COVID-19



Überblick über aktuelle Regelungen rund um die Jagd (Stand 1.7.2020)

Überblick über aktuelle Regelungen rund um die Jagd (Stand 1.7.2020)

 

Ab dem 1. Juli gilt eine neue Corona-Verordnung des Landes. Sie ist zwar einfacher als die bisherige Vielzahl an Einzelverordnungen der zuständigen Ministerien, aber immer noch muss man manche Passagen mehrfach lesen, um zu verstehen was gemeint ist.

 

Link zur aktuellen Verordnung

https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/corona-verordnung-ab-1-juli-2020/

 

 

I. Grundsätzliches /Corona- VO

Ab dem 1. Juli dürfen sich im öffentlichen Raum genau wie im privaten Raum 20 Personen, die nicht nur aus zwei Hausgemeinschaften stammen, treffen.

 

Für Veranstaltungen gilt:

  • Veranstaltung im Sinne der Corona-Vorschrift ist ein zeitlich und örtlich begrenztes und geplantes Ereignis mit einer definierten Zielsetzung oder Absicht in der Verantwortung einer Veranstalterin oder eines Veranstalters, einer Person, Organisation oder Institution, an dem eine Gruppe von Menschen gezielt teilnimmt.
  • Wer eine Veranstaltung abhält, hat grundsätzlich festgelegte Hygieneanforderungen (§ 4, z.B. Abstandregelung 1,5 m, Desinfektion, …) einzuhalten, ein Hygienekonzept nach Vorgabe der Verordnung zuvor zu erstellen ((§ 5 der VO – Umsetzung der Hygiene-Anforderungen) und eine Datenerhebung der Besucher (§ 6 der VO) durchzuführen. Es gilt ein Zutritts- und Teilnahmeverbot für Menschen, die Symptome einer Corona-Erkrankung aufweisen oder die in Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person stehen oder standen, wenn seit dem letzten Kontakt noch nicht 14 Tage vergangen sind,
  • Ab dem 1. Juli ist bei privaten Veranstaltungen mit nicht mehr als 100 Teilnehmenden kein Hygienekonzept mehr nötig. Dies gilt etwa für Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern, Taufen und Familienfeiern.
  • Untersagt sind weiterhin Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmenden bis einschließlich 31. Juli 2020 und Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmenden bis einschließlich 31. Oktober 2020.
  • Aber: Ab dem 1. Juli sind Veranstaltungen mit bis zu 250 Personen möglich, wenn den Teilnehmenden für die gesamte Dauer der Veranstaltung feste Sitzplätze zugewiesen werden und die Veranstaltung einem im Vorhinein festgelegten Programm folgt. Also etwa Kulturveranstaltungen, Vereinstreffen oder Mitarbeiterversammlungen. Einhaltung der Hygieneanforderungen (§ 5 der VO), Erstellung eines Hygienekonzepts (§ 6) und Datenerhebung (§ 7) erforderlich!

 

Achtung: Für die jagdliche Ausbildung und Prüfung gelten gesonderte Regelungen (siehe unten)

 

II. Jagdausübung und jagdliche Tätigkeiten:

Die reduzierten Einschränkungen lassen nicht nur die Einzeljagd im Begleitperson(e) zu, sondern auch jagdliche Aktivitäten wie Schätzen von Wildschäden, Bau und Errichtung von Ansitzeinrichtungen oder auch das gemeinsame Treffen nach einem Gruppenansitz mit bis zu 20 Personen.

III. Verbandsgeschehen:

Jagdliche Vereinsveranstaltungen mit bis zu 20 Teilnehmenden sind im öffentlichen oder privaten Raum möglich (also z.B. Vorstandssitzungen) unter Beachtung von Hygienevorschriften. .

Möglich wären auch Mitgliederversammlungen mit Teilnehmerzahlen bis 250 Personen. Aufgrund der Hygieneanforderungen werden aber große Räumlichkeiten benötigt.

IV. Jagdhornblasen:

Nach wie vor nicht uneingeschränkt möglich ist Jagdhornblasen.

Der Blasmusikverband Baden-Württemberg e.V. nennt als Voraussetzzungen für Proben und Auftritte:·

  • 2 Meter Abstandnach vorne/hinten und seitlich von der Stuhlmitte aus gemessen zum nächsten Musiker.
  • Musizieren im Freien ist erlaubt unter Einhaltung der Abstandsregeln von 2 Metern.·
  • Die Anzahl der Musiker im Raum und im Freien ist nicht begrenzt. In Räumlichkeiten entscheidet die Raumgröße über die Anzahl der Musiker um den nötigen Abstand zu gewährleisten.
  • Der geschlossene Raum muss alle 15 Minutenkurz gelüftet werden.· Reinigung des Raumes nach der Probe/Veranstaltung.·
  • Der Veranstalter (Verein) ist für die Umsetzung eigenverantwortlich.· Ein Raum-und Hygienekonzept muss vorliegen und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorgezeigt werden (siehe unten)

V. Jungjägerausbildung

Die jagdliche Ausbildung im Lehrsaal und im Revier ist möglich, wobei zwischen Kursen mit bis zu 20 Teilnehmenden und über 20 unterschieden werden muss, was die Einhaltung von Hygienevorschriften (Abstand, Desinfektion und Handreinigung, Lüften…) anbelangt.

