Ohne unsere Jagdhunde wäre eine effiziente und tierschutzkonforme Jagd kaum möglich – und auch nur halb so schön: Sie stöbern für uns das Wild auf, apportieren unsere Beute, und wenn der Ausgang eines Schusses ungewiss ist, werden sie zur Nachsuche geschickt. Sie arbeiten für und mit uns, voller Freude und Passion – doch selten ohne Risiko. Werden unsere treusten Begleiter verletzt, müssen wir vorbereitet sein, um in kritischen Momenten richtig reagieren zu können. Das betrifft nicht nur die Hundeführer, denn: Erste Hilfe geht uns alle an. Und häufig kann der Halter nicht als erstes zur Stelle sein.
So muss auf Gesellschaftsjagden jeder Teilnehmer wissen, wie nicht nur der Jagdleiter zu erreichen ist, sondern auch, ob im Trieb Ärzte oder Veterinäre sind – und wie der nächste Tierarzt alarmiert und angesteuert werden kann. Das zu organisieren und zu kommunizieren, ist Aufgabe des Jagdleiters. Vorab geklärt muss auch sein, wie ein Hund aus schwierigem Gelände zu retten ist und wie im Funkloch Hilfe gerufen werden kann. Was viele überrascht: Auch ein normaler Notruf kann abgesetzt werden. Zur Standardausrüstung eines jeden Teilnehmers sollte zudem eine Leine oder wenigstens eine Schnur gehören, um fremde Hunde festhalten zu können. Wird ein Hund schwer verletzt, gehört dieser auf dem schnellsten Weg zum Tierarzt. Eine vollständige Diagnostik und Versorgung ist nur dort möglich. Jeder kann bis dahin aber entscheidend zur Rettung des Hundes beitragen.
Wichtig ist: Gar keine Maßnahmen zu ergreifen ist meist die schlechteste Option – doch der Selbstschutz muss immer gegeben sein. Aber: Ersthelfer-Maßnahmen und -Tools, die am Menschen funktionieren, funktionieren nicht unbedingt am Hund.
Um die Handhabung zu üben und das Wissen über die Erste Hilfe am Jagdhund zu vertiefen, bietet sich für jeden Hundehalter der Besuch eines entsprechenden Seminars an. Der Landesjagdverband unterstützt mit unterschiedlichen Fortbildungsmöglichkeiten – online und vor Ort.
Blutstillungs- und Eigensicherungspaket
Ein bewährtes Erste-Hilfe-Set, das fixierend und blutstillend angewendet werden kann, besteht aus vier Elementen, die mehr als einem Zweck dienen können.
1. Dreiecktuch
Kann: Hund fixieren und als Beißkorb dienen
Oder: zusätzliche Abbindemöglichkeit sein und Verband unterstützen
2. SWAT-Tourniquet
Kann: starke/lebensbedrohliche Blutungen abbinden
Oder: Verband unterstützen (Muss für die schmalen Extremitäten eines Hundes geeignet sein!)
3. Elastische Binde
Kann: als schnelle Befestigung von Wundauflagen dienen
Oder: mit Gaze Blutung stillen und als Stützverband genutzt werden (Muss haften, darf nicht verrutschen!)
4. Komprimierte Gaze
Kann: zur Blutstillung direkt auf Wunde gelegt werden, verklebt bspw. Darmschlingen nicht
Oder: Verband unterstützen
Dirk Winter, Katharina Daiss (LJV)

