Zum ersten Mal war der Landesjägertag des Landesjagdverbands Baden-Württemberg in Schwäbisch Gmünd zu Gast. „Herzlich willkommen bei Freunden!“, begrüßte Christian Baron, Erster Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, die Delegierten, Ehrengäste sowie Besucherinnen und Besucher.
Der Tag stand ganz im Zeichen des Leitthemas „Wild und Wald im Wandel“ und machte deutlich: Die Zukunft von Wild und Wald kann nur gemeinsam gestaltet werden.
Für einen besonders persönlichen Moment sorgte Ministerin Marion Gentges. Gleich zu Beginn bekannte sie: „Ich bin Enkelin, Tochter und Schwester eines Jägers.“
„Geprägt vom Vorleben meines Vaters, der mich heute gemeinsam mit meiner Tochter begleitet, habe ich Jagd immer als von großen ethischen Ansprüchen und großer Verantwortung geprägt und von breitem Wissen getragen erlebt. Waidgerechtigkeit und Respekt vor Wild, Natur und Mitmenschen ist nichts, was man in der Jägerprüfung lernt und wieder vergisst, sondern tägliche Richtschnur. Dieser Haltung begegne ich mit großem Respekt. Jagd ist ein unverzichtbarer Teil nachhaltiger Landnutzung“, so Marion Gentges.
Mit Blick auf den Waldumbau fand Ministerin Marion Gentges deutliche Worte: „Wer glaubt, man könnte die Wälder einfach der Evolution überlassen, ist auf dem Holzweg.“ Die Entwicklung klimastabiler Wälder sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, die nur gemeinsam bewältigt werden könne. „Ich bedanke mich beim Landesjagdverband für die Bereitschaft, die beispielsweise im Projekt Wild-Wald-Bewusstsein klar zum Ausdruck kommt und das konstruktive Miteinander in diesen Fragen und ich freue mich schon jetzt auf ein gutes, offenes Miteinander zum Wohle des Wildes und des Waldes.“
Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann betonte die Zusammenarbeit aller Beteiligten: „Die Gestaltung der Jagd in Baden-Württemberg ist eine Gemeinschaftsaufgabe: Zwischen Politik, dem Landesjagdverband, den Grundeigentümern, den Waldbesitzenden, der Landwirtschaft, dem Naturschutz und der Gesellschaft. Wir reichen die Hand und freuen uns, wenn die ausgestreckte Hand so oft als möglich in wechselseitigem Vertrauen ergriffen wird.“
Der Landesjägermeister wertete die große Zahl befreundeter Verbände und Organisationen vor Ort zugleich als Zeichen der Anerkennung für die Arbeit des Landesjagdverbandes.
DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke hob die positive Entwicklung der Jägerschaft hervor: Sie werde moderner, jünger und weiblicher. „Wir haben die fast einmalige Situation, dass wir alles andere als Nachwuchsmangel haben.“ Während viele europäische Länder mit rückläufigen Zahlen zu kämpfen haben, gelingt es der organisierten Jägerschaft in Deutschland, neue Zielgruppen anzusprechen und das Bild der Jagd zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Besonders eindrücklich wurde das Veranstaltungsmotto im Fachgespräch mit Forstassessor Felix Kuwert und Rehwildexperte Bertram Graf Quadt. Gemeinsam mit dem Publikum diskutierten sie, wie sich Waldumbau, Naturverjüngung und modernes Wildtiermanagement in Einklang bringen lassen. Die zentrale Botschaft: Wild und Wald, Tradition und Moderne sind keine Gegensätze. Verantwortungsvolle Entscheidungen brauchen Wissen über Wald, Wild und die Auswirkungen des Klimawandels.
Oder, wie Felix Kuwert es treffend formulierte: „Jagen ohne Konzept ist wie ein Leben ohne Ziele. Es geht, aber richtig was reißen tut man nicht.“
Klar wurde an diesem Landesjägertag vor allem eines: Zukunftsfähige Jagd braucht Wissen, Verantwortung, Dialog und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen. Denn tragfähige Lösungen für Wild und Wald entstehen nur im Miteinander.
Unser herzlicher Dank gilt der Jägervereinigung Schwäbisch Gmünd im Ostalbkreis für die Ausrichtung, Unterstützung und Gastfreundschaft beim Landesjägertag sowie der musikalischen Umrahmung der Jagdhornbläsergruppe.





























































