COVID-19


Aktuelle Corona-Regelungen und jagdliche Belange (Stand 26.11.2021)

In Baden-Württemberg trat am 24.11.2021 eine neue Corona-Verordnung in Kraft. Sie gilt vorerst bis zum 15.12.2021.

Die 7-Tage Inzidenzwerte (Infizierte je 100.000 Einwohner) werden zwar nach wie vor veröffentlicht, spielen aber für Einschränkungen nur noch in der Alarmstufe II eine Rolle. Die Einschränkungen der aktuellen Corona-VO richten sich nun nach der Intensivbettenbelegung im Land sowie dem Hospitalisierungsindex im Land (stationäre Neuaufnahme mit COVID-19-Patienten pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen).

Es werden vier Stufen unterschieden.

  1. Die Basisstufe liegt vor, wenn landesweit die Werte  vonv 2. und 3. nicht erreicht oder unterschritten werden,
  2. Die Warnstufe liegt vor, wenn landesweit die stationären Neuaufnahmen mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz) die Zahl von 1,5 erreicht oder überschreitet oder wenn landesweit die Auslastung der Intensivbetten (AIB) mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten die absolute Zahl von 250 erreicht oder überschreitet;
  3. Die Alarmstufe liegt vor, wenn landesweit die Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz die Zahl von 3 erreicht oder überschreitet oder wenn landesweit die Auslastung der Intensivbetten mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten die absolute Zahl von 390 erreicht oder überschreitet.
  4. Die Alarmstufe II liegt vor, wenn wenn landesweit die Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz die Zahl von 6 erreicht oder überschreitet oder wenn landesweit die Auslastung der Intensivbetten (AIB) mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten die absolute Zahl von 450 erreicht oder überschreitet.

Je nach Stufe gelten unterschiedliche Regelungen hinsichtlich des Zugangs für Geimpfte, Genesene und Getestete.  
Abstandsregelung, Maskenpflicht (FFP2-Masken oder medizinische Masken)  sowie Hygienekonzepte sind weiterhin grundsätzlich zu beachten. Sie gelten auch für Genesene und Geimpfte!

Seit dem 24.11.2021 gilt die Alarmstufe II. Diese ist mit weitgehenden Einschränkungen für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene verbunden. In Landkreisen mit einer Inzidenz > 500  gibt es Ausgangsbeschränkungen für Nicht-Immunisierte von 21 bis 5 Uhr. Regelung zur Einzeljagd durch Nichtimmunisierte während der Ausgangssperre: siehe unten!

Aktuelle Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg vom 24.11.2021

Die folgenden Vorschriften sind in der Alarmstufe 2 zu beachten.

Private Zusammenkünfte sind möglich
3.) für Geimpfte und Genesene ohne Beschränkungen, für nicht immunisierte nur mit Angehörigen eines Haushalts und einer weiteren Person. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.
Kinder bis 18 Jahre, sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können) werden nicht mitgezählt.
 

Jagdausübung Einzeljagd
Keine Einschränkungen bei der Einzeljagd. Wenn im Freien der Abstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann (z.B. bei Nachsuchen oder Bergen von Wild), besteht  Maskenpflicht .
In der Alarmstufe II gilt für Nicht-Immunisierte die Regelung unter 3.) also Angehörige eines Haushalts und eine weiterer Person.

Ausgangssperren und Jagdausübung

Stellt das zuständige Gesundheitsamt in einem Stadt- oder Landkreis im Rahmen einer regelmäßig durchzuführenden Prüfung während der Geltung der Maßnahmen der Alarmstufe II eine seit zwei aufeinanderfolgenden Tagen bestehende Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) von mindestens 500 fest, so wird dies ortsüblich bekannt gemacht (§ 17a CoronaVO).

Gemäß § 17a Absatz 3 CoronaVO ist im Falle von Ausgangssperren nicht-immunisierten Personen (also nicht geimpften oder nicht genesenen Personen) der Aufenthalt außerhalb der Wohnung oder sonstigen Unterkunft in der Zeit von 21 Uhr bis 5 Uhr des Folgetags nur bei Vorliegen triftiger Gründe gestattet. Eventuelle örtliche Regelungen sind zu beachten.

Bei der Jagdausübung zwischen 21 Uhr und 5 Uhr handelt es sich um einen triftigen Grund im Sinne dieser Vorschrift, wenn die Jagd der Tierseuchenprävention dient. Ein triftiger Grund liegt auch vor, wenn das Verlassen der Wohnung aus Tierschutzgründen geboten ist. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die nicht-immunisierte Person an einer Nachsuche zwischen 21 Uhr und 5 Uhr teilnehmen muss.

