T. Allgemeinverfügungen erlassen, die hinsichtlich zulässiger Personenzahlen von der Corona-VO des Landes (nach unten) und anderen Regelungen abweichen können.

In diesem Fall empfehlen wir bei der geplanten Durchführung von Veranstaltungen die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Stelle beim LRA bzw. der Gemeinde.

Nach der aktuellen Corona-VO gibt hinsichtlich jagdlicher Belange folgendes:

Veranstaltungen

Eine Veranstaltung im Sinne der Corona-Verordnung ist ein zeitlich und örtlich begrenztes und geplantes Ereignis mit einer definierten Zielsetzung oder Absicht in der Verantwortung einer Veranstalterin oder eines Veranstalters, einer Person, Organisation oder Institution, an dem eine Gruppe von Menschen gezielt teilnimmt.

Das heißt:

Hegeringversammlungen, Vorstandssitzungen oder Hauptversammlungen sind Veranstaltungen im Sinne der Corona-Verordnung, dies gilt auch für Ausbildungskurse zur Jungjägerausbildung, jagdlichen Fortbildungsveranstaltungen und Jägerprüfungen. Zu den Veranstaltungen im Sinne der Corona-Verordnung gehören auch Drückjagden.

Wer eine Veranstaltung abhält, hat die Hygieneanforderungen nach § 4 der Corona-Verordnung einzuhalten, ein Hygienekonzept (§ 5) zuvor zu erstellen und eine Datenverarbeitung nach § 6 (namentliche Erfassung der Teilnehmer mit Tel. Nr. und Adresse) durchzuführen. Es gilt ein Zutritts- und Teilnahmeverbot für Personen, die

  • in Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem letzten Kontakt noch nicht 14 Tage vergangen sind,
  • typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus, namentlich Fieber, trockener Husten, Störung des Geschmacks- oder Geruchssinns, aufweisen, oder
  • entgegen § 3 Absatz 1 keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Die Teilnehmerzahl für Veranstaltungen wird auf 100 begrenzt.

Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sollten den Teilnehmenden feste Sitzplätze zugewiesen werden, die in jede Richtung die Einhaltung des Mindestabstandes gewährleisten.

Hygiene-Anforderungen bei Veranstaltungen

  • Begrenzung der Personenzahl auf Grundlage der räumlichen Kapazitäten und die Regelung von Personenströmen und Warteschlangen, damit eine Umsetzung der Abstandsregel nach § 2 der Corona-VO ermöglicht wird,
  • Soweit keine geeigneten physischen Infektionsschutzvorrichtungen vorhanden sind, wird die Einhaltung eines Mindestabstands zu anderen Personen von 1,5 Metern empfohlen. Unter physischen Infektionsschutzvorrichtungen“ sind z.B. Plexiglaswände zu verstehen.
  • Regelmäßige und ausreichende Lüftung von Innenräumen, die dem Aufenthalt von Personen dienen, sowie die regelmäßige Wartung von Lüftungsanlagen,
  • Regelmäßige Reinigung von Oberflächen und Gegenständen, die häufig von Personen berührt werden,
  • Vorhalten von Handwaschmittel in ausreichender Menge sowie von nicht wiederverwendbaren Papierhandtüchern, alternativ Handdesinfektionsmittel oder andere gleichwertige hygienische Handtrockenvorrichtungen,
  • Rechtzeitige und verständliche Information der Teilnehmenden über Zutritts- und Teilnahmeverbote, die Pflicht, außerhalb des festen Sitzplatzes eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, Abstandsregelungen und Hygienevorgaben, Reinigungsmöglichkeiten für die Hände usw.

 

Jagdausübung

a) Drückjagden auf Schalenwild

Im Interesse der Reduzierung der Schwarzwildbestände als Prävention gegen die ASP ist es auch in diesen Zeiten wichtig, revierübergreifende Drückjagden durchzuführen. Dies ist umso mehr geboten, weil eine enorme Eichen- und Buchenmast die Einzeljagd an der Kirrung erschwert.

Auch wenn die Reviere von ForstBW die großen Drückjagden zur Risikominderung absagen, ist es wichtig, dass (rervierübergreifende) Drückjagden stattfinden.

Das Land hat einen mit dem LJV abgestimmten Erlass zur Durchführung von Drückjagden unter Beachtung der Corona-Vorschriften erlassen.

Bei Drückjagden ist auch Erlegung von anderen Wildarten zulässig. 

 

b) Treibjagden auf Niederwild

Das MLR stuft Treibjagden auf Niederwild (Hase, Fasan, Fuchs, Enten...) als private Veranstaltungen ein. Das bedeutet, dass daran bis zu 10 Personen aus maximal zwei Haushalten teilnehmen könnten. Das heißt: Treibjagden im üblichen Rahmen sind vorerst bis zum 30.11.2020 nicht möglich.

c) Einzeljagd

Die Corona-VO regelt, dass sich im öffentlichen wie im privaten Raum maximal 10 Personen aus zwei Haushalten treffen können. Dies bedeutet für die Einzeljagd, dass diese allein oder mit einer Begleitperson möglich ist. Die beiden Jagdteilnehmer können theoretisch bis zu vier weitere Personen aus ihrem Haushalt (Ehegatten, Lebenspartnern, Partnern einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandten in gerader Linie) mitnehmen.

