(Stuttgart, 07.05.2026) Der Landesjagdverband (LJV) begrüßt zentrale Inhalte des Koalitionsvertrags, in denen langjährige Forderungen der Jägerschaft aufgegriffen wurden. Besonders positiv bewertet wird die geplante bessere Vernetzung der Rotwildpopulation – auch länderübergreifend – sowie ein begleitendes Monitoring. „Das sind wichtige Schritte für ein nachhaltiges Wildtiermanagement und ein bedeutendes Signal für unser Wappentier“, so Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann. Auch die höhere Verbindlichkeit des Generalwildwegeplans stärkt die Biotopvernetzung – zugunsten von Arten wie Rotwild, Luchs und Wildkatze.
Ebenso hebt der LJV die Weiterentwicklung der FAKT-Förderung hervor. „Eine bessere Dotierung von Maßnahmen wie mehrjährige Brachen und die ‚Weite Reihe‘ im Getreide setzen wichtige Impulse für den Niederwild- und Feldvogelschutz“, sagt Hauptgeschäftsführer René Greiner. Positiv bewertet der Verband zudem die geplante bürokratiearme, drohnengestützte Jungtierrettung: „Hier wird die praktische Tierschutzarbeit der Jägerschaft ausdrücklich anerkannt und weiter gestärkt.“
Positiv sieht der Verband auch das im Koalitionsvertrag verankerte „Wild-Wald-Bewusstsein“. Entscheidend ist jedoch ein ganzheitlicher Ansatz beim Wildtiermanagement, der Lebensräume, Äsungsbedingungen und wildbiologische Zusammenhänge berücksichtigt.
Der Landesjagdverband begrüßt, dass es konkrete und zeitgemäße Maßnahmen im Management von Konfliktarten geben soll: Für Biber und Saatkrähe, aber auch für den Goldschakal braucht es zügige, praxistaugliche und rechtssichere Regelungen im Wildtiermanagement.
Kritisch bewertet der LJV jedoch den Ausbau von Photovoltaik auf Moorflächen sowie Agroforstsysteme, die für Offenlandarten wie Rebhuhn und Feldlerche Nachteile bringen können. Hier wird eine ausgewogene Abwägung der Schutzbelange besonders wichtig sein.
Der Koalitionsvertrag setzt wichtige Impulse für Wildtiermanagement, Biotopvernetzung und Niederwildförderung. Die Jägerschaft ist bereit, ihre Expertise in die Umsetzung einzubringen – für eine vielfältige und wildtierfreundliche Kulturlandschaft im Land.