Das Ministerium hat uns dazu folgendes mitgeteilt:

„Nach der CoronaVO in der ab 1. 7. gültigen Fassung (https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/) dürfen sich nach § 9 Abs. 1 bis zu 20 Personen treffen,  und zwar ohne Hygienemaßnahmen (§ 10 Abs. 2).

Ein Vorbereitungskurs gilt m.E. als „Veranstaltung“, denn „Veranstaltung im Sinne dieser Vorschrift ist ein zeitlich und örtlich begrenztes und geplantes Ereignis mit einer definierten Zielsetzung oder Absicht in der Verantwortung einer Veranstalterin oder eines Veranstalters, einer Person, Organisation oder Institution, an dem eine Gruppe von Menschen gezielt teilnimmt“ (§ 10 Abs. 6).

Sind bis zu 20 Personen (auf einer Veranstaltung) anwesend, sind gem. § 10 Abs. 2 keine Hygienemaßnahmen erforderlich, sind es über 20 Personen, dann entsprechend schon („Absatz 1 findet keine Anwendung auf Veranstaltungen, deren Durchführung bereits nach § 9 Absätze 1 oder 2 zulässig ist.“)

Nach § 2 Abs. 2 gilt das Abstandsgebot für Ansammlungen, die nach § 9 Absätze 1 oder 2 zulässig sind (also bis 20 Personen), nicht.

Durch entsprechend verantwortungsbewusstes Verhalten sollte aber bestmöglich alles unternommen werden, um die Infektionsgefahr zu minimieren.“

Die praktische Unterweisungen im Ausbildungsrevier außerhalb der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen und Wege (öffentlicher Raum) ist zulässig.

VI. Jägerprüfungen

Unter Beachtung der Vorgaben zur Jägerausbildung und zur Nutzung von Schießstätten ist auch die Durchführung von Jägerprüfungen möglich. Die Prüfungsstelle beim Landesjagdverband hat für die Prüfungen ein Hygienekonzept erarbeitet, das den Prüfungskommissionen und den zu Prüfenden vorliegt.

VII. Nutzung der Schießstätten, auch im Rahmen der jagdlichen Ausbildung

Wer öffentliche und private Sportanlagen und Sportstätten betreibt, dazu gehören auch Schießstätten, hat die Hygieneanforderungen nach § 4 der Corona-VO einzuhalten, ein Hygienekonzept nach Maßgabe von § 5 zuvor zu erstellen und eine Datenerhebung nach § 6 durchzuführen. Der in § 7 der Verordnung genannte Personenkreis darf die Schießstätte nicht betreten.

Wichtig ist nach wie vor, dass sowohl während der gesamten Trainings- und Übungseinheiten wie auch außerhalb des Sportbetriebes ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen eingehalten werden soll. Sofern der Trainings- und Übungsbetrieb in Gruppen stattfindet, soll eine Durchmischung der Gruppen vermieden werden.

VIII. Jagdhundeausbildung und –prüfung

Aufgrund der Erweiterung der Personenzahl im öffentlichen Raum (20 Personen) müssten die die allermeisten Jagdhundekurse wieder möglich sein.

Die Einhaltung der Abstandsregelungen und der Hygienevorgaben wird weiterhin dringend empfohlen.

Es besteht immer noch Unsicherheit, ob in diesem Jahr Brauchbarkeitsprüfungen in gewohnten Maße durchgeführt werden können.

Daher wurde mit der Gothaer Versicherung für die kommende Drückjagdsaison 20/21 vereinbart, dass Jagdhunde, die einen Vorbereitungskurs besucht aber noch keine Brauchbarkeitsprüfung abgelegt haben, im Todesfall wie ein geprüfter Hund entschädigt werden (2.000 € statt 1.000 €).

Wir hoffen aber sehr, dass möglichst wenige unserer vierbeinigen Jagdgefährten bei der Drückjagd zu Tode kommen!

Das LJV-Präsidium hat beschlossen, dass der Prüfungszeitraum für die Brauchbarkeitsprüfung für Nachsuchen unter erschwerten Bedingungen (1.4) bis zum 31. Januar 2021 verlängert wird.

Bei den BP Modulen 1.1 und 1.2 gibt es keine zeitliche Begrenzung, so dass diese das ganze Jahr über durchgeführt werden können.