Die Regelung gilt auch für das Bergen von Wild oder die Nachsuche.

 

Die Durchführung der Jägerprüfung im November ist nach der aktuellen Corona-Verordnung möglich unter strenger Beachtung der Hygienevorschriften. Dies gilt für die mündlich-praktische Prüfung wie die Schießprüfung/Waffenhandhabung.

 

Schießstätten gelten zwar als Sportstätten, die ab dem 2.11. grundsätzlich geschlossen sind. Das MLR teilte uns dazu mit:

Nach Prüfung des MLR darf die Schießausbildung im Rahmen der jagdlichen Ausbildung auch nach den ab heute geltenden Coronabestimmungen weiterhin nach den bestehenden Maßgaben ausgeübt werden.

Nach § 1a Abs. 6 Nr. 7 sind Sportstätten geschlossen, mit Ausnahme zur Nutzung allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts. Bei Schießstätten handelt es sich an sich um Sportstätten, soweit dort Sport betrieben wird. Dahinstehen aber kann die Frage, ob die Schießstätte in dem Moment, in dem dort kein Sport getrieben wird (sondern dort Jagdausbildung stattfindet, ein Büchsenmacher eine Waffe einschießt, ein Personenschützer trainiert oder ausgebildet wird etc.) überhaupt eine Sportstätte ist.

Denn der § 1a Abs. 6 Nr. 7 stellt auf die sportliche Nutzung ab, die Anlage ist jedoch nicht generell geschlossen. Es darf dort das Sportschießen nach den Maßgaben „allein, zu zweit oder mit Angehörigen..“ oder der Spitzensport ausgeübt werden. Für das jagdliche Ausbildungsschießen gelten die Maßgaben jedoch nicht, da Jagdausbildung kein Sport ist.

Vielmehr gelten hier die allgemeinen Regelungen für die Jägerausbildung. Nach § 14 Ziffer 6 sind die Hygieneanforderungen nach § 4 einzuhalten, ein Hygienekonzept nach Maßgabe von § 5 zuvor zu erstellen und eine Datenverarbeitung nach § 6 durchzuführen.

Folglich können die Schießausbildung ebenso wie andere praktische Inhalte der Jagdausbildung unter den genannten Bedingungen stattfinden. 

Die Nutzung von Schießstätten für die Jägerprüfung unter Beachtung der Hygienevorschriften ist ebenfalls möglich.

Jagdliche Übuungsschießen zur Erlangung des Übungsnachweises ist nach der neuen Corona-Verorndung ebenfalls unter eingeschränkten Bedingungen möglich:

Jagdliches Übungsschießen ist kein Sport. Deshalb ist es möglich, unter Beachtung der Vorschriften der Corona-Verordnung (Hygienekonzept, Einhaltung der Hygienevorschriften, insbesondere Abstand und Maskenpflicht, Registrierung) jagdliches Übungsschießen durchzuführen. Gemäß der Corona-Verordnung dürfen sich nur zwei Personen aus zwei Haushalten treffen, d.h. in diesem Fall ein Schütze und eine Aufsichtsperson. Die Schützen sollen sich am besten anmelden für ein Zeitfenster, in dem sie die Schießübung absolvieren.

 

Jagdliche Ausbildung

Die aktuelle Corona-Verordnung lässt den Betrieb von Weiterbildungseinrichtungen (beispielsweise VHS) für theoretische Seminare unter Einhaltung der Hygienevorschriften weiterhin zu. Es wird empfohlen, im November bei der theoretischen Ausbildung verstärkt auf blended learning, also Wissensvermittlung über Videokonferenzen, webbasierten Unterricht, Lernvideos u.a. digitalen Möglichkeiten zu setzen.

Die praktische Ausbildung im Revier als Teil der Vorbereitung zur Jägerprüfung gilt als "Veranstaltung". Deshalb ist sie unter Beachtung der Hygieneregelungen, insbesonder Einhaltung des Mindestabstands (oder Maskenpflicht, wo dies nicht möglich ist) durchführbar.

 

Jagdhornblasen, insbesondere Übungsabende: Nach der aktuellen Corona-Verordnung sind „Bandproben und Blasmusik“ bis vorerst zum 30. November untersagt, außer mit dem eigenen Hausstand und einem weiteren Hausstand bis max. 10 Personen.

Jagdhornbläser auf Beerdigungen und Trauerfeiern:

Die Corona-Vorschriften führen dazu aus:

"Singen und andere musikalische Beiträge in Gottesdiensten und bei Bestattungen sind auf Grundlage der CoronaVO und der Verordnung des Kultusministeriums nicht untersagt. Auf Grundlage der genannten Verordnungen gelten jedoch Vorgaben für den Infektionsschutz bei religiösen Veranstaltungen und Bestattungen, so dass Singen und musikalische Beiträge nur zulässig sind, wenn die Vorgaben zum Infektionsschutz eingehalten werden. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die Infektionsgefahren durch die Bildung und Verbreitung von Aerosolen beim Singen als auch bspw. bei Blasmusik.