Ein ebenfalls triftiger Grund liegt bei der Ausübung beruflicher und dienstlicher Tätigkeiten vor.

  

Das MLR hat am 26.11.2021 neue Empfehlungen zur Durchführung von Bewegungssjagden und Treibjagden herausgegeben.
Zur ASP-Prävention, Tierseuchenbekämpfung und Regulierung der Schalenwildbestände ist eine effektive Bejagung notwendig. Diese Jagden, einschließlich der revierübergreifenden Bewegungsjagden, können und sollen trotz der Ausbreitung des Coronavirus stattfinden. Jedoch sind für die Durchführung und Organisation dieser Jagden die Vorschriften der CoronaVO zu beachten.
Treibjagden (§ 8 Absatz 3 JWMG: Jagden mit mehr als 15 Personen), Gesellschaftsjagden (§ 8 Absatz 4 JWMG: Jagden mit mehr als 8 Personen) einschließlich Bewegungsjagden (§ 8 Absatz 5 JWMG, hierunter fallen die Drückjagden) sind Veranstaltungen nach § 10 Absatz 1 CoronaVO.

Dient die Veranstaltung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, ist sie gem. § 10 Absatz 4 Nr. 2 CoronaVO zulässig. Darunter fallen Jagden, die der Tierseuchenprävention (beispielsweise der Afrikanischen Schweinepest, Maul-und-Klauen-Seuche, Geflügelpest) dienen, z.B. Drückjagden auf Schwarzwild.

Zum Schutz gegen die Ausbreitung der Corona-Infektionen ist es dringend geboten, bei der Durchführung von Treib- und Drückjagden in der Warnstufe die „3G-Regelung“ und in Alarmstufe I und Alarmstufe II die „2G-Regelung“ einzuhalten (keine Teilnahme von nicht Geimpften und nicht Genesenen).

Es sind außerdem folgende Hinweise zu beachten:

  • Der Veranstalter der Jagd hat ein Hygienekonzept zu erstellen und eine Datenverarbeitung durchzuführen (siehe § 10 Abs. 5, §§ 7 und 8 CoronaVO).
  • Neben den bekannten organisatorischen Maßnahmen und Sicherheitsvorkehrungen ist für einen ordnungsgemäßen Jagdablauf auch die Reduzierung von Kontakten der Jagdbeteiligten und der Nachverfolgbarkeit der Kontakte zu gewährleisten.
  • Die vorgeschriebenen oder empfohlenen Hygienemaßnahmen haben Vorrang vor Jagdtraditionen.
  • Es wird empfohlen, zu anderen Personen einen Abstand von mind. 1,5 Meter einzuhalten (§ 2 CoronaVO). Nach § 3 CoronaVO gilt grundsätzlich die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske. Die Maskenpflicht gilt nicht im Freien, es sei denn, es ist davon auszugehen, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht zuverlässig eingehalten werden kann (§ 3 Abs. 2 Nr. 2 CoronaVO), also z.B. bei Bergen von schwerem Wild, Nachsuchen oder zentralem Aufbrechen.
  • Die Jagdleitung ist für die Einhaltung der Vorgaben der Hygienevorgaben verantwortlich und hat die Maßnahmen an die aktuellen Entwicklungen und Regelungen anzupassen.
  • Bei Treffen vor und nach der Jagd soll die Örtlichkeit unter Berücksichtigung des einzuhaltenden Mindestabstandes von 1,5 Meter in jede Richtung (außer bei Personen aus dem gleichen Hausstand) ausgewählt werden.
  • In der Basis- und Warnstufe wird für den Auftritt von Jagdhornbläsern empfohlen, dass der Abstand der Bläser untereinander mindestens 2 Meter in jede Richtung und mindestens 10 Meter zu anderen Personen beträgt und nur im Freien geblasen wird. In den Alarmstufen wird empfohlen, auf den Auftritt von Bläsern gänzlich zu verzichten.
  • Den Jagdgästen sollten die Hygienevorschriften und Hinweise bereits im Vorfeld zur Jagd ggf. zusammen mit den Jagdeinladungen zugeschickt werden.
  • Bei der allgemeinen Sicherheitsbelehrung vor Jagdbeginn sollte auch auf die Hygienevorschriften hingewiesen werden.
  • Die Kontrolle von Jagdscheinen und Schießübungsnachweisen sowie den Nachweisen nach der CoronaVO sollte möglichst im Freien durchgeführt werden; bei Kontrolle im geschlossenen Raum soll auf die üblichen Sicherheitsvorkehrungen geachtet werden. In den Örtlichkeiten für die Registrierung sollten Desinfektionsmöglichkeiten vorhanden sein.
  • Insbesondere auch beim Streckelegen und Schüsseltreiben sollte auf das Einhalten der vorgeschriebenen oder empfohlenen Anforderungen und Maßnahmen geachtet werden. Die Vorgaben der CoronaVO zur Gastronomie (siehe § 16 Absatz 1 CoronaVO) sind einzuhalten, wenn das Schüsseltreiben in einer Gaststätte stattfindet.

