PRESSEMITTEILUNG Winterzeit erhöht Risiko für Wildunfälle

Mit der Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr in die Dämmerung und damit in die aktivste Zeit der Wildtiere. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg erklärt, worauf Autofahrer jetzt besonders achten sollten und wie sich Kollisionen mit Wildtieren vermeiden lassen.

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(Stuttgart, 20.10.2026) Die Winterzeit beginnt: In der Nacht auf Sonntag, 25. Oktober, werden die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Während sich viele über eine Stunde mehr Schlaf freuen dürfen, steigt für Autofahrer das Risiko einer Kollision mit Reh, Wildschwein oder Fuchs. Der Landesjagdverband Baden-Württemberg (LJV) appelliert deshalb an Verkehrsteilnehmer, in den kommenden Wochen besonders aufmerksam unterwegs zu sein. „Mit der Zeitumstellung fällt der Berufsverkehr wieder verstärkt in die Dämmerung und damit in die aktivste Phase vieler Wildtiere“, sagt LJV-Hauptgeschäftsführer René Greiner.  

Besonders zwischen 6 und 9 Uhr steigt das Risiko für einen Zusammenstoß.   In der Winterzeit beginnt die Dämmerungsphase zudem schon gegen 17 Uhr und fällt damit ebenfalls in die Rush-Hour. Viele Wildtiere sind aktuell verstärkt auf Nahrungssuche, um sich Energiereserven für die Wintermonate anzulegen. Auf der Suche nach Futter müssen sie häufig Straßen überqueren. Zudem sind Wildschweine in der Paarungszeit und können für die Partnersuche weite Strecken zurücklegen. Besonders an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern, in Wäldern und entlang von neu gebauten Straßen ist Vorsicht geboten.

Ein Wildtier kommt selten allein
Wer ein Wildtier entdeckt, das über die Straße wechselt, sollte in jedem Fall abbremsen – auch wenn der Abstand zum Tier noch groß genug ist und keine Kollision droht. Denn während mancher Autofahrer bereits durchatmet, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Ein Wildtier kommt selten allein. Schlimmer noch: Hat ein Wildtier die andere Straßenseite erreicht, wächst der Folgeinstinkt für seine Artgenossen. „Bei Wildschweinrotten und Rehen im Herbst und Winter ist das Risiko hoch, dass mehrere Tiere die Fahrbahn queren. Zwar leben Rehe die meiste Zeit als Einzelgänger, über die kalten Monate tun sie sich jedoch in größeren Gruppen, sogenannten Sprüngen, zusammen“, sagt René Greiner. Wer Wild an oder auf der Fahrbahn bemerkt, sollte die Warnblinkanlage einschalten. Das warnt nachfolgende Verkehrsteilnehmer und kann weitere Unfälle verhindern.

Allein in Baden-Württemberg kam es 2025 zu rund 25.900 Wildunfällen. Das zeigen Auswertungen des Deutschen Jagdverbandes. Das Reh ist dabei mit Abstand das häufigste Verkehrsopfer. Doch auch für Menschen können solche Zusammenstöße schwerwiegende Folgen haben: Nach Angaben des Statistischen Landesamts Baden-Württemberg wurden im Jahr 2025 bei Wildunfällen insgesamt 262 Menschen verletzt, darunter 39 schwer. Fast die Hälfte dieser Unfälle ereignete sich auf Landes- und Kreisstraßen.
 

Tipps für den Ernstfall

  • Wer Tempo 80 statt 100 fährt, reduziert seinen Bremsweg um 25 Meter.
  • Taucht im Scheinwerferlicht ein leuchtendes Augenpaar auf, gilt: Runter vom Gas, hupen und abblenden.
  • Ein Tier kommt selten allein, mit Nachzüglern muss gerechnet werden.
  • Lässt sich eine Kollision nicht vermeiden: Lenkrad festhalten, keinesfalls unkontrolliert ausweichen.

Wildunfall – was tun?

  • Die eigene Sicherheit geht vor: Warnblinkanlage einschalten und Warnweste anziehen.
  • Unfallstelle mit einem Warndreieck sichern.
  • Gibt es Verletzte, sofort den Notruf 112 wählen und Erste Hilfe leisten.
  • Auch wenn niemand verletzt wurde, muss der Unfall gemeldet werden. Das gilt auch dann, wenn das Wildtier nicht mehr sichtbar ist.
  • Am Unfallort oder in sicherer Entfernung warten, bis Polizei oder Jäger eintreffen.