Wie können wir das Rebhuhn wirksam schützen? Dieser Frage gehen 15 Verbände und Institutionen in ihrem bundesweiten Verbundprojekt „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ gemeinsam nach. Ende September trafen sich rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus acht Bundesländern in Esslingen, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Bei jeweils einer Exkursion in die Rebhuhn-Modellgebiete in Tübingen und Fellbach konnten sich die Fachleute ein Bild von Blühflächen, Lichtäckern und der Heckenpflege machen. Der NABU Baden-Württemberg und der Landesjagdverband koordinieren das Vorhaben in Baden-Württemberg und informierten über die regionale Projektarbeit. In Fellbach nahmen auch Mitglieder des Lenkungskreises Rebhuhn der Stadt Fellbach an der Exkursion teil.
Dabei stand die landwirtschaftliche Praxis im Vordergrund. Anhand der landwirtschaftlichen Geräte auf dem Betrieb Kauffmann in Schmiden erläuterten Harald und Richard Kauffmann sowie Peter Treiber vom Treiber-Hof, welche Besonderheiten bei der Ansaat und Pflege der Blühflächen zu beachten sind. Dominique Aichele und Etienne Bürthel aus dem baden-württembergischen Projektteam stellten das Konzept „Rebhuhnländle“ vor, das Nahrungs- und Rückzugsflächen für das Rebhuhn in enger Nachbarschaft kombiniert. „Für uns war es wichtig zu zeigen, welche vielfältigen Lebensräume dank der langjährigen Bemühungen der Stadt Fellbach und der NABU-Ortsgruppe sowie den vielen weiteren engagierten Menschen aus Landwirtschaft, Jägerschaft und Verwaltung entstanden sind“, betonte NABU-Projektleiterin Dominique Aichele. „Nur wenn alle eng zusammenarbeiten, kann es gelingen, in einem stark genutzten Gebiet wie dem Schmidener Feld, einen vom Aussterben bedrohten Feldvogel zu unterstützen“, ergänzte sie. Die Gruppe tauschte sich zudem über die Gefahren durch freilaufende Hunde für Bodenbrüter aus. „Einen Agrarlebensraum zu erhalten, der von drei Seiten von Siedlungsflächen umgeben ist, ist enorm herausfordernd“, erklärte Landschaftsökologe Etienne Bürthel. „Wir bitten deshalb alle Menschen, die im Schmidener Feld unterwegs sind, auf die Rebhühner und die weiteren Tier- und Pflanzenarten des Offenlands Rücksicht zu nehmen. Dazu gehört es, auf den Wegen zu bleiben, und die geltende Leinenpflicht für Hunde einzuhalten.“
Mit Unterstützung der Stadt Fellbach wird im Herbst ein neues Schild im Schmidener Feld aufgestellt, das die Menschen über das Rebhuhnschutzprojekt und das Verhalten in der Feldflur informiert. Das nächste Projektgebietetreffen im Rahmen des bundesweiten Vorhabens „Rebhuhn retten – Vielfalt fördern!“ findet im Frühsommer 2026 im Zerbster Ackerland in Sachsen-Anhalt statt.
NABU/LJV