Teilnahme von Jagdgästen aus anderen Ländern (EU-und Nicht-EU): Für die Einreise aus Drittländern gibt es z.T. Einreisebeschränkungen und Quarantänepflichten, v.a. für sog. Hochrisikogebiete (derzeit z.B. Österreich). Nährere Informationen gibt es auf den Homepages des Bundesinnenministeriums und des Robert-Koch-Instituts. 

 

Veranstaltungen der Jägervereinigungen und Hegeringe (z.B. Info-Veranstaltungen, Schulungen, etc. sind möglich.
Sofern die Veranstaltung in geschlossenen Räumen stattfinden, ist nichtimmunisierten Personen der Zutritt
in den Alarmstufen nicht gestattet, auch nicht mit einem PCR-Test.

Bei Gremiensitzungen von juristischen Personen, Gesellschaften und vergleichbaren Vereinigungen, also z.B. Mitgliederversammlungen von KJVen und Hegeringversammlungen gibt es für Teilnehmende in den  Alarmstufe kein Zutrittsverbot für Nicht-Immunisierte, diese müssen aber einen gültigen negativen PCR-Test vorlegen.   Maskenpflichten besteht, wenn der Abstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. Hygienekonzept und Registrierungspflicht!
Wir empfehlen, derzeit auf nicht zwingend notwendige Gremiensitzungen zu verzichten. 

 

Schießstätten, jagdliches Schießen
Der Betrieb von Schießstätten ist für den Publikumsverkehr zulässig. Für nichtimmunisierte Personen ist der Zugang
3.) in der Alarmstufe II nicht gestattet.

Achtung: Sonderregelung für die jagdliche Schießausbildung! Für Schüler: 2 G, für Ausbilder: 3 G (siehe Seite Jägerprüfung).

 

Jagdhornblasen
Das Jagdhornblasen ist in den Corona-Verordnungen zwar nicht direkt geregelt. Aber in § 10 (Veranstaltungen) findet sich für die Alarmstufe und Alarmstufe  II folgende Regelung: 

"(1a) ... bei Veranstaltungen der Breitenkultur mit Chören oder Blasmusikensembles, einschließlich des Probenbetriebs, oder vergleichbaren Tätigkeiten mit Aerosolbelastung in geschlossenen Räumen der Zutritt nur für immunisierte mitwirkende Personen nach Vorlage eines negativen Antigen- oder PCR-Testnachweises gestattet, sofern diese nicht im Rahmen ihrer Berufsausübung tätig werden."

Das heißt: An Proben von Jagdhornbläsern dürfen nur Immunisierte teilnehmen, die zusätzlich einen aktuellen Antigen-PCR-Test vorweisen müssen.

Abstandsregelungen bei Proben und Auftritten: Empfehlung: ausreichend großen Raum für Proben wählen, regelmäßiges Lüften,  Abstand 2 m in jeder Richtung von Bläsern.

 

Jagdgebrauchshundewesen
Regelung wie Veranstaltungen im Freien, in der Alarmstufe II Teilnahme nur für Genesene und Geimpfte.

 

Jagdliche Ausbildung und Jägerprüfung
Informationen erhalten Sie hier.



Bläser- und Schießwettbewerbe Bund/Land

Bundesbläserwettbewerb
Der Bundesbläserwettbewerb, der im zweijährigen Turnus stattfindet, wurde auf 2023 verschoben. 

Landesbläsertreffen
Das  Landesbläsertreffen am 28.6.2020 in Freiburg wurde abgesagt.  Das Landesbläsertreffen soll im Jahr 2022 am gleichen Datum in Karlsruhe stattfinden.

Schießwettbewerbe auf Bundesebene
Die Schießwettbewerbe auf Bundesebene (Großgold-Schießen, Bundesmeisterschaft) finden im Jahr 2021 nicht statt, weil in vielen Landesjagdverbänden die Schießwettbewerbe nicht stattfinden können.