Die Brauchbarkeitsprüfung für die Bewegungsjagd (1.5) darf nur im Zeitraum vom 01. September bis 31. Januar stattfinden. Eine Erweiterung des Prüfungszeitraums ist unter Beachtung der Jagdruhe und des Tierschutzes nicht sinnvoll.

Ob und in welcher Form in diesem Jahr eine kynologische Arbeitstagung stattfinden wird, ist noch unklar und hängt von der weiteren Entwicklung des Seuchengeschehens ab. Aus Sicht des LJV stehen momentan keine ganz dringenden Themen an, daher wäre eine Verschiebung des Treffens auch auf das nächste Frühjahr möglich.

 


Angesichts der Corona-Pandemie ist die Afrikanische Schweinepest etwas in Vergessenheit geraten. Aber die ASP-Situation in Osteuropa ist nach wie vor bedenklich und noch lange nicht bereinigt. Im ersten Halbjahr 2020 wurden doppelt so viele ASP Fälle im europäischen Wildschweinbestand nachgewiesen wie in der Vorjahresperiode. Brennpunkte waren Ungarn und Polen, wobei dort die Situation in der Nähe der deutschen Grenze besonders besorgniserregend ist. Auch in Rumänien, Bulgarien und der Slowakei gibt es einige Hotspots.

Bei uns werden hohe Schwarzwildbestände beobachtet. Die Einzeljagd an der Kirrung wird wieder einmal durch Buchen-und Eichenmast erschwert werden. (Revierübergreifende) Drückjagden sind deshalb auch im Jagdjahr 2020/2021 notwendig.

Ergänzend zu den Hinweisen des MLR, wie Drückjagden unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Verordnung durchgeführt werden können, gibt es ergänzende Empfehlungen vom Landesjagdverband. Diese sind kompakt auf einer Seite zusammengefasst.   

Aufgrund aktueller Entwicklungen sind kurzfristige Änderungen möglich.

Link zu Hinweisen des MLR und Empfehlungen des LJV

 





Hunde und Wildtiere stellen kein Infektionsrisiko dar

Auf Anfrage des Deutschen Jagdverbandes (DJV) teilte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) mit: Menschen können sich nach aktuellem Wissensstand nicht über Haus- oder Wildtiere mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 infizieren. Jagdhunde stellen also kein Infektionsrisiko dar, ebenso wenig Reh oder Wildschwein. Um ganz sicher zu gehen, untersucht das FLI derzeit, ob Tiere ein Virusreservoir sein könnten. Ergebnisse sollen Ende April 2020 vorliegen. 
Weitere Informationen zum Thema finden sie hier.



Jägerprüfungen 2020

Die Prüfungstermine im Juli, September und November im Jahr 2020 werden, wenn es die Seuchenlage zulässt, wie  vorgesehen stattfinden können. Es gelten dabei durch  die jeweilige Corona-Verordnung vorgeschriebenen Auflagen.

Bitte beachten Sie:
Prüfungsteilnehmer, die bereits zur Mai-Prüfung angemeldet sind, bleiben angemeldet. In diesem Fall können die Ausbildungsstätten oder der Prüfungsteilnehmer der Prüfungsstelle mitteilen, welcher der Folgetermine (Juli-, September- oder die November-Prüfung 2020) wahrgenommen werden kann. Bereits bezahlte Prüfungsgebühren werden auf die neue Prüfung übertragen.

Bei Prüfungsbeginn muss die nach der Jägerprüfungsordnung vorgeschriebene Ausbildung absolviert sein.


Kontakt zur Prüfungsstelle
Telefon: 0711/268436 -03 oder -21
jaegerpruefung(at)landesjagdverband.de


Landesjägertag/Delegiertenversammlung

Der Landesjägertag im April 2020 musste abgesagt werden. Leider lassen die Corona-Vorschriften für Veranstaltungen es nicht zu, dass wir die Delegiertenversammlung am 10. Oktober nachholen. Wir würden dafür eine sehr große Halle benötigen. 

Die Beschlüsse der Delegiertenversammlung, die für das Jahr 2020 notwendig sind, werden vorbehaltlich der endgültigen Zustimmumg des LJV-Präsidiums, beim Landesjägertag am 8.5.2021 in Schluchsee gefasst. 

Am 10.10.2020 findet eine Landesweite KJM-Tagung im SSB-Veranstaltungszentrum „Waldaupark“ in Degerloch statt. 


Landesbläsertreffen wird verschoben

Das diesjährige Landesbläsertreffen am 28.6.2020 in Freiburg wird abgesagt. Auch wenn die Veranstaltung erst Ende Juni stattfinden sollte, lässt die derzeitige Entwicklung des Seuchengeschehens erwarten, dass bis dahin die Sache keineswegs ausgestanden ist. Das Landesbläsertreffen soll im nächsten Jahr, wenn möglich am gleichen Ort, nachgeholt werden.