Von Kirchen und Religionsgemeinschaften im Land ist bekannt, dass diese in der gegenwärtigen Pandemiesituation Gesang und Blasmusik in ihren Veranstaltungen ausgeschlossen haben."

Wir empfehlen deshalb, den Auftritt von Jagdhornbläsern bei Beerdigungen mit dem zuständigen Pfarrer abzustimmen. 

Wenn Bläser auftreten können: am besten im Freien, weiter weg von der Trauergemeinde, Abstand zwischen den Bläsern! 

 

Jagdgebrauchshunde:

Nach der aktuellen Corona-Verordnung sind „Hundeschulen“ und „Hundesport“ weiterhin zulässig.

Es besteht immer noch Unsicherheit, ob in diesem Jahr Brauchbarkeitsprüfungen in gewohnten Maße durchgeführt werden können.

Daher wurde mit der Gothaer Versicherung für die kommende Drückjagdsaison 20/21 vereinbart, dass Jagdhunde, die einen Vorbereitungskurs besucht aber noch keine Brauchbarkeitsprüfung abgelegt haben, im Todesfall wie ein geprüfter Hund entschädigt werden (2.000 € statt 1.000 €). Wir hoffen aber sehr, dass möglichst wenige unserer vierbeinigen Jagdgefährten bei der Drückjagd zu Tode kommen!

Das LJV-Präsidium hat beschlossen, dass der Prüfungszeitraum für die Brauchbarkeitsprüfung für Nachsuchen unter erschwerten Bedingungen (1.4) bis zum 31. Januar 2021 verlängert wird. Bei den BP Modulen 1.1 und 1.2 gibt es keine zeitliche Begrenzung, so dass diese das ganze Jahr über durchgeführt werden können. Die Brauchbarkeitsprüfung für die Bewegungsjagd (1.5) darf nur im Zeitraum vom 01. September bis 31. Januar stattfinden. Eine Erweiterung des Prüfungszeitraums ist unter Beachtung der Jagdruhe und des Tierschutzes nicht sinnvoll.

 

 

 


Revierübergreifende Bewegungsjagden unter Corona-Bedinungen

Angesichts der Corona-Pandemie ist die Afrikanische Schweinepest etwas in Vergessenheit geraten. Aber die ASP-Situation in Osteuropa ist nach wie vor bedenklich und noch lange nicht bereinigt. An der Grenze zu Polen werden seit September in Brandenburg ständig steigende Zahlen an infizierten Wildschweinen auf deutschem Gebiet gefunden.

Bei uns werden hohe Schwarzwildbestände beobachtet. Die Einzeljagd an der Kirrung wird wieder einmal durch Buchen-und Eichenmast erschwert werden. (Revierübergreifende) Bewegungsjagden sind deshalb auch im Jagdjahr 2020/2021 notwendig.

Aktuelle Informationen zur Durchführung von revierübergreifenden Bewegungsjagden unter Corona-Bedingungen finden sie hier.

 

 


Hunde und Wildtiere stellen kein Infektionsrisiko dar

Auf Anfrage des Deutschen Jagdverbandes (DJV) teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit: Menschen können sich nach aktuellem Wissensstand nicht über Haus- oder Wildtiere mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren. Jagdhunde stellen also kein Infektionsrisiko dar, ebenso wenig Reh oder Wildschwein. Um ganz sicher zu gehen, untersucht das FLI derzeit, ob Tiere ein Virusreservoir sein könnten. Ergebnisse sollen Ende April 2020 vorliegen. 
Weitere Informationen zum Thema finden sie hier.



Landesjägertag/Delegiertenversammlung

Der Landesjägertag im April 2020 musste abgesagt werden. Leider lassen die Corona-Vorschriften für Veranstaltungen es nicht zu, dass wir die Delegiertenversammlung am 10. Oktober nachholen. Wir würden dafür eine sehr große Halle benötigen. 

Die Beschlüsse der Delegiertenversammlung, die für das Jahr 2020 notwendig sind, werden vorbehaltlich der endgültigen Zustimmumg des LJV-Präsidiums, beim Landesjägertag am 8.5.2021 in Schluchsee gefasst. 

 


Landesbläsertreffen wird verschoben

Das diesjährige Landesbläsertreffen am 28.6.2020 in Freiburg wird abgesagt. Auch wenn die Veranstaltung erst Ende Juni stattfinden sollte, lässt die derzeitige Entwicklung des Seuchengeschehens erwarten, dass bis dahin die Sache keineswegs ausgestanden ist. Das Landesbläsertreffen soll im nächsten Jahr, wenn möglich am gleichen Ort, nachgeholt werden.