Das Kooperationsprojekt „Allianz für Niederwild“ der Wildforschungsstelle des Landes mit dem Landesjagdverband hatte bisher zum Ziel, die Agrarförderung im Land niederwildfreundlicher zu gestalten. Die Aufnahme neuer Agrarumweltmaßnahmen (u. a. mehrjährige Brachen, Rotationsbrachen uvm.) in das Förderprogramm für Agrarumwelt des Landes war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Neben der Verbesserung der Lebensräume ist es essenziell, den Prädationsdruck von Niederwildarten und Bodenbrütern zu reduzieren.
Erst durch einen ganzheitlichen Ansatz kann die Situation langfristig verbessert werden. Seit der Projektverlängerung im vergangenen Jahr bearbeitet der LJV nun verstärkt das Modul „Prädatorenmanagement und Hegegemeinschaften stärken“.
Individuelle Beratung
Ein Schwerpunkt des Moduls ist die individuelle Beratung vor Ort. In der Regel findet diese revierübergreifend statt, denn genau hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Durch aktive Hegegemeinschaften, welche die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen, kann dem Niederwild und anderen Arten sinnvoll geholfen werden. „Insel-Lösungen“ bringen einen hier nur bedingt weiter. Bei der individuellen Beratung geht es um eine Bewertung der vorhandenen Lebensraumstrukturen hinsichtlich ihrer Niederwildeignung, aber auch darum, welche Möglichkeiten der Gestaltung es gibt und welche Rolle einem intensiven Prädatorenmanagement zukommt. Bei Letzterem geht es vor allem um das „Wie“ und die Intensität der Raubwildbejagung. Vortragsabende für Hegegemeinschaften (auch angehende) bieten einen ersten Überblick zu vorhandenen Möglichkeiten sowie einen Einblick in die aktive Gestaltung von Hegegemeinschaften.
Wissensbildung und Austausch
Nicht nur beim Schutz des Niederwildes, sondern auch bei Artenschutzprojekten für bodenbrütende Vogelarten oder Amphibien kommt dem Prädatorenmanagement eine wichtige Rolle zu. Doch was unterscheidet das Prädatorenmanagement von einer regulären Bejagung des Raubwildes?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Vorgehensweise und Intensität. Wird für ein begrenztes Gebiet ein Prädatorenmanagement-Konzept erstellt, wird ermittelt, wo Raubwild häufig vorkommt, welche Wege es nimmt, welche Jagdmethoden angewendet werden können, welche Fallentypen zum Einsatz kommen und wie groß die Bemühungen sein müssen, damit der gewünschte Effekt eintritt.
Der intensiven Fallenjagd kommt hierbei die größte Bedeutung zu. Aufgrund dessen wurden im Rahmen des Projekts „Allianz für Niederwild“ vier Demonstrationsorte bei Heilbronn, Karlsruhe, im Markgräflerland und an der Landesjagdschule auf dem Dornsberg eingerichtet.
Fallenseminare
An allen Standorten werden zwei unterschiedliche Seminare angeboten: ein Einsteiger-Seminar und ein Fortgeschrittenen-Seminar, bei denen wir die Grundlagen der Fangjagd als Fundament eines ganzheitlichen Prädatorenmanagements vermitteln wollen. Die Seminare sind kostenfrei. Für Verpflegung ist gesorgt (gegen Unkostenbeitrag). Eine Anmeldung erfolgt über unten aufgeführte QR-Codes.
